GT Force Feedback

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Logitech
Entwickler
Logitech
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
GT Force Feedback [PS2 , looki.de]

GT Force Feedback

Wer den absolut realistischsten Simulator für Autorennen sucht, wird am Klassenprimus „Gran Turismo 3 A-Spec“ nicht vorbeikommen. Super Grafik, lebensechter Sound und ein geniales Fahrgefühl zeichnen den „Real Driving Simulator“ aus. Wer den Rausch der Pferdestärken noch intensiver erleben möchte, sollte sich überlegen, eine zusätzliche Anschaffung zu machen...

Zum Rasen geeignet?

Kaum ein anderes Spielgenre hat sich solcher Beliebtheit und Vielfalt erfreut, wie Rennspiele. Seien es nun knubbelige Karts, Micromachines, schwerelose Gleiter, Rennboote, Snowboards, Inlines, Skateboards, Raumschiffe, Fantasiewagen oder detailgetreue Autos der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft (Concept Cars). Der Einfluss ist in fast jedem Spiel allgegenwärtig.

1997 schickten sich Sony und Polyphony Digital an ein Autorennspiel zu kreieren, welches dem Begriff „Virtual Reality“ eine ganz neue Dimension verleihen sollte. Als Basis dafür diente die „Playstation 1“ und der Erfolg war überragend. Die exzellente Mischung aus Arcade-Racer und Simulation, gepaart mit einem phänomenalen Lenkgefühl und Wagenverhalten, eingepackt in furiose Grafik und einem ohrendurchdringenden Sound, war einfach unschlagbar. Damals, wie auch heute, da „Gran Turismo“ den Sprung auf die Playstation 2“ geschafft hat und sich auch dieses mal als Genrekönig bewies, an dem sich jedes Autorennspiel, auch vom GameCube, Xbox und PC messen muss. Zum Release von „Gran Turismo 3 A-Spec“ auf der Playstation 2 entwickelte der Peripheriehersteller Logitech ein Lenkrad, das nur eines zum Ziel haben sollte: Das Fahrgefühl von „GT3“ realistisch wieder zu geben.

Dies gelang dem Hardwaregigant dermaßen gut, dass Sony das Lenkrad zusammen mit dem Spiel in einem kostengünstigen Bundle anbot. Wer trotz der großen Nachfrage ein Bundle bekam, konnte sich glücklich schätzen. Mittlerweile ist mehr als ein Jahr vergangen und „GT3“ gibt es seit geraumer Zeit schon als günstiges „Platinum-Game“ für 29,95 Euro. Das legendäre Bundle gibt es zwar nicht mehr, aber das Lenkrad erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, trotz des Preises von stolzen 119,95 Euro. Jetzt, zum aktuellen Release von dem neuesten Ableger der GT-Reihe „GT-Concept“, haben wir die Kombination „Lenkrad + Spiel“ einem echten „Monster-Test“ unterzogen.

Von der technischen Seite zeigt sich das „GT Force“ Lenkrad von Logitech einwandfrei. Man schraubt es an einen Tisch fest, wobei man beachten sollte, dass die Tischhöhe nicht großartig von der eigenen Kniehöhe abweichen sollte. Ansonsten kann es unter Umständen oder langem Spielen, zu Kreuzschmerzen kommen.

Mit 25 cm Durchmesser hat das „Force-Feedback-Wheel“ ungefähr die Ausmaße von einem Sportlenkrad. Direkt hinter dem Lenkrad, in Reichweite der Zeigefinger und Mittelfinger, befindet sich die Gangschaltung, die wie die „Tip-Tronic“ funktioniert. Auf der Vorderseite befinden sich Dreieck, Kreis, Viereck und X. Die heißen dort X, A, Y, B. Der Griff des Lenkrads ist ergonomisch geformt und bietet dank einer Hartgummi-Einlage sehr guten Halt, selbst wenn die Hände nassgeschwitzt sind. Auf der Rückseite befinden sich die Festziehschrauben für den Tisch, welche unkompliziert von Oben festgezogen werden können. Die Pedale werden per Kabel an das Lenkrad angeschlossen. Links ist die Bremse mit einem kleinen Pedal und Rechts das Gas mit einem großen Pedal, so, wie es auch in einem Automatik getriebenen Wagen ist. Aber im Gegensatz zum Automatik Wagen, bei dem man die Pedale nur mit dem rechten Fuß bedient, werden an den Pedalen von Logitech beide Füße gebraucht. Genau hier tut sich ein kleines Problem auf. Wo das Lenkrad am Tisch bombenfest sitzt, werden die Pedale durch die Brems- und Gasbewegungen langsam weggeschoben. Egal, auf was für einem Untergrund. Hier sind Ideen gefragt. Bei mir hat eine Holzlatte ihren Zweck erfüllt, die ich unten vor die Tischbeine geklemmt habe.

Dann wird noch ein Netzteil angeschlossen und das Lenkrad an den oberen USB-Port (nicht tauglich für PC) der „PS2“ gehängt. Es ist zu empfehlen, das Netzteil nach dem Benutzen aus der Steckdose zu ziehen, da es sich doch recht stark aufheizt. Es hat zwar bei meinem 24 Stundentest keine Probleme mit dem Netzteil gegeben, aber sicher ist sicher und man muss ja nicht sinnlos die Stromrechnung hochtreiben.

Dann legt man das Spiel ein und schon geht’s los. Erfolgreich und begeistert getestet haben wir es mit „Gran Turismo 3 A-Spec“, „GT Concept“ und „Burnout“. Bei „Burnout“ gibt es zwar keinerlei Kalibrierungsoptionen, harmoniert aber problemlos mit dem Lenkrad. Bei den beiden Gran Turismo´s werden einem Profieinstellungen geboten, um das Lenkrad perfekt und millimetergenau zu kalibrieren.

Über eines brauch man sich nicht zu streiten: Lenkrad schlägt Pad. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und ein paar Proberunden merkt man sehr schnell, dass in allen Strecken, in denen man dachte, dass man bisher am Maximum fuhr, mit Lenkrad noch sehr viel Potential ist.

Bei den Gelegenheitsfahrern an unserem Testabend gab es Verbesserungen in den Rundenzeiten von bis zu 15 Sekunden. Die Profis konnten immerhin noch zwischen 3 bis 4 Sekunden dazupacken. Warum? Die Kurven lassen sich besser, sauberer und zum Teil viel enger ausfahren. Beschleunigungen, durch dezentes Gas geben aus der Kurve hinaus, werden viel kontrollierbarer, wodurch man auch wieder Zeit spart. Und bei Bremsmanöver kann man viel mehr Gefühl beweisen und mit etwas Übung den Bremspunkt schon fast bis in die Kurve hinausverzögern, da das „Force Feedback“ der Lenkung einen sofort darüber informiert, in welche Richtung der Wagen ausbricht. Wo wir gerade dabei sind: „Force Feedback“. Es ist schon fast beängstigend, wie viel man durch das Gegensteuern und die Gegenkraft, die dort entwickelt wird, über das Wagenverhalten und den Untergrund, auf dem man sich bewegt, erfährt.

Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn man auf einer Rally-Strecke fährt. Dabei gibt es keine Verzögerungen. Die Informationen werden sehr direkt umgesetzt, so dass man als Fahrer entsprechend reagieren kann. Noch etwas mehr Zeit kann man schinden, indem man sich gleich das manuelle Schalten angewöhnt. Hierbei kann man die Drehzahlen noch mehr in die Höhe treiben und damit den Drehmoment noch besser nutzen oder beim Herausbeschleunigen aus der Kurve, besonders bei starken Hecktrieblern, einfach einen Gang höher schaltet, wie empfohlen wird und dem Auto dadurch mehr Stabilität verleihen.

...gibt es leider trotzdem. Es ist mir bei den ca. 100 Stunden Lenkradtesten zweimal passiert, dass sich die Lenkrad-Treiber zerschossen haben. Ob der Fehler nun vom Lenkrad her rührt, oder vom Spiel, kann man nicht genau sagen. Woran erkennt man es? Das Lenkrad lenkt nicht mehr, das Gas steht beim Anschlag und selbst die Menüs lassen sich nicht mehr richtig bedienen. Den größten Fehler, den man dann machen kann, ist abspeichern. Fatal.

Der Fehler wird mit abgespeichert und das Game lässt sich von da an nicht mehr mit dem Lenkrad bedienen. Dann hilft nichts mehr. Kopieren auf eine andere Karte, abspeichern auf eine andere Karte, erneutes Kalibrieren. Alles vergebens. Dann darf man nur noch hoffen, dass man auf einer anderen Karte eine Sicherheitskopie von dem Spielstand hat.

Also, wenn dieser Fehler auftritt, so schmerzhaft es auch sein mag, Konsole ausschalten und wieder neu starten. Dann ist wieder alles in Ordnung. Eine regelmäßige Sicherheitskopie sollte man trotzdem anlegen. Sicher ist sicher. Besonders, da bei „Gran Turismo 3 A-Spec“ locker über 100 Stunden reine Spielzeit zusammenkommen, wenn man die 100 % erreichen will.

Fazit von Christian Schmitt:

Das „GT Force Feedback“-Lenkrad von Logitech kann man sehr gut mit einem Handy vergleichen. Als man es noch nicht hatte, brauchte man es auch nicht. Aber nach einer gewissen Gewöhnungsphase kann man sich ein Leben und Fahren „Ohne“ nicht mehr vorstellen. Das Lenkrad bietet einem genau das, was man insgeheim schon die ganze Zeit vermisst hat: Punktgenaues bremsen und Gas geben, manuelle Schaltung wie in der Formel 1“ dank „Tip-Tronic“, fein dosierte Lenkmanöver und durch das „Force Feedback“, das Gefühl mit der Straße und dem Auto zu verschmelzen. Auch nach vielen anstrengenden Runden rutscht das Lenkrad nicht durch die schweißnassen Hände und die Vorrichtung zum Festschrauben hält bombenfest. Alle sonstigen Buttons sind gut erreichbar, selbst bei schnellen Fahrten. Für die Pedale muss man sich was einfallen lassen, da sie durch das Gasgeben und Bremsen langsam wegrutschen. Bei mir hat eine dünne Holzlatte genügt, die ich zwischen die Füße meines Tisches geklemmt habe. Danach war das Problem geregelt.

Leider hat dieses unvergleichliche Erlebnis auch seine Schattenseiten, die man auf keinen Fall unterschätzen darf. So kommt es, zwar äußerst selten vor, dass sich die „Force Feedback“-Treiber zerschießen. In dem sehr seltenen Fall sollte man auf keinen Fall speichern, da sich der defekte Treiber gleich mit abspeichert. Das wäre fatal, da sich der Fehler nicht mehr beheben lassen würde und die ganzen Erfolge zunichte wären. Also auf jeden Fall eine Sicherheitskopie des Spielstands anlegen und wenn der Fall der Fälle eintreten sollte, einfach neu starten ohne Speicherung. Wenn man das beachtet, steht dem grandiosen Fahrgefühl und dem Sieg auf der Straße nichts mehr entgegen und selbst Leute, die bis dato behauptet haben, dass sie keinen Spaß an Autorennen haben, werden sich eines Besseren belehren...

GT Force Feedback [PS2 , looki.de]

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