GTA: Liberty City Stories

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Rockstar Games
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
GTA: Liberty City Stories [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

GTA: Liberty City Stories

In GTA: Liberty City Stories schlüpft ihr in die virtuelle Haut des Protagonisten Toni Cipriani, der nach dem Mord an einem Mafia Boss für einige Zeit untergetaucht ist. Nun ist er wieder nach Liberty City zurückgekehrt, um eine große Nummer zu werden und alte Rechnungen zu begleichen. Während des eigentlichen Spiels solltet ihr eure Erwartungen aber etwas herunterschrauben, da es sich hier lediglich um eine Umsetzung handelt, die zudem absolut inhaltsgleich und identisch mit dem PSP-Original ist. Im Klartext bedeutet das, dass der Titel deutlich weniger zu bieten hat als GTA: San Andreas, die zuletzt erschienene PS2-Episode der Serie. Hier müsst ihr mit einer deutlich kleineren Spielwelt vorlieb nehmen. Euer Spielcharakter kann seine Attribute nicht Hochstufen und auch nicht klettern oder schwimmen, es können keine Immobilien gekauft werden, es gibt keine fliegenden Vehikel in denen ihr Platz nehmen könnt und auch das Auto-Tuning fehlt. Zwar gibt es diese Features auch nicht in der PSP-Version, Fans und Kenner der Serie könnten diese jedoch vermissen.

The Boy is back in Town

Wie eingangs bereits erwähnt, übernehmt ihr die Rolle von Toni Cipriani und kehrt zurück nach Liberty City. Wer die GTA-Serie kennt, dem dürfte die Stadt bekannt sein, denn diese stand bereits im Mittelpunkt der Handlung von GTA 3, das seinerzeit im Mai 2002 erschienen ist. Wie in der Serie üblich, fangt ihr zunächst ganz klein an. Ihr übernehmt für den skrupellosen Mafiaboss Salvatore Leone die Drecksarbeit und kutschiert seine Leute durch die Stadt, vermöbelt Mitglieder der konkurrierenden Sindacco-Familie und chauffiert Drogendealer zu vereinbarten Treffpunkten. Euer erstes richtiges Geld verdient ihr bei Vincenzo Cilli, der rechten Hand von Boss Leone. Während den einzelnen Aufträgen lernt ihr aber auch noch andere wichtige Personen kennen, die euch weitere Aufträge anbieten.

Beispielsweise gilt es mit Leones Frau Maria, aufregende Shopping-Touren zu unternehmen und ab und an JD O´Toole – der für die Sindaccos tätig ist, jedoch zu Salvatore überlaufen möchte – in seinem Strip-Club zu besuchen.

Euer Abenteuertrip ist zunächst nur auf den Bezirk Portland begrenzt, aber wie in bester GTA-Manier, werden mit dem Fortschreiten und korrekten Erfüllen diverser Aufträge weitere Stadtbezirke freigeschaltet. Diese teilen sich genau wie bei GTA 3 ebenfalls in Staunton Island und Shoreside Vale auf. Wie bei Grand Theft Auto üblich, orientiert ihr euch im Spiel anhand einer übersichtlichen Stadtkarte und einem kleinen Radar. Auf dem Radar wird klärend festgehalten, wo ihr neue Missionen herbekommt und wo sich der nächste Waffenladen, die Autolackiererei oder euer Versteck – das zum abspeichern des Spiels benötigt wird – befinden.

Grundlegend ist auch was den gesamten Spielablauf angeht, bis auf einige wenige Ausnahmen, nahezu alles gleich geblieben. Ihr könnt Verkehrsteilnehmer aus ihren Wagen ziehen oder vom Motorrad prügeln und anschließend davonbrausen. Legt ihr euch mit Gegnern oder nichtsahnenden Passanten an, könnt ihr diesen entweder mit euren Fäusten entgegentreten oder heizt ihnen mit dem reichhaltigen Aufgebot an Waffenpower, das ihr beim ortsansässigen Waffenhändler bekommt, ordentlich ein. Hier könnt ihr euer Inventar reichlich füllen, das nötige Kleingeld natürlich vorausgesetzt. Angefangen beim Baseballschläger, der einfachen Pistole, bis hin zum Sturmgewehr, dem Flammenwerfer oder der alles umhauenden Panzerfaust, bekommt ihr so alles was das Gangsterherz höher schlagen lässt.

Kommen die gekauften Waffen zum Einsatz, wird vom optimierten Zielsystem aus GTA: San Andreas Gebrauch gemacht. Mittels der R1-Taste wird der nächstgelegene Angreifer markiert und anvisiert.

Entweder ihr feuert dann durch einen Druck auf die Kreis-Taste automatisch wild drauf los oder macht vom manuellen Zielsystem Gebrauch, welches sich mit dem L3-Button aktivieren lässt. In diesem Modus habt ihr dann zwar nicht mehr die Möglichkeit, euch zu bewegen, könnt dafür aber umso besser zielen, punktgenaue Treffer landen und so viel schneller die Gegner eliminieren.

Ein kleines aber feines Grand Theft Auto

Auch bei Liberty City Stories kann sich erneut der Fuhrpark sehen lassen und dürfte für jeden Geschmack oder die nötige Mission das Passende bieten. Hier stehen neben vielen verschiedenen Kleinwagen wie Muscle-Cars und Sportwagen auch Limousinen, Taxis, Omnibusse, LKWs und Krankenwagen, sogar schnelle Motorräder wie die PCJ 600 zur Auswahl bereit. Wollt ihr schnell vorankommen, schwingt ihr euch am besten auf ein wendiges Zweirad, ist hingegen mit hohem Gegneraufkommen zu rechnen, nehmt ihr besser in einem stabilen Wagen Platz.

Das hat den Vorteil, dass das Fahrzeug erstens deutlich mehr Treffer einsteckt bevor es in Flammen aufgeht und zweitens, dass euer Charakter selbst keinen Schaden davon trägt.

Sitzt ihr im Gegenzug auf einem Motorrad, seid ihr zwar schneller unterwegs und könnt sogar die hartnäckigen Cops abhängen, allerdings setzen währenddessen Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern und Treffer durch umherfliegende Kugeln eurer virtuellen Haut schwer zu. Fakt ist: Die richtige Wahl des Vehikels ist oft für den abschließenden Missionserfolg unabdingbar.

Technisch, spielerisch und auch audiovisuell zieht Liberty City Stories in etwa mit der PSP-Version gleich. Hier und da wurde sogar noch etwas optimiert und so gibt es deutlich weniger Ruckler als auf dem Handheld zu sehen. Weiteres Feintuning wurde in Bezug auf die Sichtweite betrieben, welche hier etwas weiter ausfällt als beim Original. Trotz der für die heutige Zeit etwas schwächelnden Optik – San Andreas hat selbstverständlich in allen Belangen deutlich mehr zu bieten – vermittelt der Titel jedoch eine stimmungsvolle Spielatmosphäre, was nicht zuletzt an den teils witzigen und eigentlich immer sehr abwechslungsreichen Aufträgen liegt. Tonal gibt es leider nur Stereo-Sound zu hören, dafür kann die akustische Untermalung nach wie vor mit professionellen englischen Sprechern und deutschen Untertiteln punkten. Unterm Strich ein technisch passabel umgesetztes GTA, das allerdings trotzdem mühelos den typischen Charme der Spielserie versprüht und für längere Zeit an das Gamepad fesseln dürfte.

Fazit

Leider ist Liberty City Stories technisch nicht so umgesetzt worden wie ich es mir für die PlayStation 2 gewünscht habe. Der Titel wurde lediglich 1:1 auf die PS2-Hardware portioniert, weshalb im Vergleich zu früheren Teilen der Serie verständlicherweise deutlich weniger möglich ist als beispielsweise bei Vice City oder San Andreas. Das heißt aber noch lange nicht, dass der neuste GTA-Ableger ein schlechtes Spiel ist. Im Gegenteil: Nicht Handheld-Besitzer kommen endlich ebenfalls in den Genuss, das neuste GTA auch ohne PSP zocken zu können. Zudem wird der wirklich sehr Portemonnaie-freundliche Preis von gerade mal 30 Euro sicherlich Fans der Serie zum Kauf anregen. Denn sagen wir mal ehrlich, für so einen fairen Preis nimmt man diese technisch eher antiquierte Umsetzung doch gerne in seine Spielsammlung auf, oder etwa nicht!?

GTA: Liberty City Stories [PS2 , looki.de]

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