Guitar Hero 2

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
RedOctane
Entwickler
Harmonix
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Guitar Hero 2 [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Guitar Hero 2

Unwissende können über die kleine Plastikgitarre nur lächeln, für Spielefans ist sie jedoch das heilige Utensil für eines der besten PlayStation 2-Spiele. Die Rede ist von dem Gitarrencontroller, mit dem jeder – Übung, Fleiß und Fingerfertigkeit vorausgesetzt – zum Guitar Hero aufsteigen kann. Nach dem Überraschungserfolg des ersten Spiels steht nun der Nachfolger, Guitar Hero 2, im Handel. Klar, dass wir uns den nicht entgehen lassen konnten.

Vor über einem Jahr erschien Guitar Hero zunächst in Amerika, dann unter anderem in Großbritannien. Dass das Spiel was ganz Besonderes sei, blieb vielen Deutschen nicht verborgen. Und trotzdem mussten wir bis zum Mai diesen Jahres warten, wurden als letzte mit dem Spiel beliefert, das in den USA lange Zeit ausverkauft gewesen ist. Das Warten auf den Nachfolger dauerte gottlob nicht so lange. So erschien der zweite Teil vor ein paar Wochen, gerade einmal ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart des Ersten. Die völlig neue Songauswahl ist nicht der einzige Unterschied. Vor allem technisch wurde das Spiel weiterentwickelt.

A hell lotta love für die HD-Generation

Viele spielen schon an einem HDTV, werden sich nun über die neuen Einstellungsmöglichkeiten freuen: Denn Guitar Hero 2 unterstützt jetzt Breitbild-TVs im 16:9 Format. Und wer die PlayStation 2 per Komponentenkabel angeschlossen hat, kann außerdem Progressive Scan aktivieren und erhält als Resultat ein deutlich besseres Bild. Besitzer eines älteren LCD-TVs mit spürbarer Reaktionszeit haben außerdem die Möglichkeit, die Latenz zu kalibrieren, um die Verzögerung von Ton und Bild auszulöschen.

Mit den Charthits der Insider

Technisch wurde das Spiel gestärkt, doch dafür scheint die große Stärke des ersten Teils ein wenig geschwächt: die Musikauswahl. Nun bin ich nicht im Rock und Metal, sondern im Pop der Siebziger und Achtziger zu Hause. Das erste Guitar Hero habe ich trotzdem im leichten und mittleren Schwierigkeitsgrad durchgespielt, auf „schwer“ begonnen und mich sogar am Expertenmodus ein paar Sekunden bis zum Rausschmiss versucht.

Und das, obwohl ich nur wenige Lieder kannte. Ganz ehrlich: aus der Trackliste von Guitar Hero 2 kenne ich gerade einmal eine Hand voll Lieder. Das hebt die Motivation nicht unbedingt, ist aber dann doch nicht so schlimm. Denn irgendwie kommt die Lust von ganz allein. Und dann steht man da, nach dem dreißigsten Lied am Stück. Mit gesenktem Kopf um in den Fernseher zu schauen, mit Rückenschmerzen von der wenig ergonomischen Rockerhaltung.

Jedoch: Beim ersten Guitar Hero wurde auf die Lizenzen für die Originaltitel verzichtet, statt dessen wurden nur Cover-Versionen verwendet. Die waren sehr gut, klangen wie das Original. Bei Guitar Hero 2 sind ebenfalls sämtliche Titel gecovert. Doch hört man nun vielen Liedern deutlich an, dass sie nicht von den Originalinterpreten vorgetragen werden. Schade eigentlich.

Leichter oder schwerer?

Wer den Vorgänger im mittleren Schwierigkeitsgrad durchgespielt hat, sollte auch Guitar Hero 2 auf „Mittel“ ohne Probleme durchspielen können. Den einfachen Modus braucht man gar nicht zu beginnen. Der scheint sogar noch etwas leichter und somit einstiegsfreundlicher zu sein.

Eigentlich ist die Reihenfolge ganz einfach: Der erste Song sollte der leichteste sein, der letzte der schwerste. Doch schon im Vorgänger war manches Lied recht schwer, nachfolgende dafür wieder leichter. Auch bei Guitar Hero 2 sind einige Lieder wieder ein wenig unbalanciert angeordnet. Das ist natürlich ein rein subjektives Empfinden, das ich aber mit anderen teile. Im Grunde ist es aber egal. Schließlich möchte man vermutlich ohnehin sämtliche Lieder durchspielen.

Gab’s früher im virtuellen Shop noch „Making of“-Videos zu kaufen, sind nun nur Ingame-Gegenstände erhältlich. Dazu zählen Gitarren sowie Gitarrenskins, Charaktere sowie passende Outfits. Die wichtigsten Artikel des virtuellen Shops sind aber die insgesamt 24 Bonussongs unabhängiger und ebenso unbekannter Musiker, die bei vielen Spielern die erste Wahl sein sollten.

Gemeinsam rocken heißt gemeinsam zocken

Den Mehrspielermodus haben bei Guitar Hero vielleicht die wenigsten kennengelernt. Schließlich machte der nur Sinn, besaß man eine zweite Gitarre. Und die sind ja nicht billig. Jetzt sieht das ein wenig anders aus. Das Bundle mit Guitar Hero 2 und Gitarrencontroller ist bei vielen Händlern nur ein wenig teurer als das Standalone-Produkt. Blöd, wer da nicht noch mal zu einem Bundle greift und so noch eine zweite Gitarre erwirbt. Das lohnt sich nicht nur, weil der Preisunterschied so gering ist. Es lohnt sich auch, weil der Mehrspielermodus um einen kooperativen Modus erweitert wurde. Hier rockt man nicht mehr gegen-, sondern miteinander. Dabei kann jeder frei wählen, ob er lieber Lead-, Rhythmus- oder Bassgitarre spielen möchte. Ebenso ist es möglich, den Schwierigkeitsgrad individuell festzulegen. So haben auch Gäste eine Chance. Natürlich nur, wenn sich der Eigentümer des Spiels vorher mit dem Einzelspielermodus beschäftigt hat. Denn ausschließlich die zuvor freigespielten Songs dürfen zu zweit heruntergeschrammt werden.

Auch im Koop-Modus gibt es Starpower. Die kann von einem Mitspieler freigespielt, aber nur von beiden aktiviert werden. Das geschieht, indem beide Spieler zur gleichen Zeit den Gitarrencontroller hochreißen. Absprache ist also nötig, aber das macht kooperative Spielmodi ja nun mal aus.

Üben, üben, üben

Der völlig neue Trainingsmodus lässt keine Wünsche offen. Hier kann jeder freigeschaltete Song in verschiedenen Geschwindigkeiten geprobt werden. „Normal“ ist hierbei die schnellste Geschwindigkeit, „Am langsamsten“ hingegen die langsamste. Dabei ist es nicht einmal nötig, das komplette Lied zu spielen. Denn jeder Song wurde in einzelne Abschnitte wie „Refrain 1“ unterteilt, die beliebig ausgewählt werden können.Ein ganz normales Tutorial existiert ebenfalls, ist aber nur für Neueinsteiger geeignet.

Bewährtes Eingabekonzept in anderer Farbe

Auch Guitar Hero 2 kann wieder mit einem normalen PlayStation 2 Controller gespielt werden. Aber das macht doch keinen Spaß. Sinn macht es nur in Verbindung mit dem Gitarren-Controller, der im Bundle mit dem ersten oder zweiten Spiel angeboten wird, aber ebenfalls einzeln erhältlich ist.Grundsätzlich hat sich der Controller nicht verändert, nur die Farbe wechselte von Schwarz zu Rot. Selbst die Sticker zur Individualisierung des Gitarren-Controller sind die gleichen. Eigentlich ist das kein Problem, doch im Hinblick auf die PlayStation 3 macht es ein wenig Sorge. Denn laut einiger PS3-Besitzer soll es im Moment nicht möglich sein, die Gitarren-Controller mit der neuen Konsole zu verwenden. Daher wäre wohl eine USB-Gitarre besser gewesen, auch wenn das die Käufer des ersten Guitar Hero Bundles vor den Kopf gestoßen hätte. Andererseits: lieber nur eine als gleich zwei neue Gitarren kaufen…

Guitar Hero 2 ist als Standalone ohne Gitarrencontroller für ca. 44,99 € (UVP) und als Bundle mit Gitarre für 79,99 € (UVP) erhältlich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Gitarre des ersten Teils einzeln nachzukaufen. Diese ist für ca. 54,99 € erhältlich.

Fazit

Auf dem Nachfolger des nun schon legendären Guitar Hero lasten große Erwartungen. Den Technischen wird Guitar Hero 2 gerecht, den spielerischen nicht so sehr. Denn der neue Koop-Mehrspielermodus ist fantastisch, die technischen Verbesserungen für HDTV-Besitzer ebenso. Aber das täuscht nicht über die relativ schwache Titelauswahl hinweg. Natürlich ist das in erster Linie eine Frage des Geschmacks – und eine Frage, die vielleicht gar nicht so wichtig ist. Schließlich macht Guitar Hero 2 auch so viel Spaß.

Die einzelnen Wertungspunkte haben sich gegenüber dem Vorgänger etwas verschoben, doch bei der Gesamtwertung bleibt’s. Das Spiel macht technisch so vieles besser, hat jedoch ein wenig an Pepp verloren. Sehr schade. Statt einer höheren Wertung gebe ich daher die gleiche wie schon Guitar Hero vor einem Jahr. Und einen Award, den das geniale Spielkonzept immer noch verdient.

Guitar Hero 2 [PS2 , Justgamers]

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