Gesamtwertung85%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungBefriedigend |
Zunächst wird versucht, mit der normalen Zielfunktion ein paar Tiere zu erlegen. Diese ist recht unpräzise zu handhaben und erinnert an die typische Ego-Shooter Zielmechanik, die beispielsweise bei TimeSplitters Anwendung fand. Trotz der recht gewöhnungsbedürftigen Steuerung dieser Funktion, trifft man aber beinahe jedes Ziel, denn auch, wenn man relativ deutlich am Ziel vorbei schießt, wird dieses noch getroffen. Dies ist aber der einzige Schwachpunkt, den GUN in einer Kampfsituation offenbart.
Neben der normalen Zielfunktion bietet das Spiel dem Zocker nämlich noch eine weitere Variante an. Wer Wild West Filme kennt, der weiß, dass die Helden mit einer unglaublichen Schnelligkeit schießen und mit einer noch unglaublicheren Präzision treffen. Aktiviert man den so genannten Schnellschussmodus, so verlangsamt sich das Spielgeschehen und auch das Zielen automatisiert sich. So kann man in kurzer Zeit viele Ziele ausschalten, ein schnelles Ruckeln am Analogstick in die gewünschte Richtung sorgt für das Wechseln des Ziels.
Da dieser Modus aber relativ schnell zur Ausrottung ganzer Städte missbraucht werden könnte, kann er nur eine bestimmte, kurze Zeitspanne lang aktiviert bleiben. Durch Headshots füllt sich die Zeitanzeige wieder. Taktisches Vorgehen ist in den späteren Kämpfen enorm von Vorteil, geschlichen werden kann aber nur in den seltensten Fällen. Das Waffenarsenal des Helden vermehrt sich im übrigen stetig, vom Scharfschützengewehr, über die Schrotflinte, bis hin zum Indianerbogen findet man alles, was der Wilde Westen an tödlichem Werkzeug zu bieten hatte. Hat man alle nötigen Tiere zusammen mit Ned erlegt und selbigen vor dem Angriff eines Bären bewahrt, soll die Beute an den Mann gebracht werden.
Doch es geht etwas schief und es kommt zum ersten großen Kampf. Sofort wird deutlich, dass GUN nicht zimperlich ist. Massen von bewaffneten Feinden stürmen auf den Protagonisten zu. Dabei hinterlässt die künstliche Intelligenz der Gegner ein zwiespältiges Gefühl beim Spieler. Zum einen handeln sie sehr geschickt, verstecken sich hinter Kisten, zum anderen stehen sie manchmal aber auch einfach ohne Deckung da und versuchen dem Helden den Garaus zu machen. Dieser aktiviert dann kurzerhand seine Schnellschussfunktion und die Sache ist geregelt. Sollte der Protagonist einmal verwundet werden, und das wird nicht selten der Fall sein, da die Gegner clever platziert wurden und sowieso immer viel zu viele auf einmal kommen, kann er sich leicht heilen, indem er ein bisschen Whisky zu sich nimmt. Genau wie Munition kann er diesen eigentlich überall finden, nur kaufen kann er ihn nicht.
Wurde der erste Kampf erfolgreich gemeistert, offenbart GUN ein weiteres, geniales Feature. Da es im Wilden Westen nur wenig fahrbare Untersätze gab, war man natürlich auf das Pferd angewiesen.
Ähnlich wie bei GTA Autos, stehen Pferde in GUN eigentlich an jeder Ecke. Das Reiten geht leicht von der Hand und eine gewisse taktische Herausforderung ist auch gegeben, schließlich muss man seinem lebenden Vehikel gezielt die Sporen geben, ohne es dabei zu töten. Natürlich kann man auf dem Rücken seines Pferdes auch zum Revolver greifen. VerfolGUNgsjagden stellen sich dabei als erstaunlich spaßig heraus.
GUN (11 Bilder)
Obwohl es meistens auf diverse Schießereien hinausläuft, wird dem Spieler nie langweilig, weil er immer neue Herausforderungen zu bewältigen hat. Einmal muss man die bösen Indianer davon abhalten eine Brücke in die Luft zu jagen, die durch ihr Gebiet führt, ein anderes Mal schließt man sich den Rothäuten an, um ein amerikanisches Fort zu stürmen und zu zerbomben, aus dem man vorher in einer Schleichmission fliehen musste. Der Abwechslungsreichtum ebbt zum Glück bis zum Schluss nie ab. Auch die diversen Bosse wurden überlegt ins Spiel eingebaut. Meistens kann man sie nur durch taktisches Vorgehen schlagen. Leider ist das Spiel aber nach relativ kurzer Zeit bereits durchgespielt und nachdem man alle Nebenjobs erfüllt hat, gibt es nichts mehr zu tun. Nichtsdestotrotz wird man auf eine adrenalinreiche Reise durch den Wilden Westen zurückblicken können.