Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungBefriedigend |
Als Joanne K. Rowling Harry Potter erschuf, hat Sie nicht nur ein Buch geschrieben, sondern eine ganze Welt erschaffen, mit eigenen Begriffen, Wesen, Orten und nebenbei noch ein völlig neues Spiel: Quidditch.
Damit an dieser Stelle die Sache einfacher wird, gibts heute mal ein interaktives Review:Muffel also die von euch, die weder Hogwarts noch Harry kennen- lesen weiter unten weiter, und die narbentragenden, stabschwingenden Hobbyzauberer bleiben hier.
Zunächst mal: Wenn ihr wie Harry mit totaler Besenkontrolle die ganze Zeit dem Schnatz hinterher jagen wollt, dann ist diese Spiel nichts für euch. Bei der Umsetzung vom Buch zum Spiel wurden Anpassungen vorgenommen, die Potter-Enthusisasten enttäuschen werden. So ist das Gameplay zweigeteilt in das eigentliche Spiel und die Jagd nach dem Schnatz. Die Klatscher jagen nicht alle und jederzeit, sondern werden von den Treibern abgefeuert und gesteuert. Dreidimensional geht es auch nicht zu, eure Flughöhe wird automatisch geregelt. Eure Spielfigur wechselt immer und ihr bleibt nicht lange bei einem Teammitglied.
Jetzt aber zu den Muffeln: Quidditch ist ein Ballspiel bei dem zwei Teams, die auf Besen sitzen, sich einen Ball, Quaffel genannt, zuspielen mit dem Ziel ihn durch einen von drei Ringen auf der gegnerischen Seite zu befördern. Neben dem Quaffel sind auch noch die Klatscher unterwegs, zwei weitere Bälle, die von den Treibern mit Holzschlägern auf die gegnerischen Jäger geschossen werden. Dann gibt es noch den goldenen Schnatz, ein sehr kleiner und wieselflinker Ball, der vom so genannten Sucher ständig gejagt wird (in dieser Variante allerdings erst nach dem eigentlichen Spiel). Der Hüter ist der Torwart.. Spielende ist normalerweise erst, wenn der goldene Schnatz gefangen wurde, hier aber füllt ihr durch Pässe und Spezialaktionen eine goldener-Schnatz Leiste, die wenn sie voll ist den zweiten Teil des Spiels startet: Die Jagd nach dem Schnatz.
Als Frischling müsst ihr euch zuerst in einem gutgemachten Tutorial Herausforderungen genannt- beweisen, in dem ihr die grundsätzlichen Spielelemente wie Passen, Ausweichen und Schiessen beigebracht bekommt.
Je besser ihr hier seid, desto mehr Belohnung gibt es. Im gesamten Spiel könnt ihr für besondere Leistungen Quidditch Karten freischalten, die nicht nur nett aussehen, sondern auch Bonusfeatures freischalten, wie neue Herausforderungen, Teams oder auch Vorschau-Filme auf kommende Spiele.
Nach dem Tutorial könnt ihr euch für eines der vier Zauberhäuser von Hogwarts entscheiden und um den internen Hauspokal spielen, was immer noch mehr eine Art Fingerübung darstellt. Habt ihr den Hauspokal gewonnen, geht es in die Weltmeisterschaft.
Mit einem Nationalteam spielt ihr um den Gewinn der Serie. Jede Mannschaft hat ihr individuelles Stadium, die auch unterschiedliche Bodenbeläge haben können, so hat Frankreich ein Gartenlabyrinth in einer Versaille-artigen Anlage und die Australier ein Mad-Max Szenario in der Wüste. Die 3-D Modelle der Spieler selbst wirken in den Cutscenes jedoch ein wenig ärmlich: Der Bart von Dumbledore kommt mit 20 gefühlten Polygonen aus und auch die Mimik ist eher unter dem Standard. So nett insgesamt die vielen Cutscenes auch sind, wenn ihr Tore schiesst, den Schnatz fangt oder ein Spiel gewonnen habt, nachdem man sie mehr als drei Mal gesehen hat, werden sie langsam lästig, vor allem die innerhalb des Spiels. Nicht jedes Mal, wenn ich dem Gegenspieler den Quaffel abgenommen habe, will ich durch Fünf-sekündige Zwischensequenzen im Spiel unterbrochen werden.
Musikalisch gibt sich Quidditch zwar schon, aber nur sehr beschränkt: Ganze zwei Klassikstücke begleiten euch das Spiel über. Die Soundeffekte sind nett gemacht, ein raunendes Publikum im Stadium, das auch ab und zu mal anfeuert.
Vom Gefühl her spielt sich dieses Quidditch wie Fußball: Abstoß, Pass, Pass, Schuss, Tor!!!Die völlige Dreidimensionalität des Spiels, die Möglichkeit wie im Kurvenkampf mit Besen statt Jets etwas völlig neues zu schaffen, hat EA dezent unter den Tisch fallen lassen. Zugegeben: Es muss extrem herausfordernd sein, eine Steuerung für Besen in drei Dimensionen zu entwickeln. Andererseits hat Acclaim mit dem guten alten Forsaken bewiesen wie das aussehen und auch funktionieren kann. Die Steuerung nutzt dabei auf keiner der Konsolen die jeweiligen Vorteile Der zweite Stick beispielsweise bestimmt eure Passrichtung, was nur die Finger verknotet und sehr schlecht durchdacht wirkt, verschiedene Belegungen sind nicht anwählbar. Eigentlich braucht ihr auch nur zwei Knöpfe, passen und schiessen, der Rest ist nur für die Specialmoves da, die ihr im exakt richtigen Moment auslösen musst: Gameplay aus der Frühzeit. Warum keine Schubregelung des Besens auf den Analog-Knöpfen? Warum keine Klatscher, die mich ständig bedrohen? Warum keine Festlegung auf Jäger, Sucher oder Treiber, wenn diese schon so unterschiedlich sind? Das Konzept des Spiels, wie es Rowling erdacht hatte, gibt weitaus mehr her; auch wenn hier eine eher jüngere Zielgruppe anvisiert wurde.
Mit der Beschneidung von Quidditch auf Fussball mit Extras kommen dann auch die Probleme: Will ich Spassfussball, kann ich auch Sega Soccer Slam spielen. Will ich ernsthaften Fussball, greife ich zu Winning Eleven 6 F.E. oder auch dem hausinternen FIFA-Konkurrenten.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Harry Potter - Quidditch Weltmeisterschaft im Test.
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