Harry Potter und der Feuerkelch
In Harry Potter und der Feuerkelch dreht sich alles um das Trimagische Turnier. Dabei handelt es sich um einen freundschaftlichen Wettstreit, der zwischen den drei größten Zauberschulen Durmstrang, Beauxbatons und Hogwarts ausgetragen wird. Ein unparteiischer Richter in diesem Fall der magische Feuerkelch entscheidet welche Schüler für diese Zauber-Olympiade geeignet sind und wählt aus einem Pulk nur die volljährigen Kandidaten aus und nur einen pro Magierschule. Seltsamerweise wird Harry Potter als zweiter Vertreter und somit Bonuskandidat für seine Schule gewählt und das obwohl er sich noch nicht einmal dafür beworben hat und obendrein auch noch minderjährig ist. Glücklicherweise stehen dem jungen Zauberer seine zwei besten Freunde - Hermine Granger und Ronald Weasley hilfreich zur Seite.
Bist du ein Meister der Magie?
Nachdem ihr euch vor Spielbeginn für eine der fünf europäischen Sprachen entschieden habt, geht es auch schon los. Das Spiel entführt euch zu den wichtigsten Schauplätzen aus dem Buch, die in insgesamt elf Levels unterteilt worden sind und sich chronologisch an den Ablauf des Films beziehungsweise der Buchvorlage halten. Das Spiel beginnt bei der Flucht vor den Todessern bei der Quidditch-Weltmeisterschaft und führt euch anschließend durch den Verbotenen Wald. Im weiteren Spielverlauf gilt es, die drei Aufgaben des Trimagischen Turniers zu absolvieren, die wie folgt unterteilt sind: In der ersten Mission müsst ihr dem feuerspeienden ungarischen Hornschwanz so schnell wie möglich auf eurem Besen entkommen. Die zweite Aufgabe besteht darin, den schwarzen See schnellstmöglich zu durchschwimmen, um Ron rechtzeitig zu finden. In der dritten und letzten Aufgabe müsst ihr das Labyrinth durchqueren und es schaffen, als Erster den Trimagischen Pokal in der Mitte des Irrgartens zu erreichen. Habt ihr all das geschafft müsst ihr euch zudem noch mit dem wieder auferstandenen Lord Voldemort anlegen. Ihr seht, es gibt viel zu tun.
Wahlweise müsst ihr währenddessen mit Harry, Hermine oder Ron zahlreiche Aufgaben, wie beispielsweise Drachenstatuen oder die so genannten trimagischen Schilde finden, welche benötigt werden, um die nächsten Ebenen freizuschalten. Wer sich nicht auf das Sammeln von Objekten beschränken will, der sollte einen Blick auf Moodys Herausforderungen werfen.
Hier warten zeitbasierte Minispiele, die euch je nach erfolgreichem Abschluss in Gold, Silber oder Bronze mit Bohnen belohnen, welche zum füllen der Magie- und Energieleiste benötigt werden und mit denen sich Sammelkarten kaufen lassen. Nach jedem absolvierten Level wird dabei eure Leistung bewertet und automatisch abgespeichert.
Neues Spiel, neues Glück!?
Optisch weiß Harry Potter und der Feuerkelch zu gefallen, spielerisch hingegen muss sich der Titel einiger Kritik stellen. Die Charaktere erstrahlen in ihrem schönsten Polygongewand und sehen den echten Schauspielern zudem verblüffend ähnlich. Auch die Animationen sowie die ansehnlichen Levels können sich sehen lassen und strotzen nur so vor Detailverliebtheit. Anders sieht es da bei der technischen Umsetzung aus, die gerade in Bezug auf die launische Kameraführung zu wünschen übrig lässt. Auch das Bewegungsrepertoire der Protagonisten hätte etwas umfangreicher ausfallen dürfen: Außer laufen, zaubern und Flüche anwenden haben die Charaktere nämlich nicht viel auf dem Kasten. Springen geht gar nicht, geklettert wird an der dafür vorgesehenen Stelle automatisch und zu allem Übel kann es sogar vorkommen, dass ihr im Mehrspielermodus mit eurer Spielfigur irgendwo im Areal stecken bleibt.
Wenigstens haben sich die Entwickler bei der Synchronisation nicht lumpen lassen und so erwartet das spielerische Ohr zumindest eine eigentlich gute Lokalisierung. Leider passen sich hier die zufällig ausgewählten Sätze des Öfteren nicht dem Spielgeschehen an, da sie einfach albern sind oder mit dem so eben Verrichteten nichts gemein haben. Ärgerlich ist auch, dass komplett auf eine englische Sprachvariante verzichtet worden ist. Ein direkter Vergleich wäre hier sicherlich erwähnenswert gewesen. Dieses Manko überspielt allerdings die gute orchestrale Musikuntermalung, die jedoch leider etwas zu leise ausgefallen ist und sich dank fehlender Lautstärkeregelung noch nicht einmal lauter stellen lässt. Hier hätten die Entwickler etwas mehr Sorgfalt walten lassen können.
Fazit
Harry Potter und der Feuerkelch kann meiner Meinung nach aufgrund der vielen aufgezählten Mängel nicht als gelungenes Spiel bezeichnet werden. Ältere Action-Adventure-Spieler werden aufgrund der kindgerechten Aufmachung sowie wenig fordernden Steuerung und Interaktionsmöglichkeiten deutlich unterfordert sein. Trotzdem ist Harrys viertes Abenteuer kein schlechtes Spiel sondern dürfte gerade den jüngeren Potter-Fans eine menge Spaß bereiten. Besonders im Mehrspielermodus kommt gute Laune auf, denn hier muss man sich auch nicht mit der unausgereiften KI der Begleiter rumärgern und kann selbst die Zügel in die Hand nehmen. Wer mit den Mängeln leben kann, wird mit dem Feuerkelch-Einsatz nicht die schlechteste Filmumsetzung bekommen. Hier lässt sich ganz klar differenzieren und sagen: Jüngere Spieler können zugreifen, ältere Konsumenten sollten vor dem Kauf jedoch ein Probespiel wagen.
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