Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die britische Entwickler-Gruppe Travellers Tales brachten in Zusammenarbeit mit Midway dieser Tage ein neues Jump n Run auf den Markt. Mit Haven: Call of the King versuchten die Entwickler einen Genrevertreter zu erschaffen, der eine ganz besondere Note aufweist. Wie diese ausfiel, lest ihr hier...
Ein ganz besonderer Stil
Eines steht felsenfest, der Look in Haven besitzt wirklich seinen ganz eigenen Charme. Sehr eigenwillig gestaltete Charaktere, die einen Hauch von Kindlichkeit versprühen und ein Grafikstil der an vergangene Amiga-Zeiten erinnert. Dies soll auf keinen Fall eine negativ gemeinte Wertung sein, da es hier nicht um eine qualitative, sondern eher um eine stiltechnische Feststellung geht.
Der recht altbacken angelegte Grafikstiel, wurde bewusst von den Entwicklern gewählt. So verwundert es auch nicht, das der Fantasy-Künstler Rodney Matthews (u.a. Cover-Design für Bands wie Thin Lizzy oder Nazareth) auserkoren war, im Kreativen-Team mitzuwirken. Der Stil ist wirklich nichts jedermanns Sache, doch hat man die ersten Berührungsängste erst mal beiseite gewischt, fügt sich alles schnell zu einem harmonischem Ganzen zusammen.
Um es gleich vorweg zu nehmen, die Antwort lautet Ja und Nein. Ja, da der Titel wie es sich für jede gute Plattformhüpferei geziemt, jede Menge an Geschicklichkeitseinlagen wie beispielsweise das Überspringen von Abgründen, Entlanghangeln an Vorsprüngen oder das Davonlaufen vor Lavaströmen usw. bestitzt.
Ebenso altbacken ist das Erledigen immer wieder auftretender Bösewichte, gerade dies gestaltet sich in Haven nicht immer als ein Leichtes, da man Gegner des öfteren erst dann als solche erkennt, wenn es schon fast zu spät ist.
Um dann aber in solchen Situationen nicht völlig überrascht und hilflos zu sein, gibt es, wie es sich gehört, die passenden Gimmicks wie etwa Havens ultimatives Allzweck-JoJo, das nicht nur als Waffe fungiert sondern u.a. auch als eine Art Liane eingesetzt werden kann. Neben dem schnellen beiseitigen der Gegner bietet sich auf den weitläufigen Arealen auch durchaus die Möglichkeit der ganzen Sippschaft aus dem Weg zu gehen, auch Rauchbomben können hier gute Dienste leisten. Sollte dies einmal nicht im Bereich des Möglichen liegen wie etwa in engeren Umgebungen, (z.B. Minen oder Gruft) so ist Selbstschutz in Form eines Energieschildes stets die erste Wahl.
Wie in jedem Jump n Run üblich gibt es auch hier Energie oder Münzen zu sammeln um so dem schnellen Spielertod noch einmal von der Schippe zu springen. Hierzu sei anzumerken das es im Titel keine begrenzte Anzahl an Leben oder Continues gibt. Zwar ist der Schwierigkeitsgrad nicht gerade für blutige Anfänger gedacht, doch waren die Entwickler so fair und haben neben der Option, jederzeit speichern zu können, auch viele Rücksetzpunkte integriert. Sollte also mal was in Hose gehen wird man meist unweit der Stelle, an der das Unglück passierte, wieder abgesetzt. Trotz der Rücksetzpunkte geht man ständig mit etwas beängstigendem Gefühl durch die Landschaft, da man sich nie sicher sein kann was als nächstes passieren wird. Oft genug reicht der berühmte kleine Schritt zu viel, um ein schnelles Ende zu erleben.
Und da wäre noch das Nein, da neben den oben geschilderten Fakten, jede Menge Genremix in dem Titel steckt. So beschränkt sich der Alltag als Haven, keineswegs auf stupides Gehhopse. Mal muss man Gegenstände suchen ohne die man nicht weiterkommt, mal Alieneier sammeln, mit einem überdimensionalen Energiegeschütz feindliche Schiffe auf hoher See versenken oder einen Raumschiff steuern, der Actionanteil lässt sich definitiv nicht unter den Tisch kehren. Die Zwischenspielchen sind nicht nur dem Geschichtsverlauf passend gewählt worden, sondern fördern auch ungemein den Spielspaß. Im allgemeinen ist die Fülle dieses Titels groß genug, um Spieler wirklich Tage, wenn nicht sogar Wochen lang an den Monitor zu fesseln. Wie schon anfangs erwähnt, besitzt der Titel seinen eigenen Look, bei dem sich die Meinungen innerhalb der Spielerwelt sicherlich teilen wird.
Davon aber abgesehen, ist Haven technisch wirklich einwandfrei ausgearbeitet worden. Zwar lässt die Präsentation des Titels ein wenig zu wünschen übrig, dem Spieler werden zwar Zwischensequenzen geboten, aber diese lassen nicht so wirklich Freude aufkommen. Zu schlicht, zu steril und ohne großartige Highlights tröpfeln sie dahin. Dafür läuft das Gezeigte dank intuitiver Steuerung und ohne irgendeinen Slowdown oder Popup sehr angenehm von der Hand. Wirklich atmosphärisch ist hingegen die akustische Untermalung ausgefallen. Dank Surround Unterstützung, sind die Klangwechsel genauso überraschend, wie das Geschehen am Monitor. Zudem wurde darauf geachtet, stets eine zum Szenario passende Musik zu wählen. So gibt sich die Soundkulisse beispielsweise in den Minen oder in der Gruft eher düster bis gespenstisch, hingegen an der Oberfläche eher peppig und locker..
Also eine wirklich ausgewogenen Sache. Als störend erwies sich lediglich die etwas magere Präsentation und das Fehlen eines nützlichen Tutorials. Der Stil des Spiels ist daher eher Geschmackssache. Ich persönlich habe mich nur im ersten Moment daran gestört, einige Zeit später wirkte der Titel jedoch recht harmonisch und vermittelte ein leichtes Gefühl von Nostalgie. Wer mit den Gedanken spielt, ein Jump n Run auf seinen Wunschzettel zu setzen und von dem bisher erschienen noch nicht vollends überzeugt ist, sollte unbedingt einen Blick auf Haven werfen...
Haven: Call of the King im Test.
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