Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Doktor: Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Spiele-Süchtige. Alle: Guten Abend, Herr Doktor!Doktor: Wir haben heute einen Neuen bei uns. Herr Kojak, würden Sie sich kurz vorstellen?Kojak: Aber gewiss doch. Ich bin der Herr Kojak und seit kurzem süchtig nach einem Game von Eidos, welches Hitman: Contracts heißt und von IO-Interactive entwickelt wurde.SplinterCell-Verrückter: Ist das nicht so was Ähnliches wie Tom Clancy´s Splinter Cell: Pandora Tomorrow?Kojak: Ja, da haben Sie Recht. Contracts ist bereits der dritte Teil in der Hitman-Reihe. Und ich habe einfach Angst, ich habe es jetzt schon 3x durchgespielt und kann einfach nicht aufhören.Doktor: Das ist natürlich tragisch. Herr Kojak, möchte Sie uns etwas genauer über dieses Hitman: Contracts berichten?Kojak: Mit Verlaub, natürlich möchte ich das. Man spielt die Hauptfigur Agent 47 und führt sie durch das gesamte Spielgeschehen. Gleich am Anfang des Spiels gibt es eine Rückblende auf das bereits Geschehene: 47, der auch schon in den beiden Teilen vorher mitspielte, wird verblutend in einer schön anzusehenden Video-Sequenz gezeigt. Er wurde bei seiner letzten Mission erwischt und in den Bauch geschossen. Er bricht blutüberströmt zusammen. Derweil umstellen Soldaten das Gebäude, in dem er liegt. Agent 47 sieht sein Leben und seine Aufträge an sich vorüberziehen. Und diese Aufträge, die er früher bereits absolvierte, darf man jetzt spielen SplinterCell-Verrückter: aber ist das nicht ziemlich billig? Da sind doch dann einfach nur alle Missionen kopiert wurden. Das ist doch öde?! Also bei Splinter Cell
Kojak: Jaja, hör mir doch auf mit deinem Splinter Cell. Schließlich bin ich jetzt an der Reihe und möchte nicht immer was von Splinter Cell hören Ich dachte mir zuerst auch, dass das doch bestimmt langweilig wird. Doch nachdem ich den Trainingslevel, in dem ich Waffen und den Charakter eingehend studieren konnte, absolviert hatte, merkte ich sofort, dass die Levels keine 1:1 Kopie des Vorgängers sind.
Zwar gibt es hin und wieder ein paar Parallelen zu bereits bekannten Missionen, was mich jedoch nicht störte, da diese liebevoll neu in Szene gesetzt wurden.Computer-Freak: Ich hörte, dass Quests, die es zu lösen gilt, originalgetreu vom Vorgänger kopiert wurden?Kojak: Hmm ja, das stimmt schon, aber nur sehr selten. Dass man Gegner in der Sauna durch Erhöhen des Hitzegrades töten kann, wusste ich natürlich schon. Aber dafür gibt es auch sehr viele neue Rätsel, die es zu lösen gilt.
Hitman: Contracts ist sogar ein bisschen leichter als sein Vorgänger, was mich sehr positiv gestimmt hat. Man kann weiterhin zwischen zwei Wegen der Missions-Erfüllung wählen. Entweder man versucht per Rambo-Methode und zahllosen Schießereien durch das Level zu kommen, was einen manchmal jedoch nicht weiterbringt, oder man macht es wie ein echter Geheimagent mit Stil: Um einen Schusswechsel zu vermeiden stülpt man sich gegnerische Kleidung über und kann so seelenruhig an seinen neuen Kollegen vorbeiwandern, um so näher an die Zielperson heranzukommen. Dabei darf man sich nur nicht zu auffällig verhalten, Aufpassen lautet die Devise. Entdeckt eine Wache nämlich eine andere, die tot (und nackt) am Boden liegt, schlägt er sofort Alarm und die Tarnung fliegt auf.Unten links gibt es eine kleine Anzeige. Wechselt die Farbe dieser von schwarz auf rot, sollte man schon langsam anfangen, seine Waffe zu ziehen, dann hat der Gegner nämlich Verdacht geschöpft. Kleine Infos am oberen Bildschirmrand warnen zudem, wenn Alarm ausgelöst wurde.
Ist es erst mal so weit, steckt man in ernsten Problemen. Die KI ist nämlich sehr intelligent, spielt man auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade wird es zeitweilig schon schwierig, aus Feuergefechten noch lebend herauszukommen. Sollte man sterben, haben die Entwickler noch ein kleines Feature eingebaut: Der Bildschirm wird schwarz-weiß und man muss versuchen, vier Gegnern hintereinander Kopfschüsse zu verpassen um weiterleben zu können und frische Lebensenergie zu bekommen, was dadurch vereinfacht wird, dass die Feinde eh nur auf einer Stelle herumstehen und keine Anstalten machen, sich zu bewegen.
Ich wurde bisher aber noch nie getötet, schließlich kann ich pro Level bis zu 7x abspeichern.
Um schnell abzuhauen, kann man auch die kleine Minimap benutzen, die anhand von kleinen Icons den genauen Standort der Gegner aber auch der Zielpersonen anzeigt.Am Ende jeden Levels wird dann bewertet, ob ich eher der Stealth-Typ oder ein Massemörder bin, je nachdem, wie viele Leute ich getötet habe und wie viel bzw. wenig Gewalt ich angewendet habe. Computer-Freak: Dass man viel Ballern kann, finde toll!Kojak: Aber der eigentliche Sinn soll sein, möglichst ohne Töten durch ein Level zu kommen, sonst wärst du ja auch kein richtiger Agent.Computer-Freak: Was gibt es denn für coole Waffen?
Kojak: Zum lautlosen Töten kannst du die Klavierseite oder die kurzzeitig wirkende Narkosespritze benutzen. Wenn das nicht dein Ding ist, dann kannst du auch zu den standardmäßigen Silverballers greifen, die beidhändig geführt werden.SplinterCell-Verrückter: Und die Grafik ist so gut wie die von Splinter Cell?Kojak: Du immer mit deinem Splinter Cell Als Grafik Engine wurde die alte Glacier-Engine benutzt, aber stark aufgemotzt. Die Engine ist zwar schon alt, aber die Entwickler IO-Interactive haben da wirklich noch was rausgeholt. Es ist einfach schön, mit anzusehen, wie spiegelnde Blutlachen in der Ecke schwimmen oder 47´s Glatze im Lichtschein glänzt. Ebenso die Wettereffekte wie Regen und Schnee wurden liebevoll in Szene gesetzt ohne veraltet zu wirken, da die Polygon-Anzahl massiv heraufgeschraubt wurde.Gesteuert wird das ganze aus der Tomb-Raider Perspektive, also von hinten auf den Körper schauend. So bemerkt man auch die feinen Animationen, mit der die Macher Agent 47 richtig echt wirken lassen. Wenn man das nicht möchte kann man wie auch schon beim Vorgänger in eine Ego-Perspektive schalten.
SplinterCell-Verrückter: Ich wette aber, die Atmosphäre kommt nicht an die von Splinter Cell heran, oder?Kojak: Doch, denke ich schon. Die Musik stammt von Jesper Kyd, der bereits den zweiten Teil großartig vertont hat. Sie ist düster gehalten und lässt das Spielgeschehen unheimlich wirken. Grandios finde ich auch die Sprachausgabe. Wenn ich mit Deutschen rede, reden diese auch Deutsch, rede ich mit Russen, sprechen diese Russisch. Für Agent 47 wurde abermals der deutsche Synchronsprecher von Wesley Snipes engagiert der seine Sache wirklich gut macht und einen Großteil zur Stimmung beiträgt.Doktor: Wir bemerken, dass Sie dieses Spiel wirklich interessiert und können ahnen, warum Sie süchtig nach Hitman: Contracts sind. Nicht wahr?Alle: Ja, das stimmt.Doktor: Mich würden noch die Systemvoraussetzungen interessieren. Unsere PCs hier sind ja nicht mehr die Neuesten. Vielleicht könnten wir das Spiel als Teil unseres aktiven Entzuges nämlich nächste Woche spielen, denn die meisten unserer Teilnehmer spielen ein und dasselbe Spiel schon seit Jahren immer und immer wieder und vielleicht überzeugt sie Hitman: Contracts ja, zu wechseln und von ihrer Sucht loszulassen. Kojak: Hitman: Contracts sollte eigentlich auf allen gängigen System laufen. Mindestvoraussetzung ist ein 800MHz Prozessor und 128MB Arbeitsspeicher. Ab 1,6 GHz läuft es dann richtig flüssig.Ich werde leider schon etwas nervös, ich glaub, ich muss nach Hause und weiterspielen, ich bin zur Zeit in der Schlachterei und es ist einfach so spannend und Doktor: Aber dafür sind wir doch da, Sie zu unterstützen bei Ihrem Problem!Kojak: Ich kann einfach nicht anders, ich muss gehen und spielen. Schönen Abend noch!Alle: Tschüß, Herr Kramer!
Jetzt mal Spaß beiseite: Die geschilderten Umstände könnten passen, auch ich bin ein bisschen süchtig. Aber trotzdem hat Hitman: Contracts negative Seiten, ganz anders, als vom fiktiven Herrn Kojak geschildert.
Ein paar Levels wirken wirklich wie aus dem zweiten Teil der Serie recycelt, und so hat man den Eindruck, dass es den Entwicklern wohl an Ideen mangelte. Dies wird auch an der zum Teil gar nicht vorhandenen bzw. sehr flach gehaltenen Story deutlich.Vergessen hat der Hitman-Verrückte wohl auch, dass die Minimap zwar manchmal nützlich ist, doch zudem auch extrem unübersichtlich.
Zu sagen bleibt noch, dass die geschilderte Ego-Perspektive nicht zu gebrauchen ist, da sie sehr stark wackelt und es so schwierig wird, sich gegen Gegner zu verteidigen.Als letzter Kritikpunkt bleibt noch anzumerken, dass es immer noch keine Sprung-Funktion gibt: Der unsportliche Agent 47 gerät so oft in Situationen, in denen er unnützerweise riesige Strecken zurücklegen muss und das nur, um einen kleinen Vorsprung zu überwinden.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Hitman: Contracts im Test.
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