Gesamtwertung50%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ein kleiner Junge, der in einer Stadt namens Retroville lebt, einen übergroßen Kopf hat, James Isaak Neutron heißt und der auch noch zufälligerweise Erfinder ist, hat es natürlich nicht einfach. Doch zu allem Überfluss werden auch noch seine Eltern von Außerirdischen entführt und nur Jimmy ist in der Lage, sie zu retten. Ob die PlayStation 2-Version dieser Geschichte etwas taugt, erfahrt Ihr in unserem Artikel.
Eierköpfe voraus!
Jimmy Neutron ist Erfinder. Dies wäre an sich nichts ungewöhnliches, wäre da nicht die Tatsache, dass Jimmy ein Kind ist. Aber mal ehrlich, wer von seinen Eltern den Namen James Isaak Neutron bekommt, in einer Stadt namens Retroville lebt und einen überdurchschnittlich großen Kopf hat, dem bleibt eigentlich keine andere Wahl, oder? Um diesen kleinen Jungen dreht sich die neueste, komplett computeranimierte Serie auf Super RTL.
Der dazugehörige Kinofilm lief bereits in unseren Kinos, und so ist es nicht verwunderlich, dass Muttersender Nickelodeon auch ein Videospiel folgen lassen würde. Leider handelt es sich bei dieser Art von Umsetzungen meistens um Jumpn Runs von durchschnittlicher Qualität, und bei dieser Tatsache macht unser mutiger Erfinder leider keine Ausnahme...
Nein, mit dieser Überschrift ist nicht Jimmy gemeint, obwohl man ihn durchaus als solchen bezeichnen könnte. Es geht vielmehr um seinen bösen, außerirdischen Gegenspieler, die sogenannten Dotterköpfe. Diese, aus grüner Glibbermasse bestehenden Wesen, haben, im Auftrag ihres Königs Goobot, alle Eltern des Städtchens Retroville entführt, während sich die Kinder Nachts heimlich in den Vergnügungspark Retro-Land geschlichen haben.
Nun ist es an unserem Helden Jimmy, die bösen Entführer ausfindig zu machen und alle Eltern unversehrt zurückzubringen.
Ein echter Neutron?
Das Prinzip des Spiels wird schnell klar: Es handelt sich um ein waschechtes 3D-Jump & Run im Stil von Spyro the Dragon oder der Mario-Serie. Ihr bewegt euch durch eine 3D-Umgebung, schaltet Gegner mit dem euch zur Verfügung stehenden Fußtritt oder einsammelbaren Waffen wie einem Baseballschläger, einem Schrumpfstrahl oder einem Inflationsstrahl aus. Überall in den Umgebungen sind Neutronen verteilt, die euch bei einer bestimmten eingesammelten Anzahl zusätzliche Leben einbringen. Eure Lebensanzeige besteht übrigens aus einem Blaubeerkuchen der in drei Stücke unterteilt ist. Bei jeder Gegnerberührung verliert ihr ein Stück, ist kein Kuchen mehr da, verliert ihr ein Leben. Das Hauptziel des Spiels ist es, in jedem Abschnitt unterschiedliche Hauptgegenstände zu finden, die meistens einigermaßen gut versteckt sind. Sind alle Gegenstände gefunden, wird das nächste Level freigeschaltet.
Betrachtet man die Grafik des Spiels, beschleicht einen des öfteren das Gefühl, die Entwickler hätten auf ein PSone-Spiel nur das Label PS2 gedruckt und es in eine DVD-Hülle gesteckt. Leider ist dem nicht so. Es handelt sich hierbei um ein echtes PS2-Game und die Entwickler zeigen deutlich, was dabei herauskommt, wenn man ein Lizenzprodukt unter Zeitdruck auf den Markt werfen muss. Die Texturen sind lieblos, die Umgebungen karg, die Spielfiguren steif und die Animationen einseitig. Zudem treten teilweise heftige Slowdowns in der Framerate auf, und das an den unmöglichsten Stellen. Von PAL-Balken bleibt man Gott sei Dank weitestgehend verschont, denn sonst wäre das Niveau kaum noch zu unterbieten.
Soundtechnisch macht das Spiel ebenfalls nicht viel her. Die Hintergrundmusik dudelt fast nur die selben Stücke rauf und runter und hängen nach kurzer Spielzeit zum Hals heraus. Auch die Soundeffekte sind nicht besonders aufregend und hier fehlt es an der nötigen Vielfalt. Außerdem wirken sie absolut künstlich, aufgesetzt und passen sich nicht einmal ansatzweise in das Spielgeschehen ein.
Der Titel besitzt zwar eine deutsche Sprachausgabe, jedoch erweckt sie nicht den Eindruck einer vollendeten Qualität. Alles klingt ein wenig wie eine schlecht synchronisierten, amerikanischen TV-Shop-Sendung; die Sprecher wirken aufgesetzt und unpassend. Es werden auch Untertitel eingeblendet, die sich genau an die Sprachausgabe halten. Wenn diese jedoch zur nächsten Zeile umschalten stockt auch die Sprachausgabe. So kann es vorkommen, dass Mitten im Satz eine kurze Pause eingelegt wird.
Um dem Spiel nicht völlig die Luft zu nehmen: Es gibt auch ein paar gute Seiten. Es sind zwar nicht überragend viele, aber sie sind vorhanden. Neben dem offiziellen Trailer zum Kinofilm und zwei kurzen, einminütigen Ausschnitten, die auch als Filmvorbereitung im Nachmittagsprogramm 'Toggo' von Super RTL zu sehen waren, wäre da noch das sehr witzige Intro, das Spiel- und Filmszenen zeigt und mit einer ausnahmsweise gelungenen Musik unterlegt ist. Der wirkliche Aufhänger ist für mich aber der in das Spiel integrierte R-Type-Klon. Man fliegt in Jimmys Rakete durch seitenscrollende Landschaften und kämpft gegen die Dotterköpfe, während man nebenbei Waffen und Power-Ups einsammelt. Wenigstens dieses kleine Spiel kann ein wenig für Unterhaltung sorgen.
Jimmy Neutron - der mutige Erfinder im Test.
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