Jurassic Park: Operation Genesis
Vor wenigen Jahren gab es bekanntlich eine ziemliche Hysterie um alles, was auch nur im Entferntesten mit Dinosauriern zu tun hatte. Kinofilme wie Jurassic Park spielten Millionen in die Taschen der Firmen, und eine Dokumentation nach der anderen brachte den Menschen das fast schon vergessene Leben der Urzeitechsen nahe. Auch wenn sich inzwischen die ganze Aufregung wieder gelegt hat, scheint Universal Interactive noch immer an die faszinierende Anziehungskraft der Dinosaurier zu glauben und veröffentlichte kürzlich mit 'Jurassic Park: Operation Genesis' eine Aufbausimulation für die Playstation 2. Wir haben das Spiel für euch getestet
Aller Anfang ist schwer
In 'Jurassic Park: Operation Genesis' besteht eure Aufgabe darin, quasi aus dem Nichts einen Vergnügungspark aufzubauen, der zahlreiche Besucher anziehen und das prähistorische Erlebnis somit zu einem lohnenden Unterfangen für den noch unerfahrenen Parkbauer machen wird. Als erste Voraussetzung für ein erfolgreiches Gelingen zählen natürlich die Dinosaurier, da diese erwartungsgemäß die Hauptattraktion des Vergnügungsparks darstellen. Um an die ersten historischen Echsen zu gelangen, sollte man Wissenschaftler in die Welt entsenden, welche sich in eurem Auftrag auf die Suche nach passendem Genmaterial machen. Hat man schließlich genügend genetische Überreste einer Spezies entdeckt, kann der erste lebendige Dinosaurier nach einer Weile hochgezüchtet werden. Nach einer gewissen Spielzeit können die diversen Genarten auch miteinander gekreuzt oder sogar seltene Fossilien und Überreste für teures Geld gekauft werden, was dem Spieler das zeitintensive Forschen nach bisher unentdeckten Genresserven etwas erleichtert.
Der Aufbau kann beginnen
Sind einmal die ersten Urzeitechsen erfolgreich gezüchtet, kann man auch sogleich mit dem Aufbau seines Parkes beginnen. In seinem Handlungsspielraum ist man, wie von anderen Vertretern des Genres gewohnt, an kaum Vorgaben gebunden und hat sämtliche Freiheiten, um seine Attraktion nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Neben kleineren Gebaüden wie einem Imbissstand oder einer Aussichtsplattform für Besucher liegt das Hauptaugenmerk von 'Jurassic Oark: Operation Genesis' auf dem Aufbau und der Pflege der einzelnen Gehege. Hier hat der Spieler viele Möglichkeiten, um das Verhalten der Dinosaurier und das damit verbundene Interesse der Besucher zu steuern. Prinzipiell wird der Zustand der gigantischen Lebewesen durch drei Attribute gekennzeichnet, und zwar Wasser, feste Nahrung und die Gemütslage. Für die richtige Versorgung der Dinosaurier können Gewässer und Flüsse geschaffen werden, bei dem Essen sollte man tunlichst darauf achten, ob es sich bei der ausgestellten Art um Fleisch- oder Pflanzenfresser handelt. Während die fleischfressenden Vertreter primär durch andere Tiere wie Kühe zufrieden gestellt werden, geben sich die friedlicheren Arten auch mit einfachem Heu und Sträuchern zufrieden.
Sicherheit geht vor
Damit die Sicherheit der zahlungswilligen Besucher gewährleistet ist und der Vergnügungspark einen guten Ruf erhält, stellen die Schutzeinrichtungen des Parks eine zentrale Rolle dar. Je nach Aggressivität der einzelnen Rassen kann man zwischen verschiedenen Sicherheitsstufen wählen und seine Dinosaurier hinter schlichte Zäune und Wände platzieren, oder die Vorkehrungen durch elektrische Gatter, Überwachungskameras und wachsame Ranger drastisch erhöhen.
Weitere Möglichkeiten wie der Bau von stabilen Bunkern für die Besucher runden die zahlreichen Schutzvorkehrungen ab und sorgen für ein sicheres Gefühl unter Familien und anderen ängstlichen Gästen, worauf diese sicher gerne wieder einmal in dem Vergnügungspark des Spielers vorbei schauen.
Der Action-Teil
Sollte sich trotz der hohen Sicherheitsmaßnahmen einmal eine Notlage ergeben und einige blutdurstige Bestien die wehrlosen Parkbesucher attackieren, so wechselt 'Jurassic Park: Operation Genesis' in einen anderen Spielmodus, welcher vom Entwicklerteam eigentlich als Abwechslung für die teils langwierigen Aufbauphasen gedacht war. In diesem actionorientierten Modus nimmt der Spieler Platz in einem Jeep oder einem Hubschrauber, um mit Hilfe eines Präzisionsgewehrs den entflohenen Bestien den Garaus zu machen und seine Gäste vor einem qualvollen Tod zu retten. Trotz der gutgemeinten Absicht der Programmierer kann dieser Modus leider auf keiner Linie überzeugen, da das Gameplay viel zu unausgereift wirkt und wohl jedem Spieler nach nur kurzer Zeit ein müdes Gähnen entlocken dürfte, da die Jagd auf die Dinosaurier sehr eintönig und kaum spannungsgeladen ist.
Licht und Schatten
Trotzdem kann 'Jurassic Park: Operation Genesis' einigermaßen überzeugen, nimmt man lediglich die Aufbausimulation als Maßstab, welche aber glücklicherweise auch die meiste Spielzeit konsumiert. Leider fühlen sich Einsteiger in das Genre gelegentlich überfordert, da man oftmals nicht sofort überblicken kann, welche Auswirkungen einzelne Handlungen in Zukunft haben werden, da das Spiel von einem maßgebenden Trial&Error Prinzip lebt und gröbere Fehler beim Parkdesign oft nur schwer rückgängig gemacht werden können. Hinzu kommt ein ständiger Erfolgsdruck, da die ganze Zeit über Investoren im Nacken des Spielers sitzen, welche natürlich einen profitablen Vergnügungspark sehen möchten. Ein entspanntes Spielerlebnis ist also kaum zu erfahren, da akutes Missmanagement des Parks nicht selten zum unweigerlichen Spielende führen kann.
Auch auf technischer Ebene schwankt die Qualität des Spiels sehr. Das in 3D gehaltene Spiel sorgt auf den ersten Blick für eine für Aufbausimulationen verhältnismäßig ansprechende Grafik, auf den zweiten Blick offenbaren sich aber einige bedeutende Schwächen. Zu einem nicht optimal gelösten Kamerasystem gesellen sich technische Mäkel wie verpixelte Kanten, gelegentliche Kollisionsprobleme und niedrige Polygonmodelle. Da man zudem liebevolle Details vermisst und das Spiel nicht selten ruckelt, kann man die Grafik von 'Jurassic Park: Operation Genesis' allerhöchstens als durchschnittlich bezeichnen. Etwas positiver fällt dafür die Sounduntermalung aus, da dafür die bekannten Sinfonien von Hollywoodkomponist John Williams ausgewählt wurden. Dies sorgt für ein gewisses Maß an Wiedererkennungswert, trotzdem wirken die teils exzellenten Stücke nach einigen Stunden Spielzeit und unzähligen Wiederholungen zunehmend langweilig, da es dem Spiel eindeutig an Quantität mangelt, auch wenn die Qualität auf kurze Sicht durchaus zu gefallen weiß.
Fazit
'Jurassic Park: Operation Genesis' ist ein etwas überdurchschnittliches Spiel, welches hauptsächlich von der vielversprechenden Jurassic Park - Lizenz und der damit verbundenen Anziehungskraft der monströsen Urzeitechsen zu leben versucht. Inhaltlich und spielerisch zum größten Teil ordentlich gelöst, verhindern einige schwerwiegende Designfehler sowie der wirklich langweilige Actionpart des Titels einen Vorstoß in höhere Wertungsregionen. Da es allerdings auf Konsolen nur sehr wenige Aufbausimulationen gibt, können Fans des Genres durchaus einen Blick auf den Titel werfen, vorausgesetzt man kann man mit der Dinosaurierthematik etwas anfangen und ist bereit, im Vergleich zu den exzellenten Genrevertretern des PC sowohl technisch als auch spielerisch einige Abstriche zu machen.
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