Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wenn man an die ersten Tage der PS2 denkt, fallen dem Gamer sofort Titel wie Ridge Racer oder Tekken Tag Tournament ein. Da Strategiespiele auf Konsole rar gesät sind, hat es den einen oder anderen sicher gefreut, dass solch ein Spiel zu Beginn auf dem Markt war. Doch was ist Kessen, ein übliches Strategiespiel allá Age of Empires? Nein, es ist mehr eine Schlachtensimulation, in der es gilt möglichst geschickt seine Truppen zu dirigieren. Viele Spieler waren aber der Meinung, dass man viel zu wenig selber machen konnte. Jetzt ist der Nachfolger erschienen; Kessen II. Ob sich etwas geändert hat oder ob die Programmierer einen ganz anderen Weg eingeschlagen sind, wird mit diesem Review beantwortet.
Liu Bei der Retter
Kessen II spielt im alten China, wo ihr die Rolle des jungen Liu Bei`s übernehmt. Zu dieser Zeit herrscht Krieg und jedes der einzelnen Reiche, in das China aufgeteilt ist, versucht das andere im Kampf zu besiegen.
Doch ein Reich und zwar das des Herrschers Cao Cao ist am mächtigsten. Ihr müsst gegen den machtbesessenen Cao Cao kämpfen, der ganz China unterjochen will. Mit einer kleinen Armee versucht Liu Bei seine geliebte Dio Chan zu befreien, die Cao Cao entführt hat. Als Unterstützung stehen im nur seine Brüder und ein paar Anhänger zur Seite. Doch das scheint ihm nichts zu nützen, da Cao Cao Das Mandat des Himmels haben soll. Als unerfahrener Anführer mausert sich Liu Bei zu einer echten Bedrohung. Ob das reicht um sich gegen den Willen des Himmels zu stellen?
Alle die den ersten Teil gespielt haben werden sich recht schnell einfinden, alle anderen wird das Spiel in einem kleinen Tutorial erklärt. Ihr beginnt das Spiel in einer Übersichtskarte, wo die einzelnen Truppenbewegungen und der Fortlauf der Geschichte gezeigt werden. Zu Beginn jeder Mission machen euch eure Berater Vorschläge, um entweder eure Truppenanzahl ,Truppenstärke oder eure Vorräte zu erhöhen. Habt ihr euch für eine Möglichkeit entschieden, versammelt ihr euch mit allen Generälen und haltet Kriegsrat.
Dort wird die bevorstehende Schlacht besprochen, z.B. wo der Gegner seine Truppen stationiert. Drei eurer Generäle machen euch wieder Vorschläge, mit welcher Strategie ihr zu Werke geht. Da reichen die Vorschläge von brachialer Rambotaktik bis zu hinterhältigen Plänen, wo ihr Fallen aufstellt um eure Gegner zu vernichten. Die Auswahl der richtigen Taktik will gut überlegt sein, da ein allzu spontaner Entschluss schnell über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.
Habt ihr euch dann für die richtige Taktik entschieden, kann es endlich losgehen. Anfangs befolgen eure Truppen die vorgegebene Mission und laufen alle zu ihren Zielpunkten. Ihr könnt zwischen den einzelnen Truppenverbänden hin und her schalten und ihnen neue Befehle geben oder ihnen einfach beim Laufen zuschauen. Trefft ihr dann auf eine feindliche Armee, so wechselt das Spiel automatisch in den Gefechtsbildschirm.
Die Truppen könnt ihr nicht direkt steuern, da sie von selber angreifen. Nur den jeweiligen Anführer könnt ihr steuern. Euer Kommandant beherrscht neben einer normalen Angriffsattacke, mit der ihr eure Gegner niederstrecken könnt, auch noch den einen oder anderen Spezialmove. Diese Spezialattacken sind in einem extra Menü anwählbar. Diese Attacken wie Sturmangriff oder Salve pflügen durch die feindlichen Reihen durch und senken dabei die Gegnerzahl enorm. Die Anzahl der gegnerischen Verlusten richtet sich danach, wie der Angriff platziert worden ist. Dies ist wichtig da die Attacken nur einmal zur Verfügung stehen. Neu ist, dass die Magie eine viel größere Rolle spielt als im ersten Teil.
Jede Armee hat mehrer Magier bei sich. Ein gut platzierter Zauber , wie beispielsweise der Feuerball, räumt mal schnell an die 5000 feindlicher Mannen aus dem Weg. Damit das nicht ganz so einfach wird, beherrschen manche Anführer einen Zauber um solche Gemeinheiten abzublocken. Hier ist die gegnerische Intelligenz zu bemängeln. Meistens, wenn sie einen Spezialangriff ausführen, laufen sie ins Leere oder erwischen nur ein paar der gegnerischen Soldaten.
Das wichtigste im Spiel ist der Moralalken. Dieser zeigt an, wie euphorisch deine Kämpfer bei der Sache sind. Sinkt der Balken auf 0, so bekommen deine Krieger das Fracksausen und suchen das Weite. Dies endet mit einer Niederlage deiner Einheit. Manche Anführer beherrschen die Fertigkeit Duell. Damit kann man einen feindlichen General zum Kampf auffordern. Dieser kann die Herausforderung ablehnen oder annehmen. Nimmt er an, läuft eine Sequenz ab in der die Kontrahenten gegeneinander kämpfen. Je nach dem wer stärker ist, gewinnt den Kampf und der Verlierer sucht sein Heil in der Flucht.
Dies führt dazu, dass die gegnerische Moral drastisch sinkt und die des Gewinners erheblich steigt. Von diesem Schlag erholen sich die gegnerischen Truppen selten, was dem Spieler die Chance gibt die Feinde zu vernichten. Wenn ihr eine Schlacht gewonnen habt, werden eure Truppen stärker. Manchmal steigt die Kampfkraft eurer Anführer oder ihr lernt neue Formationen. Es kommt auch vor, dass sich ganze Truppenverbände weiterentwickeln. Ab und zu werdet ihr gefragt ob ihr Waffen in Auftrag geben wollt. So werden nette Sachen wie Feuerturm oder Adlertruppen entwickelt, die sehr hilfreich bei der Belagerung von Burgen sind.
Kessen II ist ein gutes Spiel, das auch einem Nicht-Strategen Spaß machen wird. Schon allein wenn zwei riesige Armeen aufeinander prallen und ihr mitten im Gefecht steckt, fühlt ihr euch wie in dem Film Braveheart. Genügend Abwechslung ist auch geboten, denn selbst wenn ihr eine Mission beendet habt, könnt ihr immer noch versuchen sie mit einer anderen Strategie zu bewältigen. Habt ihr die Kampagne mit Liu Bei abgeschlossen, so könnt ihr das selbe noch einmal mit Cao Cao durchspielen. Kessen II begeistert auch mit einer guten Spielbarkeit. Die Steuerung ist recht einfach und geht schnell in Fleisch und Blut über.
Auch die strategischen Möglichkeiten sind nicht schlecht, hätten aber etwas mehr sein können. So ist das einzig richtige schwerwiegende Element die Magie, die richtig eingesetzt werden muss. Was auf Dauer etwas nervt, ist das viel zu lange Aufhalten in irgendwelchen Menüs, in denen die Taktik besprochen wird oder ihr irgendwelche Verbesserungen an euerer Armee vornehmt. Dazwischen werden kräftig Rendersequenzen eingestreut. So kann es sein, dass ihr euch ca. 20 Minuten in irgendwelchen Menüs aufhaltet bevor ihr mit der eigentlichen Schlacht begonnen habt. Was etwas für Verwirrung sorgt sind die chinesischen Namen. Wenn man nicht aufpasst weiß man nachher nicht mehr wer, wer ist. Ständig werden Namen wie Shao Zun und Zhang Fei eingeworfen.
Da hört sich einer an wie der andere. Schließlich ist zu sagen, dass Kessen sich gut spielt und auf Dauer motivierend ist. Grafisch haben die Entwickler Kessen II verbessert und macht damit einen guten Gesamteindruck. Die Anzahl der maximalen Einheiten auf dem Bildschirm wurde von 100 auf 500 erhöht. Zwar noch keine reelle Zahlen, doch immerhin läuft das ganze flüssig und ruckelt nicht. Die Hintergründe sind ziemlich öde und trostlos ausgefallen. Weit und breit ist nichts außer einer leeren Ebene zu sehen, die von dicken Nebelschwaden umhüllt sind.
Ab und zu taucht ein Berg am Horizont auf. Dies fällt aber kaum ins Gewicht, da man sich ohnehin nur auf das Kampfgetümmel konzentriert. Die Einheiten sind sowieso schöner gestaltet und verwöhnen das Auge mit den detailreichverzierten Rüstungen. Auch die Rendersequenzen sind sehr gut gestaltet worden, die atmosphärisch die Story weiterleiten. Der Sound ist auch gut gelungen und unterstützt das Gefühl sich direkt in einer Schlacht zu befinden. Asiatische Klänge sucht man zwar vergebens, wird aber durch einen pompösen Sound entschädigt.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Kessen II im Test.
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