Kill.Switch
Volle Deckung
Namco präsentiert uns in Kill.Switch ein neuartiges Spielprinzip. Entgegen dem gängigen Trend geht es bei diesem Shooter weniger um das Schleichen und im Schatten verstecken wie bei Splinter Cell, ebenso wenig wie um team-basiertes Terroristen-Bekämpfen wie in Rainbow Six oder Socom. Namco setzt vielmehr auf geradlinige klassische Actionkost, sowie das Deckungssuchen hinter Kisten und Containern. Dabei vermag euer virtuelles Alter Ego auch um die Ecke zu schiessen. Ebenso wie in The Getaway könnt ihr die Blindfire-Funktion nutzen, um hinterlistig und ohne zu schauen aus der Deckung heraus zu feuern, allerdings geht eure Trefferquote dann auch in den Keller. Wollt ihr den Gegner schnell ausschalten, könnt ihr alternativ auch ein wenig aus der Deckung hervorkommen und den bösen Buben direkt ins Visier nehmen. Logischerweise seid ihr damit aber auch dem Feuer der anderen Gegner ausgesetzt. Wollt ihr gleich mehrere nahe beieinander stehenden Halunken außer Gefecht setzen, so werft ihr einfach eine Granate hinüber.
Blinde Kuh
Kill.Switch ist ein reinrassiger Actiontitel. Rätsel sind zwar auch enthalten, allerdings nur in einer vereinfachten Variante, die nur wenig mehr als das Finden der Schalter für Türen verlangen. Abwechslung bringen dann solche Aufträge wie das Platzieren von C4-Sprengstoff an kritischen Punkten im obligatorischen Bohrplattform-Level.
Zumindest gibt sich der Titel Mühe, in Sachen Story ein wenig Neues zu bieten, denn gerade bei den aktuellen Shootern wie Socom oder Splinter Cell ist die Story ja meist eher vernachlässigbar und dient lediglich als Mittel zum Aneinanderreihen der verschiedenen Einsatzorte.
Namco lässt euch zu Beginn im Unklaren über Identität und Fähigkeiten eures Hauptcharakters und unterlässt auch, einen Prolog zur Story zu liefern, vielmehr entfaltet sich die Handlung mittels Zwischensequenzen. Rückblenden zeigen euch weitere mysteriöse Details über den unbekannten Supersoldaten und seine Hintergrundgeschichte. Im Verlauf des Spiels lernt ihr eure Figur somit erst kennen.
Euer Held sieht aus, als hätte er sich Solid Snakes Garderobe bedient, Tarnanzug und fette Wumme sind bei diesem hohen Gegneraufkommen aber auch bitter nötig. An Bleispritzen habt ihr übrigens eine reiche Auswahl von Snipergewehren über automatische Waffen bis hin zu durchschlagenden Granatwerfern. Vorsichtig solltet ihr aber auch mit solch reichhaltiger Bewaffnung sein, denn reine Feuerkraft reicht nicht, um die teils listigen Gegnern auszuschalten.
Diese platzieren sich sehr gut, gehen in Deckung wenn ihr auf sie schießt oder versuchen euch von der Flanke aus anzugreifen. Probleme macht dabei ab und an die Kamera. Oftmals werdet ihr von Schüssen getroffen, ohne den Schützen ausmachen zu können, denn manchmal liegt dieser einfach außerhalb eures Sichtfelds auf der Lauer. Dann müsst ihr euch neu positionieren, den Gegner lokalisieren und ihm das Fürchten lehren.
Shoot on Sight!
Kill.Switch kommt mit durchwachsener Optik daher. Zwar sehen Umgebung und Spielfiguren passabel aus, die Texturen wirken jedoch höchst langweilig, und auch die Framerate ist nicht immer stabil. Da hat Namco normalerweise mehr drauf. Die Sounduntermalung kann hingegen schon eher überzeugen. Während die Soundeffekte und Stimmen gefallen können, langweilt die Musik doch recht schnell. Zumindest hat Namco an die immer größer werdende Gemeinde der 16:9 TV Besitzer gedacht und einen entsprechenden Modus integriert. Die 60Hz Option sucht ihr ebenso wie einen Multiplayer-Modus leider vergeblich, das Spiel läuft allerdings in normaler Geschwindigkeit und ohne Balken.
Fazit
Kill.Switch bietet Ballerkost satt. Den Reiz des Spiels machen die Deckungssuche und das Schiessen aus dem Versteck heraus aus. Dabei bleibt das Gameplay recht geradlinig, im Endeffekt müsst ihr immer nur den Ausgang suchen, was sich aufgrund der teils harten Gegner aber nicht immer als leichte Aufgabe erweist. Diese sind nämlich nicht nur intelligent und gut positioniert, sondern versuchen auch euch aus eurem Versteck zu locken, oder stürmen gleich direkt auf euch zu. Wollt ihr einen Haufen Gegner gleichzeitig erledigen und denkt, eine Granate wäre in diesem Fall genau das Richtige, so könnten euch die widerspenstigen Opponenten auch einen Strich durch die Rechnung machen, wenn sie einfach zur Seite springen und eure schöne Granate wirkungslos verpuffen lassen.
Kill.Switch könnte man den fehlenden Tiefgang ankreiden, jedoch will der Titel auch gar nicht in dieselbe Kerbe schlagen, die schon mit Splinter Cell, Metal Gear Solid und Socom gut belegt ist. Vielmehr erinnert Kill.Switch an einen klassischen 2D-Shooter, denn auch hier müsst ihr euch die Positionen und Formationen der Gegner merken und werdet mehrere Anläufe für die Levels brauchen, und auch hier geht es letztendlich nur ums Ballern. Rätselkost und Gimmicks überlässt man da der Konkurrenz. Manch einen mag dies stören, Actionfans kommen allerdings auf ihre Kosten, auch wenn das Spielprinzip schnell eintönig wir. Dafür ist der Titel aber auch in wenigen Stunden durchgespielt, ein wenig mehr Umfang wäre für einen etwaigen Nachfolger daher zu empfehlen. Stealth- und Spec Ops Freunde, die keine Lust auf pures Ballern haben, sollten sich also nach alternativer Kost umschauen.
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