Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wenn in den 90er Jahren jemand seinen Freunden den neuesten Teil von Samurai Showdown, Art of Fighting oder eben The King of Fighters zeigte, dann stand ihnen nicht selten neben Ehrfurcht vor der grandiosen Grafik der Spiele vor allem blanker Neid in den Gesichtern geschrieben. Das lag zum einen daran, dass die Module geradezu sündhaft teuer waren, für ein Spiel musste man damals mehrere hundert DM auf die Ladentheke legen. Aber auch die Spielbarkeit war dank der wuchtigen Joyboards unübertroffen, die Viertel- und Halbkreisbewegungen für die Specialmoves gingen wunderbar flüssig von der Hand. Heute nun werden immer mehr alte Titel erneut auf den Markt geworfen, um Nostalgikern und Retrozockern eine preisgünstige Alternative zu den teuren Originalen zu bieten.
Schon der Auswahlscreen macht klar, dass sich KoF 2002 zumindest was die Zahl der spielbaren Charaktere betrifft kaum hinter aktuellen Prüglern verstecken muss: Zu Anfang stehen 13 Teams mit jeweils 3 Kämpfern aus allen Teilen der Welt zur Verfügung, ein weiteres Team lässt sich im Laufe des Spiels ebenso freischalten wie eine kleine Galerie. Das macht also unterm Strich 42 verschiedene Fighter, alle mit eigenen Specials, Outfits und Sprachsamples. Leider bleiben sie alle etwas blass, denn eine wirkliche Hintergrundgeschichte sucht man vergebens. Auch bei den Spielmodi sieht es im Vergleich zu aktuellen Genrevertretern eher mager aus: Neben einem Singleplayer-Mode, einem Practice-Mode und Challenges wie Time Attack und Survival gibt es nur noch den für die Serie obligatorischen Teamplay-Mode. Darin stellt ihr eine Gruppe von drei Kämpfern zusammen, die dann gegen drei Computergegner antreten.
Geht euer erster Fighter zu Boden, wird mit dem zweiten weitergezockt, bis alle Mitglieder eines Teams geschlagen sind. Ein weiterer Unterschied zu anderen Beat´em-Ups ist, dass ihr vor die Wahl gestellt werdet, welches von zwei Teams ihr im nächsten Match bekämpfen wollt. Auf diese Weise könnt ihr besonders unangenehmen Gegnern einfach aus dem Weg gehen.Damit ihr euch nicht alle Specials merken müsst, könnt ihr jederzeit eine Liste aller Moves für euren jeweiligen Recken einblenden. Zwischen dem Schwierigkeitsgrad bei der Ausführung der Bewegungen und deren Anzahl gibt es von Fighter zu Fighter große Unterschiede, weshalb sowohl Einsteiger als auch echte Profis auf ihre Kosten kommen dürften. Denn während einige Kämpfer schon bei relativ simplen Joypadkommandos mit Feuerbällen um sich werfen, sind andere deutlich schwerer zu beherrschen und benötigen viel Geduld und Können, um die richtigen Combos im richtigen Moment zu verlinken. Das gilt insbesondere für die alles vernichtenden Super Special Moves und die Maximum Super Special Moves: Um sie ausführen zu können, muss euer Held zunächst mit einigen gelungenen Treffern einen Balken auffüllen, der in der unteren linken Ecke eingeblendet wird. Reiht ihr dann die richtigen Viertel- und Halbkreisbewegungen aneinander, könnt ihr euren Gegner mit einer nett animierten Combo ungespitzt in den Boden rammen. An dieser Stelle gibt es allerdings auch einen kleinen Kritikpunkt: Die Moves lassen sich mit dem PS 2-Pad zwar mit einiger Übung ausführen, an die hervorragende Spielbarkeit mit den Joyboards des Neo Geo reicht das Digipad aber nicht ganz heran. Eine Rolle dabei spielt sicher auch, dass KoF 2002 leider nur mit dem Steuerkreuz gespielt werden kann, nicht mit den Analogsticks.
Pixelpower
Es versteht sich wohl von selbst, dass ein 2D-Prügler mit pixeligen Sprites in grafischer Hinsicht nicht an Polygonprotze wie DoAU oder Tekken 5 herankommt. Stattdessen sollte man so fair sein und KoF 2002 mit anderen Vertretern seiner Zunft vergleichen, und dabei weiß sich das Spiel durchaus zu behaupten: Sämtliche Kämpfer sind liebevoll animiert und mit vielen Gesten gezeichnet worden, welche häufig sehr humorvoll ausgefallen sind. Das gilt sowohl für die witzigen Provokationen als auch für die Posen vor und nach einem Kampf.
Die Outfits leuchten in kräftigen Farben und passen perfekt zum Kampfstil des jeweiligen Kämpfers, bei den Specialmoves dagegen sorgen kleinere Feuer-, Eis- und Explosionseffekte für Abwechslung. Die Hintergründe sind eigentlich nicht besonders aufregend, hier fallen lediglich Details wie etwa eine Art 3D-Effekt bei am Himmel schwebenden Ballons oder auch die Tag- und Nachtwechsel positiv auf. Richtig übel sind allerdings die schmucklosen Menüs geraten, die mehr als einmal an seelige DOS-Zeiten erinnern.
Das ist dann selbst für den größten Nostalgiker ein bisschen zuviel Retro. Auch bei der Musik hat man sich leider nicht sonderlich ins Zeug gelegt, hier gibt es lediglich das gewohnt mittelprächtige Gedüdel. Schöner sind da schon die verschiedenen japanischen Sprachsamples, die immer wieder in die Kämpfe eingestreut werden und von den auf die Dauer etwas eintönigen Angriffsschreien bei einfachen Schlägen und Tritten ablenken.
King of Fighters 2002 im Test.
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