Legacy of Kain: Defiance

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Eidos
Entwickler
Eidos
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
16
Legacy of Kain: Defiance [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Ausreichend

Spieleinstieg

Ausreichend

Bedienung

Gut

Legacy of Kain: Defiance

Kain und Abel?

Videospielhelden fristen meist ein trauriges Schicksal: Dank stereotyper Charaktereigenschaften, flachen Hintergrundgeschichten und offensichtlichen Motivationen sind all die Kyas oder auch Tommy Vercettis mehr oder minder austauschbar. Entsprechend ist die Anzahl wirklich erinnerungswürdiger Helden recht kurz. Wirklich rar sind jedoch Spieleserien, die gar mit mehr als nur einem markanten Helden aufwahrten können. Und eben zu einer solchen Serie kann Legacy of Kain gezählt werden, welche mit Defiance nun in die fünfte Runde geht und nebenbei erstmals dem Spieler ermöglicht, abwechselnd in die Haut der beiden hervorstechenden Hauptcharakter Raziel und Kain zu schlüpfen.

Die Hintergrundgeschichte baut dabei direkt auf den letzten Soul Reaver-Teil auf und spinnt somit den ewigen Kampf zwischen dem charismatischen Vampirfürsten Kain und dem seelenverschlingenden Dämonen Raziel weiter. Neulinge der Serie haben es dabei recht schwer, den unzähligen Ingame-Zwischensequenzen folgen zu können, da fast im Sekundentakt Anspielungen aus den Vorgängern auf einen einrieseln und ältere Ereignisse der Serie weder erklärt, noch aufgefrischt werden.

Grafisch setzt Defiance stellenweise neue Maßstäbe.

Doch auch versierte Kain-Anhänger werden ihre liebe Mühe mit der Hintergrundgeschichte haben. Zwar werden euch die Schicksale der beiden Helden häppchenweise in insgesamt dreizehn Kapiteln präsentiert, da jedoch die Handlungen von Raziel und Kain in zwei unterschiedlichen Epochen spielen, ist stetiges Mitdenken gefragt.

Zudem tritt die Handlung in den ersten Kapiteln noch stark auf der Stelle und kommt leider erst gegen Ende richtig in Fahrt. Dafür ist Defiance jedoch bei weitem nicht mehr so Cliffhanger-lastig wie seine Vorgänger und bietet Fans einige lang hinausgezögerte Antworten auf ausstehende Fragen.

Tönen oder nicht tönen!

Das Besondere an den bisherigen Legacy of Kain-Episoden war jedoch nur sekundär die Handlung, sondern eher die Präsentation eben jener. Und auch Defiance macht hier keine Ausnahme, wenngleich die Anzahl der Ingame-Zwischensequenzen leicht zurückgeschraubt wurde, so dass der Titel nicht mehr ganz der interaktive Spielfilm ist, der Soul Reaver 2 war. Die vorhandenen Videoeinspielungen sind jedoch einmal mehr perfekt animiert, geschnitten und vor allem vertont. Entwickler Crystal Dynamics hat erneut ein kleines Meisterwerk mit der Sprachausgabe des Spiels abgeliefert. Die Sprecher geben die Shakespeare-haften Dialoge mit einer solchen Glaubwürdigkeit von sich, dass man ihnen ihre Rollen als Götter, Vampire und Dämonen ohne Zögern abkauft. Dabei ist es egal, ob ihr euch für die deutsche oder englische Sprachausgabe des Multilingual-Titels entscheidet.

Leider ist jedoch nicht die gesamte Akustik auf solch hohem Niveau. Die Musik ist leicht repetitiv und vor allem die Soundeffekte fallen stellenweise stark ab. Man erkennt deutlich, dass Crystal Dynamics für die Schwerthiebe Soundeffekte der alten Episoden wiederverwertet hat und einige der neuen Effekte erinnern beispielsweise frappierend an eine Klospülung. Da kann auch der Dolby ProLogic-Support nur minimal trösten.

Zwei Seiten einer Münze

Wer angesichts der zwei spielbaren Charaktere gehofft hat, mit Defiance würde er eine Kombination aus dem typischen Soul Reaver- und Blood Omen-Gameplay erhalten, dürfte enttäuscht werden. Spielerisch unterscheiden sich die beiden Charaktere nur minimal voneinander, was jedoch auf der positiven Seite in der gleichen Steuerung resultiert.

Egal ob als Raziel oder Kain, die meiste Zeit schnetzelt ihr euch mit dem Soul Reaver, einem magischen Schwert, durch unzählige Gegnerhorden, löst hier und da einfache Rätsel, sucht nach Schlüsseln und triggert eine neue Zwischensequenz, welche die Handlung vorantreibt. Raziels Parts neigen dabei dazu, den Focus etwas stärker auf den Rätselschiene zu legen, während Kain lieber Gegner vermöbelt.

Die Kämpfe wurden dabei von Grund auf neu konzipiert und – Fans der Serie mögen es kaum glauben – machen erstmals in einem Legacy of Kain-Spiel enorm viel Spaß. Mittels leichtem Autotargeting kämpft ihr euch durch teils riesige Gegnerhorden, entfesselt mit einem einfachen Zwei-Knopf-System diverse Kombos, weicht elegant via Dodge Jump aus und greift auf diverse magische Fähigkeiten zurück.

Die Handlung baut spürbar auf den epischen Geschichten derVorgänger auf.

Das Ganze geht dabei sehr schnell und direkt von der Hand und erinnert vom Spielfluss nicht von ungefähr an die Devil May Cry-Reihe. Ebenfalls neu in der Serie sind Raziels und Kains Telekinse-Fähigkeiten, mit denen sich allerlei Schabernack anstellen lassen. Gegner werden gekonnt gegen Speere geschleudern, in Abgründe gestoßen oder einfach nur in die feindliche Feindeshorden gehieven, um sich Zeit zu verschaffen. Das daraus resultierende, gottgleiche Gefühl sorgt nicht nur für einen Plus an Spielspaß, sondern unterstreicht die Prämisse des Spiels in die Haut eines Vampirs oder Dämons zu schlüpfen. Nur einen Nachteil hat das entschlackte Kampfsystem: Wo ihr früher auf allerlei Hieb- und Stichwaffen zurückgreifen konntet und auf Wunsch sogar das Schnetzelwerkzeug eurer Gegner für eure Zwecke missbrauchen konntet, seid ihr in Defiance nur auf den Reaver beschränkt. Echte Abwechslung sucht ihr beim Meucheln also vergeblich.

Nur mit der seelenraubenden Klinge bewaffnet, seid ihr jedoch auch so jedem Gegner überlegen. Zwar steht ihr in Defiance erstmals auch größeren Gegnergruppen gegenüber, dennoch sind die Auseinandersetzungen nur selten anspruchsvoll. Einzig einige Endgegnerkämpfe erfordern es, die Angriffsmuster auswendig zu lernen und entsprechend darauf zu reagieren. Fans des ersten Soul Reaver-Teils können sich übrigens freuen: Defiance bietet erstmals seit langem wieder einen Endgegnerkampf, der mehr als nur schnelle Reaktionen fordert. Solltet ihr widererwartend dennoch einmal das Zeitliche segnen, startet ihr automatisch an den großzügig verteilten Rücksetzpunkten des Spiels. Häufig kann den Kämpfen jedoch direkt ausgewichen werden. Bis auf einige Ausnahmen, wo euch ein magisches Kraftfeld zu den Auseinandersetzungen zwingt, könnt ihr fast immer an euren Widersachern vorbeilaufen.

Seelenraubende Kameraführung

Die zweite große Neuerung von Defiance ist die fest vorgegebene Kamera. Zwar könnt ihr euren Blickwinkel minimal mit dem rechten Analogstick korrigieren, was für einige Rätsel auch von essentieller Bedeutung ist, dennoch folgt ihr Raziel und Kain nun erstmal nicht aus der Verfolgerperspektiv, sondern bekommt das Geschehen je nach Örtlichkeit aus einer festen, cineastischen Kameraperspektive präsentiert. Diese vollrichtet zwar einen ansatzweise ordentlichen Job, sorgt jedoch in den glücklicherweise seltenen Sprungpassagen für echte Wutausbrüche.

Zwar können Raziel und Kain in der Luft gleiten, so dass es theoretisch möglich wäre, gefühlvoll von Plattform zu Plattform zu schweben, da die Kameraposition euch jedoch häufig über die Abstände der Plattformen im Unklaren lässt oder gar überraschend den Kamerawinkel im Flug wechselt, dürftet ihr den Ladescreen nach einem unfreiwilligen Sturz häufiger zu Gesicht bekommen, als euch lieb ist.

Ebenfalls ein Teilresultat der Kameraführung ist die gelegentlich einsetzende Orientierungslosigkeit beim Spieler. Zwar ist Defiance theoretisch recht linear – mit einigen Ausnahmen in den Kapiteln von Raziel – jedoch wisst ihr häufig nicht, wo es als Nächstes hingeht und dank den stetig wechselnden Kameraposition fällt es schwer, sich an den Aufbau der Schlösser und Ruinen zu erinnern, die ihr durchstreift. Eine Karte, die euch bei euren Erkundungen helfen könnte, fehlt.

Sowohl Kain als auch Raziel verfügen über eigene Spezialattacken.

Sokoban lässt grüßen

Weniger Hirnschmalz fordern da die Rätsel des Spiels, welche in ähnlicher Form schon in den Vorgängern Verwendung fanden. So verschiebt ihr immer noch im Akkord Kisten, sucht Schlüssel, um Türen zu öffnen, und wechselt als Raziel in die Totenwelt. Der Dämon kann jederzeit ins minimal unterschiedlich aufgebaute Reich der Geister abtauchen, um so als Spektralwesen durch Gitterstäbe zu gleiten oder sich Veränderung der Levelarchitektur zu Nutze zu machen. Was einst bei Soul Reaver noch innovativ und neu war, hat nun jedoch stark an Glanz verloren und so wirken die meisten Rätseleinlagen schlicht routiniert. Einzig ein bis zwei positive Ausnahme stechen hervor und fordern den Spieler auf, intelligent mit seiner Umgebung zu interagieren.

Zum Anbeißen schön

Diese ist dafür schlicht bombastisch designed. Schon mit Soul Reaver 2 hat Crystal Dynamics eindrucksvoll bewiesen, dass sie die PlayStation2 technisch im Griff haben und auch Defiance verwöhnt das Spielerauge mit hochauflösenden Texturen, sparsam eingesetztem Bump-Mapping und einer meist konstanten Framerate. Zwar geht die Bildwiederholungsrate in einigen Zwischensequenzen und bei einem besonders großen Gegneraufkommen gelegentlich in die Knie, dennoch läuft Defiance meist mit angenehmen fünfzig Bildern pro Sekunde.

Ebenfalls meisterlich sind die Levelarchitektur, sowie die Charaktermodelle selbst ausgefallen. Während ihr durch gothische Bauten marschiert und die mit einem netten Blur-Effekt unterlegte Geisterwelt erkundet, verwöhnen euch Raziel und Kain mit fließenden Animationen und einem hohen Polygoncount. Einzig die gelegentlichen Clippingfehlern, bei denen Teile eures Körpers schon einmal in der Wand verschwinden, trüben den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck.

Vorgeschichte

'Wenn er die Wahl hätte, ein verdorbenes und verkommenes Reich zu regieren, oder die Götter herauszufordern, und damit sein eigenes Schicksal zu ändern...was würde ein König tun? Hat er überhaupt die Wahl? Man kann dem Weg des Schicksals nur folgen, Schritt für Schritt, um den tyrannischen Sternen zu trotzen.' - Kain in Soul Reaver II

Der nachfolgende Text beschreibt die Vorgänge der Vorgänger von Legacy of Kain – Defiance, welche unter anderem für PSone und PlayStation2 erschienen sind. Wer mit dem Gedanken spielt, diese Titel durchspielen, sollte folgende Abschnitte überspringen, da die Hintergrundgeschichte schon seit jeher eine der Hauptmotivationen darstellt, die Titel um Kain und Raziel durchzuspielen. Wem die alte PSone-Grafik abschreckt oder gleich mit dem „besten Teil der Serie“ seinen Einstand in der Legacy of Kain-Welt wagen will, sollte dagegen aufmerksam weiter lesen. Ohne nötiges Hintergrundwissen, wird Defiance schnell zur Odyssee aus unverständlichen Zusammenhängen, Fremdwörtern und obskuren Charakteren.

Legacy of Kain – Blood Omen

Wo man in alten Dorfmythen noch durch einen Vampirbiss zum Untoten avanciert, ist die Geschichte des Blood Omen-Titelhelden Kain um einiges tragischer. Als abenteuerlustiger, jedoch arroganter Edelmann durchstreifte Kain die Länder Nosgoths auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als er schließlich nachts aus einer Taverne eines kleinen Dorfes herausgeschmissen wurde, attackieren ihn mysteriöse Gauner und töten den Edelmann hinterrücks.

In der Unterwelt angelangt, dürstet es der Seele Kains nach einem: Rache! Der Necromant Mortanius offeriert dem rastlosen Kain schließlich die Möglichkeit, wieder in die Welt Nosgoths zurückzukehren, um Rache an seinen Peinigern zu nehmen. Ohne weiter die Konsequenzen seiner Tat zu bedenken, nimmt Kain das Angebot an und kehrt als Vampir in die Welt der Lebenden zurück.

Schon kurze Zeit später realisiert er die Auswirkungen seiner Entscheidung. Menschen fürchten ihn, er sieht sich gezwungen zu töten und sich am Blut der Lebenden zu laben, um zu überleben und sowohl Sonne als auch Wasser, die Quellen seines einstigen Lebens, brennen auf seiner bleichen Haut wie das Fegefeuer, aus dem entstiegen war. Jedoch bringt sein neues Wesen auch neue Kräfte mit sich, welche ihm bei seinem Streben nach Rache helfen und zu einem scheinbar schnellen Ableben der gedungen Mörder führen.

Wie Mortanius jedoch zu berichten weiß, waren diese nur das Werkzeug zu Kains Mord und so begibt sich der einstige Edelmann zu den Säulen von Nosgoth, dem Symbol des Gleichgewichts der mittelalterlichen Welt und dem größtes, magisches Relikt Nosgoths. Dort erfährt Kain von einem Geist namens Ariel, dass die Welt kurz vor ihrer Vernichtung steht. Fünftausend Jahre zuvor wurde sie, die Wächterin des Gleichgewichts, ebenfalls heimtückisch von einem geheimen Zirkel von neun mächtigen Wächtern ermordet. Kain, welcher immer noch an seiner Menschlichkeit festhält, erklärt sich bereit, Ariel bei ihrer Aufgabe, Nosgoth zu retten, zu helfen, zumal diese verspricht, den Fluch der Vampirismus von Kain zu nehmen.

Nach und nach macht sich Kain auf die Suche nach den Wächtern und schaltet einen nach dem anderen aus. Er muss schnell lernen, dass die Wächter hinter einer Organisation namens Sarafan stecken, welche seit einiger Zeit das Land durchstreiftet, um es von der 'Seuche' der Vampire zu befreien, und gerät schließlich unter die Obhut des ältesten, noch lebenden Vampirs Nosgoths, Vorador. Dieser zeigt sich alles andere als glücklich, dass sich Kain in die Angelegenheiten der niederen Menschen mischt und versteht zudem nicht, wie sich Kain ein fürs andere Mal aufopfert, um unbedeutende Menschen vor ihrem sicheren Tod zu retten.

Kain soll erst gegen Ende seines ersten Abenteuers merken, wie viel Weisheit hinter den Worten seines Mentors steckte. Als Kain auf den vorletzten Wächter, Moebius stößt, hat dieser einen Kreuzzug gegen die Vampire begonnen. Die Strassen füllen sich mit dem Blut der Vampire und jeder gefallene Untote wird vom niederen Volk bejubelt. Wie Tiere erfreuten sich die Menschen vor Kain an dem Tod seiner Kameraden und schließlich muss Kain sogar den Tod seines Mentors Vorador miterleben. Als sich schließlich die Dorfbewohnter zusammenschließen, um Kain selbst zu pfählen, lässt der einstige Nobelmann das letzte bisschen Menschlichkeit in sich fallen und tötet die Menschen, die er kurz zuvor noch beschützt hatte.

Als ob dies nicht schon tragisch genug wäre, muss Kain schließlich herausfinden, dass sowohl Ariel als auch Mortanius ihn nur für ihre eigenen Ambitionen missbraucht hatten. Mortanius war es schließlich sogar, welcher den Mord an Kain in Auftrag gegeben hatte. In Blutrausch gestürzt, tötet Kain mit Mortanius den letzten Wächter des Zirkels der Neun und erhebt sich damit selbst zum letzten und einzigen Wächter der Säulen von Nosgoth. Somit liegt es nun an Kain, über das Schicksal Nosgoths zu entscheiden. Wählt er den Freitod, würde mit ihm der letzte Wächter sterben und die Säulen würde wieder in ihre Ursprungsform gebracht werden, so wie es von Ariel geplant war. Von den Ereignissen zuvor überwältigt, entscheidet sich Kain jedoch anders. Da die Menschheit seines Lebens nicht mehr wert ist, beginnt der Vampirfürst einen neuen Kreuzzug durch Nosgoth, um einen Welt zu schaffen, die ihm selbst gerechter erscheint.

Legacy of Kain – Blood Omen II

400 Jahre sind ins Land gestrichen. Kain erwacht geschwächt und mit einer Amnesie in einem Grab. Umah, eine Vampirdame, nimmt sich seiner an und klärt ihn über die Ereignisse der vergangenen zwei Jahrhunderte auf. In seinem Kreuzzug gegen die Menschen und allen voran dem Sarafan-Orden wurde Kain von einem Lord des Ordens besiegt und für Tod geglaubt auf dem Schlachtfeld liegen gelassen. Die Vampire haben sich seiner angenommen und ihn bis zu seiner Wiederauferstehung in der Hauptstadt Nosgoths, Meridian, versteckt.

Als die Jahre verstrichen, wuchs die Macht der Sarafan und sie unterdrückten nach und nach ihre Mitmenschen und begangen einmal mehr mit ihrem brutalen Kreuzzug gegen die Vampiren. Mit Hilfe magischer Glyphen ist es ihnen nun jedoch erstmals möglich, Vampire von weitem zu erspähen und auszuschalten. Umah bittet Kain, sich der Cabal, einer Widerstandsgruppe der Vampire, anzuschließen und mit ihr gegen die Sarafan und ihren Lord zu kämpfen.

Kain, erneut von Rachegelüsten getrieben, schließt sich Umah an und macht sich zunächst auf die Cabal zu treffen. Endlich im Hauptquartier der Cabal angekommen, trifft Kain auf den Anführer der letzten verbleibenden Vampire, dem todgeglaubten Vorador. Bevor sich die alten Freunde jedoch über das unverhoffte Wiedersehen freuen können, stört ein verwunderter Vampir das Treffen und berichtet von der Gefangenennahme von Umah durch die Sarafan, als diese gerade eine geheime Anlage der Kreuzritter ausspionierte und angeblich etwas Wichtiges entdeckte. Aus Sorge, dass Umah den Sarafan von Kains Wiedergeburt berichten könnte, macht sich der Vampirfürst in die Festung seiner Feinde auf, um sie zu befreien.

Über einen Geheimweg und den Leichnam eines abtrünnigen Vampirs gelangt Kain in die Hort seiner Feinde, in dessen Turm er die inhaftierte Umah findet. Diese weigert sich jedoch auch nach ihrer Befreiung standhaft Kain über das von ihre Entdeckung zu informieren, so dass sich beide auf den Weg machen, die Festung zu verlassen, als sie auf den Sarafan-Lord stoßen, der Kain zweihundert Jahre zuvor geschlagen hat. Mit Kains altem Schwert, dem Soul Reaver, macht sich der Lord daran, beide zu attackieren und nur durch Umahs Teleportationsfähigkeit gelingt dem Duo die Flucht.

Wieder im Versteck der Cabal zurückgekehrt, berichtet Umah Kain und Vorador von ihrem Fund. Die Sarafane nutzen im industriellen Viertel von Meridian eine Nexus Stein, um ein gigantisches Teleportationsgerät in Gang zu setzen. Eben aufgrund jenes Nexussteins konnte der Sarafan-Lord 200 Jahre zuvor Kain schlagen, obgleich dieser den Soul Reaver in Besitz hatte - eine Waffe, die den Träger normalerweise Unsterblichkeit garantierte. Kain schwört, den Nexus an sich zu bringen und den Sarafanlord zu töten.

Im Industriegebiet angelangt, wird Kain von Sebastian, einem alten Krieggefährten konfrontiert. Dessen Ableben verschafft ihn dabei Zugang zur mysteriösen Maschine der Sarafan, welche für Kain weit mehr darzustellen scheint, als ein einfaches Teleportationsgerät. Nachdem er den Nexusstein an sich genommen hat, beginnt das Gebäude jedoch in sich zusammenzufallen und Kain erwacht einmal mehr in den geheimen Räumen der Cabal. Vorador erklärt ihm, dass er durch die Explosion in Ohnmacht gefallen sei und ihn einige Vampire gerettet hatten. Als Kain von der Maschine der Sarafan berichtet, verweist ihn Vorador an Seers - einem Wesen, welches Älter ist als Vorador selbst, und welches ihm vielleicht verraten könnte, wofür die Maschine dient.

Seers weigert sich bei ihrem Aufeinandertreffen jedoch, Kain Genaueres über die Maschine der Sarafan zu berichten. Sie teilt ihm nur mit, dass die echte Maschine seit Äonen unter Meridian schläft und unbedingt zerstört werden muss, wenn Nosgoth gerettet werden soll. Bevor Kain weiter nachfragen kann, tauchen die Sarafane beim Versteck von Seers auf und setzen es in Brand, um Kain darin zu verbrennen. Seers rettet Kain, indem sie ihn in letzter Sekunde aus dem brennenden Gebäude teleportiert - direkt zum Eingang der mysteriösen Maschine.

Dort findet Kain eine eingesperrte Kreatur vor, welche über ihr Leid klagt. Vor Äonen wurde sie hier von den Erbauern der Maschine gefangen genommen, um ihr als Energiequelle zu dienen. Zudem erfährt Kain, dass er das Gerät nur mit Hilfe seiner Erbauer vernichten kann, da es kilometerweit in die Tiefe reicht. Als sich Kain nach den Erbauern erkundigt, verweist ihn die Kreatur auf das Gefängnis der Ewigkeit, welches Kain schon Jahrhunderte zuvor selbst entdeckt hatte. Hier würde er den Erbauer finden, welcher dort für seine Sünden ewige Buße tun würde.

Leider sind die Wächter des Verließ alles andere als erfreut von Kains Besuch, sollen doch die Inhaftierten hier ungestört unter Qualen über ihre Verbrechen gegenüber den Göttern nachdenken, so dass sich der Vampirfürst zum inhaftierten Erbauer durchkämpfen muss. Dieser willigt dann auch beim Zusammentreffen sogleich ein, Kain alles über die Maschine zu verraten, sofern dieser nur endlich sein Leiden beendet.

Der Erbauer berichtet Kain von einem großen Krieg zweier Rassen Äonen zuvor. Eine dieser Rassen gelang es, eine Kreatur zu fangen, welche mit nur einem einzigen Gedanken töten konnte. Um diese Macht gegen ihre Feinde einsetzen zu können, erschuf der Erbauer ein gigantisches Gerät, welches eben diese Fähigkeiten fokussiert, so dass man mit einem Wimpernschlag den kompletten Planeten von seinen Feinden hätte befreien können. Doch bevor man die Maschine in Gang setzen konnte, wurde der Erbauer in das Gefängnis gesperrt und die Angehörigen seiner Spezies in ein unbekanntes und doch grausames Exil geschickt.

Kain realisiert, dass der Sarafan-Lord die Maschine dazu nutzen will, um sich endgültig seiner „Vampirplage“ zu entledigen. Die einzige Möglichkeit das Gerät zu vernichten, ist die Kreatur, die es antreibt zu vernichten. Hierfür benötigt er jedoch das Blut des Erbauers, wie dieser ihm berichtet, welches Kain nur allzu willig nimmt.

Von der Kreatur, welche ihm zuvor ins Gefängnis geschickt hat, erfährt Kain schließlich den Aufenthaltsort des Wesens, welches den wirklichen Kern der Maschine darstellt. Zudem klärt das Wesen ihn über die wahre Macht hinter den Sarafan auf. Diese wären nur Spielbälle der Hylden - getarnte Wesen zu denen auch der Lord der Sarafan gehört. Kain macht sich zum Kern der Maschine auf, wo er das gesuchte Wesen findet. Einige Tropfen des Erbauerbluts töten das obskure Wesen und setzen die Selbstzerstörung der Maschine in Gang.

Vom Kern zurück, findet Kain anstelle des inhaftiertes Wesen eine geflügeltes Kreatur, welches sich als Vampirfürst Janos Audron, dem angebliche Ursprung der Vampirismus, vorstellt. Die Hylden hatten sein Blut dazu genutzt, das mächtige Gerät mit Energie zu versorgen und er war über die Jahre zu einem Monster verkommen. Erst die Vernichtung der Maschine hatte sein altes Ich wiederhergestellt.

Janos erklärt Kain, wie Jahrtausende zuvor Vampire die Götter Nosgoths waren. Doch die Hylden, jene Wesen, welche die Sarafane unterwandert haben, hatten sich ihnen entgegengestellt und einen Tausend Jahre andauernden Krieg entfesselt. Es gelang den Vampiren am Ende zwar die Hylden zu verbannen, jedoch seien sie nun zurückgekehrt und planen, die letzten verbleibenden Vampire ein für alle Mal auszulöschen und die Herrschaft Nosgoths an sich zu reißen.

Grund für die überraschende Rückkehr der Hylden sei dabei Kains Weigerung gewesen, sich zum Wohle der Säulen von Nosgoth zu opfern. Dies hat einen Spalt in den Dimensionen erzeugt, mit denen der jetzige Lord der Sarafan, sowie einige andere Hylden zurückkehren konnten. Zudem erfährt Kain über einen Plan der Hylden, mit Hilfe eines Tors die restlichen Angehörigen ihrer Rasse nach Nosgoth zu bringen. Kain und Audron brechen auf, um mit Vorador einen Plan aufzustellen, die Hylden-Invasion zu beenden.

Da das geheime Lager der Hylden über ein Schutzschild verfügt, können die Vampire keinen direkten Angriff riskieren und schicken deshalb Kain vor, um das wahre Hauptquartier seiner Gegner zu infiltrieren und die magische Barriere auszuschalten, so dass man einen Großangriff starten könnte. Doch bevor Kain zur Stadt aufbrechen kann, wird er von Umah verraten. Diese glaubt, dass nach dem Tod des Sarafan Lord Kain selbst Jagd auf jeden Vampir machen würde, der ihm gefährlich werden könnte und er nicht besser sei als die Hylden. Bevor Kain reagieren, nimmt Umah den Nexus an sich und flieht vor Kain, nur um wenig später von ihm verwundet vor einem Sarafan-Ritter vorgefunden zu werden. Kain entledigt sich des Kreuzritters und nimmt den Stein zurück. Jedoch nicht bevor er Umah für ihren Verrat tötet.

Versteckt in einem Kriegsschiff schmuggelt sich Kain in die Festung der Hylden ein, wo es zu einer Auseinandersetzung mit dem Sarafan Lord kommt, welche Kain dank des Nexus für sich entscheiden kann, ohne den getarnten Hylden wirklich auszuschalten. Kurze Zeit später gelingt es ihm zudem, den Schutzschild der Festung auszuschalten. Zusammen mit Janos Audron und Vorador machen sich die Drei auf, das Dimensionstor der Hylden zu vernichten.

Der Sarafan Lord kann sie jedoch überraschen und verletzt den ungeschützten Vorador, sowie Janos Audron mit dem Soul Reaver. Kain muss alleine vorangehen, um mit dem Nexus das Dimensionstor zu schließen. Dort angelangt, kommt es zu einem finalen Kampf zwischen Kain und den Sarafan Lord, welche mit einer Patt-Situation endet. Entweder gefährdet Kain sein Leben und wirft den Nexus in das Dimensionstor, um es zu schließen, oder er bleibt unter dem Schutz des Nexus, gefährdet jedoch ganz Nosgoth, indem er den Hylden ihre Rückkehr ermöglicht. Kain entscheidet sich diesmal für das Wohle Nosgoths und wirft den Stein in das Tor.

Bevor der Sarafan Lord Kain für diese Tat töten kann, taucht Janos Audron auf und befiehlt dem Hyldenlord in sein Exil zurückzukehren. Der Lord der Sarafan fragt, mit welchem Recht die Alten Vampire seine Rasse verbannt haben, woraufhin Audron im mitteilt, dass dies die gerechte Strafe für den Blutfluch gewesen sein, welchen sie den Vampiren auferlegt hätten.

Ein Kampf zwischen Janos Audron und dem Sarafan Lord entbrennt, wobei es Audron gelingt, dem Hylden den Soul Reaver aus der Hand zu schlagen. Im Gegenzug wirft der Sarafan Lord den alten Vampirfürsten jedoch in das Dimensionstor, welches gerade dabei ist, sich zu schließen. Kain nutzt die Gunst der Stunde, nimmt den Reaver und schlachtet den nun wehrlosen Hylden ab. Doch nicht bevor dieser ihm versichert, dass die Hylden zurückkehren werden. Kain bricht erneut auf, Nosgoth zu erobern.

Legacy of Kain – Soul Reaver

Weitere 600 Jahre sind verstrichen. Nosgoth ist zu einem toten Land verkommen, welches von Kain und seinen Vampirleutnants Raziel, Turel, Dumah, Rahab, Zephon und Melchiah reagiert wird. Kain hat dabei über die Jahre immer mehr von seiner Menschlichkeit verloren und ist wurde von Jahrhundert zu Jahrhundert immer gottgleicher. Seine Leutnants sind Kains Transformationen dabei immer einige Jahre später gefolgt. Bis eines Tages Raziels dem Rat der Vampire mit zwei neu gewachsenen Flügeln gegenübertritt. Kain zeigt sich von diesem „Fortschritt“ alles andere als begeistert und reißt Raziel die Flügel aus und lässt seinen Leutnant in den See der Toten werfen, wo er einen Jahrhunderte andauernden, qualvollen Tod stirbt, um im Reich der Toten aufzuwachen. Sein Körper wurde vom Wasser, welches wie Säure auf seinen vampirischen Körper gewirkt hat, zerfressen und sein Gesicht ist durch den Fall komplett entstellt.

Fazit

Eins muss man Entwickler Crystal Dynamics lassen: Kaum ein anderes Team versteht es so konsequent, auf die Kritikpunkte ihrer Spiele einzugehen und sie in den Nachfolgern auszubügeln. Entsprechend ist Legacy of Kain: Defiance das bisher beste Abenteuer von Kain und Raziel. Endlich machen die Kämpfe Spaß, und zwar richtig, Leerläufe, bei denen ihr durch leblose Gänge marschiert, gehören dank dichtem Gegnervorkommen auch der Vergangenheit an, Zwischensequenzen lassen sich nun wahlweise abbrechen und die Balance zwischen Spielelementen und den erzählerischen Parts fällt deutlich homogener aus. Mit der bombastischen Grafik und gewohnt hochwertigen Sprachausgabe kann dabei auch der technische Bereich fast restlos überzeugen. Und dennoch reicht es nicht ganz zum Award? Hierfür fehlt es Defiance schlicht an wirklich, neuen Elementen. Das bestehende Konzept wurde zwar weiter verbessert, Fans der Serie sehen sich nun zum fünften Mal mit denselben Rätseln, denselben Gegenden und demselben Spielverlauf konfrontiert. Wieder besucht ihr Dungeons, um euren Reaver mit der Kraft der Elemente zu füllen, wieder hört ihr die Charakterriege über das unvermeidliche Schicksal philosophieren, ohne anfangs wirklich Näheres zu erfahren, und wieder springt ihr als Raziel im Akkord zwischen Geisterwelt und Realität hin und her, um ungeahnte Höhen zu erreichen. Nach dem fünften Aufguss schmeckt selbst der beste Tee etwas fad. Neulinge haben dagegen stark mit der komplexen Hintergrundgeschichte zu kämpfen. Wer nicht von Beginn an bei der Geburt des Vampirlords Kain oder seinen gefallenen Sohn Raziel dabei war, wird noch schwerer dem wirklich epischen Handlungsverlauf folgen können als Fans der ersten Stunde. Anhänger der Serie, die nach Soul Reaver II immer noch nicht genug von Crystal Dynamics Höllenfürsten haben, können dennoch bedenkenlos zugreifen: Defiance ist fesselnd wie kein Legacy of Kain-Titel zuvor, nur echte Neuerungen sollte niemand erwarten. 

Legacy of Kain: Defiance [PS2 , Justgamers]

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