Gesamtwertung72%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Es ist wieder soweit: Der finale 'Star Wars'-Streifen 'Episode III: Die Rache der Sith' kommt Ende des Monats in unsere Kinos. Man muss kein Prophet sein um zu wissen, dass damit erneut eine ganze Welle an lizensierten Umsetzungen für den PC und die Konsolen über uns Zocker hereinbrechen wird. Lego Star Wars - Das Videospiel sticht aber schon jetzt aus der Masse heraus, denn zum einen ist hier bereits die dritte Episode spielbar, zum anderen wurde das komplette 'Star Wars'-Umfeld in Lego nachgebaut. Ob das Spiel aber wirklich mehr ist als eine bloße Kuriosität am Rande, erfahrt ihr in unserem Test.
Auch im Zeitalter von PC- und Videospielen kommt kaum ein Kleinkind an den kultigen Legosteinen vorbei. Fans, Sammler und Bastler sorgen dafür, dass die originalgetreuen Nachbauten sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Und so dachten sich die Jungs von Traveller´s Tale, man könnte doch einfach mal ein Videospiel im typischen Lego-Look entwickeln. Gesagt, getan. Das Ergebnis ist ein simples Action-Adventure im 'Star Wars'-Universum mit vielen genoppten Steinchen und einer extragroßen Portion Humor.
Ausgangspunkt für die Streifzüge durchs virtuelle Legoland ist Dexter´s Cantina. Hier finden sich eine Reihe von Türen, hinter denen sich die einzelnen Stages verbergen, in die die drei neueren 'Star Wars'-Episoden eingeteilt wurden. Begonnen wird also mit der Infiltrierung der Handelsföderation, auch die restlichen Abschnitte orientieren sich eng an den Filmvorlagen. Ihr trefft auf Gleichgesinnte wie den nervtötenden Jar Jar Binks und die energische Königin Amidala. Zwischen den Levels wird die Story mit witzigen Filmsequenzen weitererzählt. Statt den üblichen Filmschnipseln erwartet euch aber auch hier wie im restlichen Spiel der Lego-Look - außerdem stellen sich die Jedi-Ritter bei der Rettung der Welt reichlich blöd an, was zu einigen äußerst amüsanten Situationen führt.
Die 17 Stages sind sehr übersichtlich und gradlinig aufgebaut, die meiste Zeit über zerlegt ihr die gegnerischen Droiden mit dem Lichtschwert in handliche Legoteilchen, reflektiert in alter Manier Blasterschüsse und nutzt die Macht zur Interaktion mit den vielen Schaltern und Steinen, die sich überall befinden. Auf diese Weise bringt ihr nicht nur Panzer zum Explodieren und Brücken zum Einsturz, sondern ihr eröffnet euch auch neue Wege zu versteckten Items. Dabei gibt es viel zu entdecken, denn in jedem Level sind Einzelteile eines schmucken Lego-Gefährts versteckt, das nach dem Auffinden der Bausteine zusammengesetzt und im Hof vor Dexter´s Cantina geparkt wird. Zudem sammelt ihr silberne und goldene Klötzchen ein, die euch als Währung dienen, um beim Barmann kleinere und größere Goodies wie etwa viel zu große Blaster, Bärte oder Unverwundbarkeit für eure Truppe zu erstehen oder weitere Männchen aus Lego freizuschalten, die dann die Kantine bevölkern. Neben dem Pod-Rennen aus der ersten Episode fand auch der Angriff auf Coruscant zu Beginn der dritten den Weg ins Spiel und sorgt für zusätzliche Abwechslung vom harten Hüpf-Alltag.
Damit ihr jedes Level in Ruhe nach Extras absuchen könnt, gibt es den 'Freeplay'-Modus. Hier könnt ihr den Abschnitt nochmals mit anderen Charakteren in Angriff nehmen, die ihr zuvor freigespielt habt. Das ist auch notwendig, wenn ihr alle Bauteile haben wollt, denn die anderen Figuren verfügen zwar nicht über die Macht, haben aber andere Spezialfertigkeiten: Roboter können elektronisch gesicherte Türen öffnen, Jar Jar Binks ist ein Meister im Hochsprung und Königin Amidala hat einen Enterhaken, mit dem sie entlegene Stellen erreichen kann. Leider ist die Steuerung nicht immer sehr präzise, die Figuren rutschen bei Sprüngen oft von den Kanten des Blocks ab, auf dem sie eigentlich landen sollen.
Da ihr aber fast immer genügend Zeit für einen weiteren Versuch habt und das Spiel auch ansonsten sehr leicht ist, kann man das verschmerzen. Ihr seid übrigens immer zu zweit unterwegs, ein Kumpel kann sich also jederzeit ins laufende Spiel einklinken und den zweiten Mann übernehmen, der sonst von einer nicht gerade intelligenten KI gesteuert wird.
Grafisch präsentiert sich Lego Star Wars sehr solide. Die Explosionen bringen Farbe ins Bild, die Hintergründe sind angenehm detailreich und die Animationen der einzelnen Legomännchen mit ihren stummeligen Beinchen sind schon irgendwie putzig. Leider bleibt die Kamera immer auf eure Helden zentriert und lässt sich nicht schwenken oder verstellen, so dass ihr schonmal den einen oder anderen Schuss eines Gegners außerhalb des sichtbaren Bereichs hinnehmen müsst. Dafür sorgen die Zwischensequenzen für Lacher: Es sieht einfach ungemein sylish aus, wenn dutzende von Lego-Robotern wie im Film zur Massenschlacht im Gleichschritt aufmaschieren oder wenn Raumschiffe aus Lego majestätisch durchs All gleiten, untermalt von der bombastischen 'Star Wars'-Hymne.
Auch die Mimik der Figuren kann voll überzeugen, Obi Wan stellt sich manchmal so furchtbar dämlich an, dass der genervte Ausdruck auf dem Gesicht seines Meisters einfach witzig ist. Soundtechnisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich, das Summen der Lichtschwerter und die gewohnt wuchtigen Melodien lassen wie immer echte 'Star Wars'-Atmosphäre aufkommen.
Lego Star Wars - Das Videospiel im Test.
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