Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Der überaus erfolgreiche japanische Entwickler Capcom bietet neben den Dauerläufern Resident Evil, Street Fighter und Breath of Fire auch eine weitere Spiele-Reihe, bei welcher selbst eingefleischte Fans langsam den Überblick verlieren. Schon seit 16 Jahren läuft, hüpft und ballert der blaue Bomber durch seitlich scrollende Levels und wischt mit immer neuen Endgegnern den Boden. Die Rede ist selbstverständlich von Mega Man. Ob der neueste Teil der Reihe spielerisch überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Review...
Blue Bomber: Missing in Action!
Mega Man X 7 ist also die siebte Episode der X-Reihe, welche neben dem Ur-Mega Man, der hier als X auftritt, auch seinen Kollegen Zero als Protagonisten vorzuweisen hat. Gleichzeitig ist dies der erste Besuch der Mega Männer auf der PS2. Die Story beginnt jedoch zunächst einmal mit einem neuen Charakter namens Axl, der ebenso wie Zero und Mega Man ein Reploid ist. Dieses sind künstliche Wesen, die primär dem Zwecke des Jagens von Mavericks dienen, bösen Vertretern der künstlichen Lebensform. Im Endeffekt handelt es sich bei der Story des Titels wieder einmal um das altbekannte Schema Gut gegen Böse. Wer dabei welche Seite vertritt bleibt jedoch wie immer eine Sache des Standpunktes. Axl jedenfalls ist ein ehemaliger Gefolgsmann von Red, dem Chef der konkurrierenden Red Alert Truppe. Da beide Parteien den kleinen Racker Axl auf ihrer Seite haben möchten, einigt man sich auf ein Duell, welches aber unsinnigerweise so aussieht, dass ihr in Form von Axl, Zero oder X acht Boss-Gegner und ihre Schergen antreten müsst.
Mit harten Bandagen...
Bevor ihr allerdings loslegen dürft, müsst ihr die in diesen Zeilen bereits angedeuteten Hintergründe der Story komplett über euch ergehen lassen, womit wir schon bei einem der Mankos des Spiels wären. Die Zwischensequenzen lassen sich nämlich nicht abbrechen. Diese sehen mit ihrem Comic-Stil zwar nett aus, die abstruse Story, die sich wahrscheinlich nur Fans der Reihe vollkommen offenbart, nervt aber schon, noch bevor es richtig losgegangen ist. Zudem müsst ihr auch noch erst einmal ein Mini-Level spielen, in welchem Axl und sein späterer Partner Zero aufeinander treffen.
Habt ihr die Zwischensequenzen hinter euch gebracht, dürft ihr dann endlich ein Team aus den drei verfügbaren Charakteren Axl, Zero und X wählen, wobei X erst im Laufe des Spiels anwählbar wird. Im Gegensatz zu anderen Plattform-Spielen, dürft ihr euch die Reihenfolge der Levels selbst aussuchen, an deren Ende immer ein fieser Obermotz auf eine ordentliche Abreibung wartet. So macht ihr euch also auf, um in den von links nach rechts scrollenden Stages Gegner zu zerbröseln und gefangene Reploiden zu befreien, die euch zum Dank wertvolle Power-Ups schenken. Axl verfügt über eine Projektilwaffe am Arm, Zero hat sein grünes Laserschwert eingepackt. Wann immer ihr wollt könnt ihr zwischen den beiden Charakteren hin- und herwechseln, stirbt jedoch einer der beiden müsst ihr das Level komplett von vorn beginnen. Die Möglichkeit des Wechselns werdet ihr sehr oft nutzen müssen, denn einige der Sprung-Passagen sind nur mit Zeros Doppelsprung zu schaffen, an anderer Stelle braucht ihr dafür die hohe Reichweite von Axls Projektilwaffe.
Ganz nach klassischer Fasson besitzt ihr nur drei mickrige Leben, geht ihr komplett drauf und fangt noch mal von vorne an müsst ihr zudem auch wieder sämtliche Dialoge über euch ergehen lassen, was angesichts des knackigen Schwierigkeitsgrades schon des Öfteren vorkommen wird. Mega Man X 7 ist nämlich eines der schwereren Spiele der westlichen Videospielwelt. Sind die Level mit ein wenig Training noch gut zu schaffen, sieht es bei den Bossen ganz anders aus. Diese sind nur mit wohlüberlegter Taktik und dem Einsatz der richtigen Waffe klein zu kriegen. Neue Waffen erhaltet ihr allerdings erst, wenn ihr einen der Bosse besiegt. Macht euch also auf einige harte Gefechte und blutige Feuerdaumen gefasst. Zwischendurch dürft ihr aber auch mal in flinken Gleitern oder schwerbewaffneten Kampfrobotern Platz nehmen.
Die dritte Dimension!
In Sachen Optik gibt es eine wichtige Neuigkeit zu vermelden, denn erstmals präsentiert sich ein Ableger der X-Reihe in feinstem 3D. Dank Cel Shading-mässiger Optik weiss die Transformation zu gefallen, die Level-Abschnitte in denen euch die Kamera allerdings von hinten einfängt können schon nervig werden, denn dort den Überblick zu behalten ist nicht immer einfach. Die Passagen mit dem klassischen 2D Gameplay, und der 3D Optik, sind spielerisch am wertvollsten und machen auch am meisten Spaß. Design-mässig fällt der Titel ebenfalls angenehm auf, die Hauptfiguren sehen, ebenso wie die Gegner und die Umgebungen, ansprechend aus, lediglich einige der Boss-Gegner wirken leicht abstrus. Technisch gesehen gibt es Licht und Schatten, denn wenn wirklich sehr viel auf dem Schirm los ist, geht die Engine auch schon mal in die Knie und wird spürbar langsamer. Zumindest kann die Pal-Umsetzung mit 60Hz-Modus und deutschen Untertiteln punkten. Die Sprachausgabe ist in Englisch und passabel, wenn auch nicht herausragend, ausgefallen. Der Soundtrack ist ebenso wie das Gameplay retro-mässig ausgefallen, rockige Rhythmen dominieren das Klangbild.
Insgesamt ein Titel für Mega Man Fans, dank der Möglichkeit die Charaktere mitten im Level zu wechseln kommt zumindest eine frische taktische Note in das Gameplay. Neueinsteiger sollten viel Geduld mitbringen, wer aber bereits Viewtiful Joe etwas abgewinnen konnte, wird auch mit Mega Man glücklich werden können.
Mega Man X7 im Test.
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