Metroid Prime

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Retro Studios Inc.
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
-
Metroid Prime [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

93%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Metroid Prime

Ein neuer Auftrag

Zu Beginn des Spiels erhält die Kopfgeldjägerin Samus Aran einen neuen gefährlichen Auftrag von der Föderation, welchen sie selbstverständlich gleich entgegennimmt. Ihre Mission beginnt auf einem Frachter, welcher verlassen durch die unendlichen Weiten des Weltalls treibt und scheinbar keinerlei Anzeichen menschlichen Lebens besitzt. Dort soll sie die mysteriösen Umstände aufklären, welche zu dem katastrophalen Zustand der Fregatte geführt haben. Schnell bemerkt sie, dass sich an Bord des Raumschiffs allerlei Grauenvolles abgespielt haben muss, denn getötete Wesen sowie jede Menge an benutzten Forschungseinrichtungen zeugen von nicht ganz alltäglichen Vorkommnissen und lassen genügend Raum für einige schreckliche Vorahnungen offen. Nach eingehenden Untersuchungen findet Samus entscheidende Hinweise, welche allesamt auf den Planeten Tallon IV verweisen, wodurch sich die Kopfgeldjägerin natürlich gleich auf den Weg zu dem unbekannten Sternensystem macht. Das Abenteuer kann beginnen…

Kopfgeldjäger haben es schwer

Aller Anfang ist schwer, das muss auch der Spieler in der Rolle von Samus Aran zu Beginn des Abenteuers am eigenen Leib erfahren. Nach dem kurzen Abstecher auf der verlassenen Weltraumfregatte funktionieren die Waffensysteme von Samus nicht mehr vollständig, so dass sie bei ihrer Ankunft auf Tallon IV ihren Widersachern relativ hilflos gegenübersteht. In genau diesem Punkt liegt der Reiz von Metroid Prime, denn kaum ein anderes Spiel konnte mit einem solch ausgeklügelten und motivierenden Belohnungssystem überzeugen. In den verwinkelten Welten von Tallon IV sieht sich der Spieler oftmals einer großen Auswahl an Wegen gegenüber, welche unsere Heldin zum Weiterkommen betreten muss. Allerdings sind dazu in den meisten Fällen spezielle Fähigkeiten notwendig, welche die sichtbare Passage dem Spieler auch wirklich zugänglich machen. So können Plattformen in zu großer Höhe liegen, Türen nur mit speziellen Waffen oder Items geöffnet werden oder der Weg ist durch bislang unüberwindbare Hindernisse versperrt. Somit kann man bereits von Anfang an erahnen, welch große Ausmaße die verschiedenen Abschnitte und Welten von Tallon IV besitzen, ohne einen Großteil davon bereits erkunden zu können.

Nach jedem größeren Abschnitt oder nach dem Bezwingen eines Endgegners erhält Samus eine neue Fähigkeit, welche ihr eine Unmenge an neuen Korridoren und Levelabschnitten eröffnet, in denen sie sich weitere Hinweise auf die geheimnisvollen Vorkommnisse auf dem Planeten erhofft. Der Spieler betritt also nicht ein Level nach dem anderen, sondern ist gezwungen, in den stets miteinander verbundenen Welten hin- und herzureisen, da der Spielablauf ziemlich non-linear aufgebaut ist und man nicht selten mehrere Möglichkeiten zum Vorankommen besitzt. Das stetige Zurückgehen in bereits besuchte Gegenden mag sich auf den ersten Blick zwar monoton und nicht sonderlich herausfordernd anhören, ist aber die eigentliche Stärke des Titels. Durch ein genial ausgeklügeltes Leveldesign ist der Spieler stets gewillt weiter zu spielen, und altbekannte Sätze wie „nur noch einen Abschnitt, dann hör ich aber endlich auf“ dürften jedem Käufer bereits nach wenigen Stunden Spielzeit durch den Kopf gehen.

Nachdenken ist angesagt

Wer Metroid Prime aufgrund von Screenshots allerdings für einen waschechten Egoshooter hält, der liegt leider ziemlich falsch. Zwar spielt das ganze Geschehen bis auf wenige Ausnahmen in einer Ego-Perspektive, unterscheidet sich vom Gameplay aber deutlich von anderen Titeln. Allein die Tatsache, dass Gegner per Lock-On System anvisiert werden und zudem gleichzeitiges Bewegen und Zielen nicht möglich ist, zeigt, dass Metroid Prime sich einer ganz anderen Spielmechanik als konventionelle Egoshooter bedient. Zwar sind gelegentliche Schießereien durchaus vorhanden, ohne die richtige Strategie steht man aber spätestens bei einem der originell designten Endgegner vor einem mächtigen Problem. Metroid Prime setzt den Schwerpunkt eindeutig auf die Erkundung und Erforschung der fantasievollen Welten von Tallon IV, spielerisches Geschick und eine gehörige Portion Nachdenken sind bei den vielen kleinen Rätseln und regelmäßig auftretenden Sprungpassagen zudem vital für ein erfolgreiches Weiterkommen. Damit der Spieler bei den zahllosen Arealen und Korridoren nicht den Überblick verliert, hat man sich zudem ein absolut hilfreiches und beinahe revolutionäres Kartensystem einfallen lassen, welches durch stufenloses Scrollen und Zoomen eine echte Unterstützung für die richtige Koordination der Spielfigur darstellt.

Sehen, Hören und einfach nur Staunen

Was die Entwickler der texanischen Retro Studios aus technischer Sicht auf die Beine gestellt haben, wirkt auf den ersten Blick fast schon außerirdisch. Die fantasievollen Welten von Tallon IV sind absolut überzeugend designt und können anhand der Reise durch eisige Welten, heiße Vulkangebiete und verlassene Ruinen vergangener Kulturen auch einiges an Abwechslung bieten. Zum hohen Wiedererkennungswert tragen auch die exzellenten Texturen bei, welche von ihrer grafischen Qualität wohl ohne Probleme an jeden aktuellen Titel auf dem Markt heranreichen. Neben einem absolut flüssigen Spielablauf, genial inszenierten Gegnern, einer hohen Weitsicht und einem unnachahmlichen Leveldesign sind wohl vor allem auch die vielen kleinen Details nennenswert, welche die Entwickler in das Spiel integriert haben und dieses so einzigartig machen. So wurden zum Beispiel nicht nur täuschend echt aussehende Wettereffekte eingefügt, diese wirken sich auch auf die Sicht unserer Heldin aus. Schaut man bei strömendem Regen gen Himmel, so schlagen sich vereinzelt Wassertropfen auf ihrem Visier nieder, während dieses bei hohen Temperaturen auch schon einmal beschlägt oder nach diversen Tauchgängen langsam das Wasser daran herunter läuft. Es gibt eine Unmenge an solch feinen Effekten, welche den Spieler immer wieder in Erstaunen versetzen und zeigen, wie viel Liebe und Leidenschaft die Programmierer von Retro und Nintendo in die Entwicklung des Spiels gesteckt haben.

Ähnlich lobenswert ist die Musik, welche einmal mehr von Altmeister Kenji Yamamoto inszeniert wurde. Zwar können die einzelnen Melodien von ihrer Art her nicht mit orchestralen Kompositionen großer Rollenspiele verglichen werden, sie erzeugen aber immer eine unnachahmliche und stets der jeweiligen Situation angepassten Atmosphäre. Hinzu kommen eine überzeugende Auswahl und passende Platzierung an diversen Soundeffekten, und neben der meiner Auffassung nach genialen Titelmelodie ertönen sämtliche Tracks des Spiels in lupenreinem Dolby Pro Logic II, die passende technische Ausrüstung natürlich vorausgesetzt.

Fazit

Metroid Prime ist ein weiteres Beispiel dafür, wie perfekt man zweidimensionales Gameplay auf die dritte Dimension portieren kann, ohne dass dabei etwas von dem ursprünglichen Gameplay und dessen Charme verloren geht. Nintendo tat dies in Zusammenarbeit mit den Retro Studios auf eine unvergleichliche Art und Weise und konnte mit Metroid Prime ein Spiel schaffen, welches von der Qualität an solch große Klassiker wie Super Mario 64 oder The Legend of Zelda: The Ocarina of Time heranreicht. Dabei wurde die Spielmechanik der früheren Teil komplett beibehalten, wer also früher bereits gerne Super Metroid auf dem SNES gespielt hat, braucht sich einen Kauf gar nicht erst lange überlegen. Aber auch Spielern, die bisher noch nicht mit der Geschichte der Kopfgeldjägerin Samus Aran in Kontakt gekommen sind, möchten wir Metroid Prime unbedingt wärmstens empfehlen, da dieser Titel ohne Zweifel ein Meilenstein in der Videospielhistorie darstellt. Selten konnte ein Spiel so motivieren, was nicht zuletzt an einem grandiosen Leveldesign, einer fantastischen Atmosphäre und an dem zeitlosen Gameplay liegt. Gepaart mit einer überwältigen technischen Inszenierung, einer interessanten Hintergrundgeschichte und auch einem ansprechenden Umfang ergibt sich ein Erlebnis, dem sich wohl nur die wenigsten Spieler entziehen werden können. Metroid Prime ist nach unserer Auffassung der Kaufgrund für den Nintendo GameCube schlechthin und zählt bereits jetzt zu einem ganz heißen Anwärter auf den Titel „Spiel des Jahres“. Unbedingt zugreifen!

Metroid Prime [PS2 , Justgamers]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?

Copyright © 2007 Next Idea GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Copyright © 2007 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten.