Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Keiner schautt so böse, wie Bad Mike. Wenn der eingeölte Muskelberg den Ring betritt, sind die Zuschauerränge gefüllt und die Fernsehsender streiten sich um die Übertragungsrechte. Aber nicht wegen seinen überragenden Fähigkeiten als Boxer, sondern eher, weil jeder darauf wartet, dass Tyson wieder ausflippt. Daraus macht der Skandalboxer auch kein Geheimnis und präsentiert sich gerne als der ohrabbeisende K.O.-Schläger ohne Manieren. Das mag einem nun gefallen oder nicht, aber Tyson ist trotz seiner technischen Schwächen und mangelhaften Umgangsformen, oder vielleicht gerade deswegen, ein Star. Nun hat Codemasters dem Box-Rüpel ein Spiel auf den durchtrainierten Leib geschneidert, in dem er natürlich der Star ist.
Die Poweranzeige dagegen zeigt, wie viel Kraft dein Boxer noch hat. Ein Schlag mit voller Poweranzeige setzt dem Gegner natürlich mehr zu, als ein Schlag mit geringer Power. Hat man zuviel Power verloren, kann man diese durch geschicktes Abducken, Ausweichen sich wieder Aufladen und dem Gegner, durch seine eigenen Fehlschläge, Power abziehen. Doch die ganze Kunst wird euch nichts helfen, denn früher oder später werdet ihr die Matte küssen. Genau dann kommt das Aufstehspiel zum tragen: Mit flinken Fingern müsst ihr auf vorgegebene und ständig wechselnde Tasten hämmern, um eine Poweranzeige in einer begrenzten Zeit hoch zu treiben. Wenn der Spieler dann wieder oben steht, kann es trotzdem passieren, dass man den Kampf verliert, denn es gibt noch ein weiteres wichtiges Detail, welches über Sieg oder Niederlage entscheidet: Verletzungen. Hier gibt es drei Stufen: Gesichtsprellung, Gesichtswunde und Gesicht kritisch. Hat man zuviel eingesteckt, bricht der Schiedsrichter den Kampf ab. Falls keiner der beiden Kontrahenten K.O. geht, entscheiden die Schiedsrichter nach Punkten. Auch dafür gibt es eine Anzeige auf dem Bildschirm.
Wer seine neuen Techniken ausprobieren möchte, darf vor einem richtigen Kampf mit Mike Tyson persönlich ins Sparring gehen und somit etwas trainieren. Zum Austoben bietet sich ein breites Feld und dies nicht nur durch die 16 unterschiedlichen Boxer, sondern auch durch die verschiedenen Modis. Da gibt es den Schaukampf, der den Arcademodus darstellen soll. Im Geschwindigkeitsboxen, lässt man die Fäuste nicht nur gegen die Gegner, sondern auch gegen die Uhr fliegen. Dies kann man am ehesten mit einem Zeitrennen vergleichen. Der Titelkampf bildet so gesehen das Herzstück des Spiels, in dem man, wie der Name schon sagt, um den Titel kämpft. Hierauf sollte sich die Motivation eines jeden Kämpfers richten.
Durch das Spielen all dieser Modis erhält der Konsument Preisgelder, Erfahrungspunkte oder Freischaltungen von Upgrades. Wer nun einen akzeptablen Boxer hochgeprügelt hat und im Spiel keinen respektablen Gegner mehr findet, kann einen Freund einladen, der sich auch einen Kämpfer auf seiner eigenen Memory Card gezüchtet hat und kann dann per Option Gastboxer gegen ihn antreten. Kommt euch das Prinzip bekannt vor? Genau! 'Pokemon für Erwachsene...
Leider wirken die Animationen irgendwie plump und abgehackt und bei manchen Spielern könnte das Gefühl aufkommen, dass der Bewegungsradius doch stark eingeschränkt ist. Einen ordentlichen Trainingsmodus gibt es auch nicht, wie z.B. bei Tekken Tag Tournement. Aber alles in allem, überwiegen die guten Seiten und somit dürften die Box-Fans auf ihre Kosten kommen. Etwas kurios wirkt bloß, dass Mike Tyson in dem Spiel als eine Art Überkämpfer dargestellt wird, obwohl seine Auftritte und sein unsportliches Gehabe höchstens einen Wert für die Klatschpresse hätte...
Mike Tyson - Heavyweight Boxing im Test.
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