Mortal Kombat: Deception

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Midway Home Entertaiment Inc.
Entwickler
Midway Home Entertaiment Inc.
Erscheinungsdatum
-
Genre
Kampf
USK
18
Mortal Kombat: Deception [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

89%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Mortal Kombat: Deception

Shang Tsung, Sub-Zero und Scorpion sind wieder da und bereit für das nächste „Mortal Kombat“. Midway hat sich nach dem erstaunlich guten „MK: Deadly Alliance“ an die weitere Optimierung der Reihe gemacht und bringt nun pünktlich zur besinnlichen Vorweihnachtszeit eine frische Schlachtplatte auf den Tisch, die mit neuen Kämpfern, Fatalities und Harakiris überzeugen will. Ob die neueste Inkarnation den Vorgänger vielleicht sogar noch übertreffen kann, erfahrt ihr, wenn ihr euch unser Review reinzieht...

Schnell, wir brauchen einen Arzt!

Die „Mortal Kombat“-Reihe ist berühmt-berüchtigt. Bereits zu seeligen 16-Bit-Zeiten sorgten die Titel für Panik und Ärger bei Eltern und Jugendschützern. Damals war das Ganze noch in simplem 2D gehalten, die Figuren waren krude digitalisiert worden und stießen kaum verständliche Kampfschreie aus.

Auch hinkte die 16-Bit Umsetzung dem Spielhallenoriginal in Sachen Technik hinterher, aber für die Zocker war das Spiel dennoch ein Muss, auch wenn das simple Metzel-Spielprinzip nicht annähernd an die Tiefe von „Street Fighter 2“ heran kam.

Der Reiz basierte anscheinend einerseits auf dem Übertreten der Grenzen des guten Geschmacks, andererseits auf den expliziten, makabren Gewaltdarstellungen. Besorgte Elternverbände sahen in dem digitalen Blutgericht eine Gefahr für die seelische Gesundheit der Kinder. Damals wie heute galt: MK gehört nicht in Kinderhände, sondern sollte erwachsenen Zockern vorbehalten bleiben.

In 'MK: Deception' ist es eure Aufgabe, den fiesen Dragon King Onaga, der die Welt und das Universum bedroht, zur Strecke zu bringen. Nichts Neues also an der Böse-Buben-Front, die Fighter der Finsternis sind einfallslos wie immer.

Nähere Details zur Vorgeschichte erfahrt ihr im Full-Motion-Vorspann, der euch auch das Ende des Donnergottes Raiden zeigt. Hier erhaltet ihr auch schon einmal einen Vorgeschmack auf die Kampfkünste und die schuppige Drachenpanzerung des Königs der Drachen, der selbstverständlich zunächst seine besten Krieger gegen euch schickt, und wahrscheinlich solange in seinem kuscheligen Wohnzimmer auf euch wartet.

Die Stages in MKD sind wirklich abgedreht ausgefallen. So kämpft ihr auf hohen Plateaus, von denen es nur 300 m tief runter geht, in ein Feld von Speerspitzen. Auf einer sonnigen Insel fühlt ihr euch noch an „Dead or Alive“ erinnert mit entspannter Musik und „Bacardi-Feeling“, doch vom einen Moment zum anderen wechselt die Szenerie und ihr seid in Outworld, die Sonne weicht der Finsternis und die Palmen sind jetzt gefräßige Schlangen, die euch nur zu gerne mal probieren möchten.

Midway hat die Stages wirklich ansprechend designt und auch mit Details nicht gegeizt; in vielen Stages könnt ihr die Umgebung zum Malträtieren eurer Gegner nutzen. So lassen sich Opponenten in tödliche Fallen schubsen oder von Dächern metertief hinunter stürzen. Das kann natürlich auch euch passieren, also immer schön vorsichtig.

In manchen Stages könnt ihr euch herumliegende Waffen schnappen und damit den Gegner verdreschen, auch wenn diese eigentlich überflüssig sind, da ihr mit drei verschiedenen Kampfstilen eigentlich genügend schlagkräftige Argumente haben solltet.

Jeder Kämpfer verfügt über ein großes Repertoire an Schlagtechniken und kann überdies auch auf spezifische Waffen wie Schwerter oder Schlagstöcke zurück greifen.

Mit im Kampf gewonnen MK-Münzen dürft ihr euch dann Renderfilmchen, Artworks und weitere Goodies im virtuellen Friedhofsladen kaufen.

Wem die Keilerei gegen den Computer zu monoton werden sollte, der kann sich die Zeit auch mit Online-Matches gegen menschliche Gegenspieler vertreiben oder sich einen Freund vor die Flimmerkiste dazu holen.

Weiterhin bietet der Titel auch die Möglichkeit das Mortal Kombat Universum in einem Adventure zu durchstreifen. Ähnlich wie bei „Soul Calibur“, müsst ihr durch die Welt ziehen und gegen Opponenten und Lehrer kämpfen.

Blutkonserven en masse, bitte!

Die Grafik präsentiert sich sehr gut, die Charaktere sind allesamt anständig designt und animiert, die Arenen gefallen mit durchdachten Details und Hintergrundanimation.

Die Todesfallen bringen Überraschung und Pep ins Spiel und der Wechsel der Ebenen ist nicht nur spielerisch interessant ausgefallen, sondern auch grafisch. Midway sparte auch nicht an der High End-Zusatzausstattung und bietet dem technophilen Spieler einen 60 Hz- und 16:9-Modus.

Der Sound weiß mit realistischen Waffen- und Umgebungsgeräuschen und Kampfschreien zu gefallen, könnte jedoch mehr Räumlichkeit, auch ohne Dolby Pro Logic II, entfalten. Immerhin kann die Steuerung hier Bonuspunkte einfahren, die Kontrolle über die Kämpfer fällt leicht, auch wenn wir uns gewünscht hätten die Fatalities auf Knopfdruck abrufen zu können, statt sie für jeden Charakter neu zu lernen.

Wem das Gemetzel zu langweilig wird, der findet auf der Disc noch Zeit vertreibende Minispielchen. Bei einer Runde „Mortal Kombat“-Schach lässt es sich entspannen, ein Knobelspiel im Tetris-Style bietet weitere Abwechslung.

Fazit

Wie sich die Zeiten doch ändern! Musste man für das Super Nintendo-Modul damals noch 160 Deutsche Mark auf die Theke des Warenhauses legen (das Importspiel lag preislich sogar noch höher), reichen heutzutage gerade mal 55 Euro. Dafür gibt es dann heute auch eine Menge mehr Spielspass als damals, und auch die Präsentation ist entsprechend gefälliger ausgefallen, von viel besserer Grafik und Sound ganz zu schweigen. Am Spielprinzip hat sich dagegen wenig getan, im Endeffekt geht es immer noch mehr ums Schnetzeln und den Gore-Faktor als um das Gameplay, das hinter Genrevertretern wie der „Soul Calibur“- oder der „Tekken“-Reihe zurücksteht, aber dennoch durchdacht ist und schon den Anspruch erhebt, ein gehobenes Kampfsystem zu haben. Es fehlt zwar noch der letzte Schliff, man ist aber auf einem sehr guten Weg. Im Gegensatz zu früheren MKs überzeugt das Spiel auch mit den verschiedenen Kampfstilen, Kombos und Handling. Und weil die Entwickler genau wissen, was abseits des Gameplays noch wichtig ist, wurden neben einer Menge Fatalities, Death Traps und Harakiris auch spaßige Minispielchen samt Mehrspielermodus implementiert. Der Extra-Content und der Online-Modus runden das Paket ab. Negativ aufgefallen sind uns nur die etwas nervigen Ladezeiten und der teils heftige Schwierigkeitsgrad, der in höheren Stufen schon mal zu „Pad-Bissen“ führen kann. MK-Fans können also beruhigt zugreifen, zumal Grafik und Sound auch wieder sehr gut ausfallen, aber auch für diese gelten die Jugendschutzbestimmungen, die in diesem Fall durchaus sinnvoll sind. Der Titel hat ein USK-18-Rating, dieser Empfehlung können wir uns nur anschließen, 'MK: Deception' gehört nicht in Kinderhände.

Mortal Kombat: Deception [PS2 , Justgamers]

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