Gesamtwertung79%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
All das erfahren wir im hervorragenden Renderintro, welches für sich alleine schon ausgereicht haben wird, die schwarze Liste der USK zu füllen. Ein abgetrennter Kopf und ein herausgerissenes Rückgrat samt Schädel sorgen mit den superben Kampfanimationen für echtes MK-Feeling. Während die geschnittene deutsche Version schon hier der Zensur unterliegt erfreuen sich Spieler in Österreich und Schweiz der ungeschnittenen Variante, welche sich auch bei uns im Testlabor befand. In dieser dürfen auch die Fatalities in voller Schönheit genossen werden, bei welchen ansonsten nur die Sounds zu hören sind.
Ist das Intro verdaut, geht es ab in Goros Höhle, wo Raiden Liu und Kung die Grundzüge des Multi-Directional Kombat Systems näher bringt. Ellenlange Combos, Juggles und Spezialattacken gehen in den atmosphärischen 3D-Umgebungen locker von der Hand und machen den Vorgängern alle Ehre. Feste Kamerawinkel garantieren in Verbindung mit strikt festgelegten Laufwegen ständige Übersicht über das Geschehen und rücken interessante Objekte ins rechte Licht. Wer die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen möchte, kann stellenweise in den Panoramamodus wechseln oder den rechten Stick für kleine Schwenks gebrauchen.
Ein guter Blick auf die Umgebung ist für ein Weiterkommen unerlässlich, müssen räumliche Gegebenheiten doch ständig miteinbezogen werden. Der Vorsprung ist nicht zu erreichen, weil darunter böse Stacheln stehen? Kein Problem. Einfach einen Gegner auf die Spitzen geworfen und schon hat man eine feste Standfläche. Eine hungriger Baum versperrt den Weg? Fix einen Gegner zum Fraß vorgeworfen und schon geht es weiter. Die Liste derartiger Einfälle geht vom rasiermesserscharfen Ventilator an der Ecke, über Fleischerhaken, bis hin zu Säurebädern.
Purzelnde Köpfe en masse, längs der Wirbelsäule halbierte Körper, Trennung von Ober- und Unterkörper Die Textur der Schnittstelle ist richtig gut und erinnert an ein saftiges Rumpsteak oder einfach nur komplette Zerstückelungen. Kurzum: Ein Fest für Mitarbeiter der unabhängigen Selbstkontrolle.
Gleich bleibt in beiden Fällen, dass getötete Feinde Erfahrungspunkte bringen. Je höher dabei die Anzahl kontinuierlich erfolgter Treffer, desto höher die Ausbeute. Eingetauscht werden die EP im Pausenmenü gegen neue Angriffe, Combos und Würfe, die dem Gemetzel wesentlich mehr Stil verleihen.
Ebenso deutlich überzeichnet und daher nicht ganz ernst zu nehmen, sind die legendären Fatalities. Fachgerechte Enthauptung, Seitfallzieher mit dem Kopf als Fußballersatz und schon zerspringt der noch schwankende Körper in zahlreiche Einzelteile. Besonders einfallsreich ist Kung Laos Fatality Freundlicher Hase. Hier zaubert Kung aus seinem Hut einen niedlichen Hasen hervor und präsentiert ihn stolz dem staunenden Gegner. Dessen Verwunderung wandelt sich spätestens mit Kungs Angriff in Entsetzen, da dieser den Hasen als lebendigen Knüppel gebraucht. Ob so was wirklich sein muss?
Fatalities sind auch der einzige Weg, die Endgegner in den mehrstufigen Kämpfen über den Jordan zu schicken. Bevor es Reptile an den Kragen gehen kann, muss seine Schlange dran glauben, Kitana trumpft im Kampfverlauf gleich mit Jade und Mileena als Mitkämpfer auf und Sub-Zero hat einige feurige Überraschungen im Gepäck. Ist die Herausforderung überstanden, gibt es zusätzliche Fähigkeiten für den Schützling, darunter Wandlauf, Doppelsprung und die Möglichkeit, an Stangen zu schwingen, damit vorher unerreichbare Gebiete erforscht werden können.
Nicht minder wirkungsvoll präsentieren sich die Mutalities und Brutalities. Mit ersterer Variante entledigt man sich gleich mehrerer Gegner auf einmal. Stets schön blutig, versteht sich. Bei den Brutalities wird der Spieler selbst zum Akteur und dezimiert mit der Kraft eines wild gewordenen Berserkers im Rauschzustand die Meute.
Neben den üblichen Artworks, Entwicklerbildern und Renderfilmchen sind aber noch weitaus interessantere Dinge zu finden: Zwei zusätzliche Charaktere für den Singleplayer-Modus nebst weiteren Arenen und Charakteren für die Multiplayervariante. Leider dürfen sich im Arena-Modus lediglich zwei menschliche Spieler in 3D-Umgebungen die Fäuste um die Ohren hauen. CPU-Spieler können nicht zugeschaltet werden. Mehr Spaß macht da schon der separate Koop-Modus mit seinen Team-Manövern und den zusätzlichen Boni, die Singles verborgen bleiben. Bedauerlicherweise kann bei einem bestehenden Einzelspieler-Speicherstand kein zweiter Mitspieler einsteigen. Hier schafft nur ein kompletter Neuanfang der Storyline Abhilfe.
Ein optisches Meisterwerk ist Shaolin Monks zwar nicht, punktet aber besonders durch die sehr stimmungsvollen Umgebungen mit vielen fiesen Details. Dennoch ist es unverständlich, warum bei jedem Bildschirmwechsel geladen werden muss. Immerhin dienen diese Ladezeiten normalerweise als Rücksetzpunkte, die die Zeit zum nächsten Speicherpunkt an sich großzügig über die Outworld verteilt noch erträglicher machen.
Je nach Systemeinstellung der PS2 tönt englische oder deutsche Sprachausgabe aus den Lautsprechern, auf Wunsch im feinsten Surroundsound. Die berühmten Aussprüche Mortal Kombat und Fatality erzeugen Gänsehaut wie eh und je und bilden mit den überzeugenden Kampfsounds und minimalistischen Klängen im Hintergrund eine ordentliche Klangkulisse.