Myst III Exil

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Presto Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
-
Myst III Exil [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Myst III Exil

Die Einleitung

Als Spieler, der weder den ersten noch den zweiten Teil der Myst-Reihe gespielt hat, ist es am Anfang der Geschichte ein wenig schwierig, den eigentlichen Handlungskern und die vertretenen Personen zu überblicken. Namen und Orte sind fremd und man benötigt eine gewisse Spielzeit, um das Geschehene in Zusammenhang mit dem Jetzt des Spiels zu bringen. Glücklicherweise wird die Geschichte innerhalb des Spiels mit Videosequenzen und einer Art Tagebuch, das man sich im Laufe der Zeit zusammensucht, erzählt. Doch nun zum Anfang! Zu Beginn des Spiels wird von einem gewissen „Artur“, der auch schon aus den beiden Vorgängerteilen bekannt ist, berichtet. Jener Artur ist der Erschaffer einer mystischen Welt, die er durch das Schreiben eines Buches Stück für Stück „Wirklichkeit“ werden ließ lässt. Es entstehen Welten voller Geheimnisse samt eigener Geschichte und Bewohner, in die man durch bloße Berührung des entsprechenden Buches eintauchen kann.

Nach dem Niedergang der aus Myst I erschaffenen Welt macht sich jener Artur zur Aufgabe, eine neue bessere Welt durch schreiben zu erschaffen und seine Träume zu verwirklichen. Nachdem er seine Arbeit vollendete, kommt Ihr ins Spiel. Als man gerade zu Besuch bei jenem Autor und Familie weilt, passiert das Unglück. Eine diebische Kreatur namens „Saavedro“ (ebenfalls ein schon aus den Vorgängern bekannte Figur) dringt in das Haus der Gastgeber ein, um sich das neue Werk Arturs, das Buch (die Welt) „Releeshen“, unter den Nagel zu reißen und sich so an den Söhnen Arturs, Sirrus und Achenar, die er für den Niedergang seiner Welt verantwortlich sein sollen, zu bestrafen. Natürlich entkommt der Finsterling vor euren Augen und entschwindet samt „Releeshen“ auf die Insel „J’nanin“. Nun ist die Sache klar, denn als guter Freund „Arturs“ obliegt nun euch die Aufgabe „Saavedro“ auf seiner Flucht zu verfolgen und seinen böswilligen Plan zu durchkreuzen. Als Spieler, der weder den ersten noch den zweiten Teil der Myst-Reihe gespielt hat, ist es am Anfang der Geschichte ein wenig schwierig, den eigentlichen Handlungskern und die vertretenen Personen zu überblicken. Namen und Orte sind fremd und man benötigt eine gewisse Spielzeit, um das Geschehene in Zusammenhang mit dem Jetzt des Spiels zu bringen.

Die Orte

J’nanin

Ausgangspunkt für eure Jagd auf „Saavedro“ ist die Insel J’nanin, blauer Himmel, eine steinige Küste und die stoßzahnähnlichen Türme zieren das Erscheinungsbild der vermeintlichen Idylle. Hier gilt es sich langsam auf die kommenden Anforderungen einzustellen und die Zugänge zu den anderen Welten zu öffnen. Zu diesem Zweck sind die Rätsel hier noch von relativ einfacher Natur und beruhen zumeist auf logischen Verbindungen wie der Mechanik oder das Finden und richtige Ordnen von Symbolen. So sieht man sich beispielsweise mit der Aufgabe konfrontiert, einen Aufzug in Gang zu setzen oder einen Lichtstrahl weiterzuleiten. Die Türme stellen jeweils das Tor in ein anderes Zeitalter dar, die alle nach und nach bereist werden müssen, um “Releeshen„ wieder ein Stück näher zu kommen.

Edanna

Edanna präsentiert sich als der flora- und faunareichste Ort in Myst III, er besteht im Grunde aus einem riesigen Baum, der nach innen gewachsen ist (hört sich verwirrend an, ist aber so). Überall sind in Licht getauchte und vom Nebel umschlungene Blumen, Sträucher und Tiere zu finden. An jeder Ecke entdeckt man eine neue vorher noch nicht gesehen Pflanzenart und so ist es auch nicht verwunderlich das auf dieser Insel die Rätsel meist irgendwie in Zusammenhang mit der Tier- und Pflanzenwelt oder mit Licht stehen, wie z.B. einen Vogel aus den Fängen einer fleischfressenden Pflanze befreien oder Lichtstrahlen auf bestimmte Pflanzen zu richten. So schön die Umgebung und die Atmosphäre auf dieser Insel auch sein mag man sollte nicht den Blick für das wesentliche verlieren, nicht nur das sich die Beschreibung des nach innen gewachsen Baums verwirrend anhört, nein er ist es auch, schnell kann man mal die eine oder andere Abzweigung oder benutzbaren Gegenstand übersehen.

Voltaic

Wie der Name schon sagt, ist dies die Insel auf der die Technik vorherrscht. Felsengänge, Rohre und Maschinen stehen hier im Mittelpunkt und dies nicht nur in Sachen Grafik, sondern auf die Rätsel sind entsprechend technisch angelegt. Es geht durch dunkle Gänge, Lüftungsschächte und gar ganze Turbinen. Um hier seinem Ziel näher zu kommen, heißt es mehrere einzelne Gerätschaften wie z.B. die erwähnte Turbine in Gang zu bringen oder eine Schalttafel zusammenzusetzen, deren Zusammenwirken wiederum einen größeren Mechanismus zum Funktionieren bringen usw.

Amateria

Amateria ist die Insel, auf der sich alles um Bewegung und Gleichgewicht dreht und so sieht sie dann auch aus. Fast das gesamte Level ist aus sechskantigen (hexagonalen, ähnlich einer Bienenwabe) steinigen Bodenelementen zusammengesetzt und von Laufbahnen für eine Kugel überbaut. Die Hauptaufgabe hier ist es, eine Waage ins Gleichgewicht zu bringen, um somit der Kugel einen freien Lauf zu ermöglichen. Natürlich ist dies hier stark vereinfacht ausgedrückt, denn dieses Rätsel ist nicht von schlechten Eltern, und mit purem Ausprobieren ist es hier nicht getan. Mathematische Logik ist hier gefragt.

Narayan

Hat man in den vorangegangenen Orte alle Symbole, Bücher und Storyschnipsel aufgespürt, ist es Zeit, die Finale Welt Narayan zu betreten. Hier erwartet euch neben dem Finalrätsel, das es wirklich nicht zu unterschätzen ist, auch die Komplettierung der Geschichte die mittels Videosequenzen präsentiert wird. Allzu viel will ich aber an dieser Stelle hierzu nicht verraten, da das Spiel auf vier verschieden Varianten enden kann. Nochmaliges Spielen lohnt sich also in jedem Fall und dies hat unter Genrevertretern wirklich Seltenheitswert.

Bedienung und Optionen

Die Steuerung in Myst III ist simpel angelegt und dürfte keinerlei Fingerakrobatik abverlangen. Die Sicht ist ausschließlich in der Egoperspektive verfügbar, mittels Stick ist es möglich sich um 360 Grad zu drehen und auch nach oben und unten zu blicken. Ein Handsymbol in der Mitte des Bildschirms zeigt, beim darüber ziehen benutzbare oder aufnehmbare Gegenstände an. Normalerweise bleibt die Hand in der Mitte des Bildschirms, drückt man die O-Taste so ist es möglich sie frei über den ganzen Schirm zu bewegen. In dem unteren Palbalken werden alle Inventargegenstände und ein Speichersymbol übersichtlich angezeigt. Mittels druck auf die X-Taste bewegt man sich, sofern möglich, einen Bildschirm weiter vorwärts. Allerdings sollte man öfter mal genauer hinsehen da es oft Wege gibt die bei einem flüchtigen nicht sofort als solche erkennbar sind. Zusätzlich ist auf der Scheibe noch ein Trailer zu Myst III Exil sowie ein Myst-Quiz anwählbar.

Grafik und Sound

Sowohl Grafik als auch Sound sind zugegebener Maßen neben den harten Rätselnüssen das absolute Highlight dieses Spiels. Angefangen mit den im Spiel auftauchenden Protagonisten, die alle samt von Schauspielern dargestellt werden, über mit viel Liebe zu Detail gestalteten Szenarien bis hin zu wirklich sehr atmosphärischen Klängen. Animationen gibt es leider nicht allzu viele zu sehen, da sich die meisten Grafiken auf Landschaftsaufnahmen beschränken, aber solche sie man zu Gesicht bekommt wie z.B. in Gang gesetzte Maschinen oder Personen und Tiere denen man hier und da begegnet sind durchaus gelungen und hinterlassen meist ein freudiges Lächeln auf den Lippen. Die Texturen sind detailreich und sauber gearbeitet, ehrlich gesagt schaut man nicht nur gerne hin, sondern alles macht einen stimmigen Eindruck, der immer von der passenden Hintergrundmusik unterstrichen wird. Die Geräuschkulisse macht ebenso einen starken Eindruck und man wird stellenweise förmlich von ihr umschlungen, dies ist aber auch wichtig da sich bestimmte Rätselpassagen ohne ein genaues Hinhören gar nicht erst lösen lassen. Was soviel heißt wie bestimmte Töne müssen erkannt und wiedergegeben werden.

Fazit

Myst III Exil ist wirklich nichts für Freunde von einfachen Rätseln, dafür ist der Schwierigkeitgrad einfach zu hoch! Nicht, das es kaum lösbar wäre, aber mit kurz mal reinlegen und sich berieseln lassen ist es hier nicht getan. Zu dem ist der Zeitaufwand für das eine oder andere Rätsel nicht zu unterschätzen ist. Was mir wirklich gut gefallen hat, ist die dichte Atmosphäre, die der Titel besitzt. Die grafischen und technischen Komponenten kommen hier definitiv nicht zu kurz, außerdem ist wirklich alles wirklich sehr stimmig angelegt und weiß dem Spieler einen Hauch von Mystik zu vermitteln. Einzig die eigentliche Geschichte war für meinen Geschmack ein wenig zu dünn und anfänglich ein bisschen zu verwirrend angelegt. Zwar werden im Laufe des Spiels die Verhältnisse aufgeklärt, aber ich werde das Gefühl nicht los, das, hätte ich die beiden Vorgängerteile gespielt, die Geschichte ergiebiger gewesen wäre. Tja, alles in allem kann man wohl sagen, wer Zeit und Lust hat seine grauen Zellen zu beanspruchen und obendrein auch etwas für Auge und Ohr haben möchte, kann bedenkenlos zugreifen.

Myst III Exil [PS2 , Justgamers]

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