NBA Street v3

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
NBA Street v3 [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

NBA Street v3

Mit NBA Street v3 bringt EA Big in kürzester Zeit nach NFL und FIFA den dritten Sporttitel mit dem Zusatz „Street“ auf den Markt. Ob die kleinen Geschwister ihren großen Brüdern das Wasser reichen können, erfahrt ihr in unserem Test...

Höher, schneller, weiter!

Schon in der Vergangenheit hat die Tochterfirma von Electronic Arts, EA BIG, mit Ablegern wie SSX 3 bewiesen, dass man durchaus in der Lage ist, auch weniger realistische Sportgames auf dem Konsolenmarkt erfolgreich zu etablieren. Anders als bei herkömmlichen Basketball-Titeln, kämpft ihr bei der „Street“-Variante in Form von 3-Mann Teams um die Vorherrschaft auf den Courts. Dabei werden die physikalischen Grundgesetze von Mutter Natur ein wenig außen vor gelassen, um die Sportler in ungeahnte Höhen springen lassen zu können. So hat man beim Dunk genügend Zeit, den Ball mit möglichst vielen atemberaubenden Verrenkungen in den Korb zu preschen. Bei solch einem Anblick werden selbst kritische Hobby-Physiker unter den Zockern ein Auge zudrücken und die Gravitation einfach mal Gravitation sein lassen.

Zur Freude der Spieler haben sich die Entwickler die Kritiken des Vorgängers zu Herzen genommen und ein wirklich nerviges Feature entfernt: So hat es der computergesteuerte Gegner bislang immer wieder auf unerklärliche Weise geschafft, selbst den höchsten Rückstand auf zwei bis drei Punkte zu verkürzen. Viele werden jetzt vermutlich aufstöhnen und sich gerne daran erinnern, dass so ein ähnliches „Nervtötungs-Feature“ auch beim Rennspiel Need for Speed: Underground vorhanden ist. Stattdessen kann man nun einfach den Schwierigkeitsgrad im Optionsmenü selbst einstellen.Doch kommen wir zu der wichtigsten Erweiterung in NBA Street v3, dem brandneuen „Trick-Stick“. Mit seiner Hilfe wird das Repertoire eurer ohnehin schon ratzevollen Trickkiste noch einmal um ein paar Kunststücke aufgestockt. Um die ganz simplen Moves auszuführen, müsst ihr lediglich den rechten Stick in eine der acht verschiedenen Richtungen bewegen und schon fuchtelt euer Spieler mit der orangefarbenen Kugel herum. Habt ihr den Trick erfolgreich ausgeführt, ohne den Ball zu verlieren oder quer über den Platz zu jagen, werdet ihr mit „Trick-Points“ belohnt, die wiederum eure „Gameer- Skala“ füllen. Unter Umständen kann das allerdings ein wenig dauern, wenn ihr den Basketball nur auf dem spielerisch unteren Niveau hin und her dribbelt. Deshalb können zusätzlich die Schulter-Tasten gedrückt werden, um richtig stylische Bewegungen zu vollenden, welche teilweise an dance-Einlagen erinnern und euch die wichtigen Bigpoints einfahren.

Ist der Gameer gefüllt, geht’s ans Eingemachte: Gespickt mit einer handvoll filigraner Mid-Air-Tricks und bis zu zwei Passweitergaben an eure Mitspieler, kassiert ihr mit diesem Monsterdunk gleich zwei Punkte, wobei dem Gegner ein Zähler abgerechnet wird.

Pimp up my Court!

Fast hätten wir doch glatt die wichtigste Spielkomponente von NBA Street v3 vergessen, nämlich den Court. Ohne ihn müssten unsere zwei Meter Riesen sonst die Mülltonnen aus der Nachbarschaft als Pseudo-Körbe umfunktionieren, was wohl für eine leicht gereizte Stimmung sorgen würde.

Deshalb könnt ihr stattdessen eurer kreativen Ader freien Lauf lassen, denn die Jungs von EA haben euch die Möglichkeit eingeräumt, euch im „Court Creator“ auszutoben. Und dort ist echte Handarbeit gefragt, denn was sich dort alles einstellen lässt, um den individuellen Basketballplatz zu kreieren, ist vom Allerfeinsten. Neben Details wie zum Beispiel dem Material, aus dem das Korbnetz bestehen soll, kann man sich sogar aussuchen, in welcher Gegend euer Platz zu Hause ist, sei es auf einem Schulhof oder Industriegelände im „Westside“- oder „Eastside“-Ambiente. Insgesamt also quasi eine Art Tuning-Werkstatt für euer Spielfeld.

Auch bei diesem Spiel der Street-Serie gibt es wieder eine Art „Karriere-Modus“, bei dem ihr euch in die Herzen der NBA-Fangemeinde spielen und zu einer waschechten Legende avancieren könnt. Hier gilt es, durch erfolgreiche Spiele gewonnene Stärkepunkte in euren Hauptakteur zu pumpen, um seine einzelnen Attribute (Stärke, Schnelligkeit, Dunks usw.) zu verbessern. Während eurer Laufbahn werdet ihr auch auf spezielle Herausforderungen in Form von Dunking-Contests oder schlichten 4-Team-Turnieren stoßen. Wenn ihr dann noch zusätzliche Controller euer Eigen nennen könnt, solltet ihr die Gelegenheit nicht auslassen, mit guten Freunden ein paar virtuelle Körbe zu werfen. Als kleines, exklusives Schmankerl sind außerdem Nintendos Vorzeigehelden Mario, Luigi und Peach in der GameCube-Fassung mit von der Partie, was zwar ein wenig ulkig ist, aber nicht so recht ins Gesamtbild passen will.

Einmal Ohropax bitte

Was in NBA Street v3 in Sachen Basketballplätze an Abwechslung geboten wird, ist für ein Sportspiel diesen Kalibers kaum zu überbieten. Kein Spielfeld gleicht dem anderen, weshalb schon fast von verschiedenen Levelabschnitten geredet werden kann, wären die Areale nicht nur auf den Platz selbst beschränkt. Ansonsten wirken auch die Animationen der Charaktere sehr flüssig, vor allem wenn sie komplizierte Tricks und die damit verbundenen Arm- und Beinverrenkungen über sich ergehen lassen müssen. Die Spielgrafik kommt ohne großartige Ruckler aus und gehört zur Oberklasse, was die vielen Details bei den Basketballern und Umgebungstexturen angeht. Realistische Licht- und Schatteneffekte runden das positive Gesamtbild zusätzlich ab.

Damit die Ohren nicht zu kurz kommen, setzen die Jungs von Electronic Arts auf Dolby Pro Logic II Unterstützung, wobei zusätzlich exzellente Soundeffekte mittels THX Technology aus den Lautsprechern dröhnen. Für die passende Musikuntermalung sorgen unter anderem Interpreten wie De La Soul oder die Beastie Boys, wobei die Hip Hop Beats nicht unbedingt jedermanns Geschmack sind. Ein kleiner Tipp am Rande: Tut euch und euren Ohren einen Gefallen und macht vor Spielbeginn einen Abstecher in die Optionseinstellungen, wo ihr die „Sprecherlautstärke“ erstmal gaaaanz weit runterdreht, denn der Stadionsprecher geht einem mit Sicherheit ziemlich schnell mit seiner krächzenden Stimme und seinem nervtötendem Slang auf den Zeiger.

Fazit

Ich muss ganz offen gestehen, dass ich Sportspielen sehr kritisch gegenüberstehe, besonders dann, wenn es um Football- oder Basketballsimulationen geht. Das war auch bei der NBA Street-Reihe nicht anders, bis ich nach den ersten Minuten direkt dem Spielwahn verfallen war. Die übertriebene Luftakrobatik, welche die Spieler an den Tag legen, macht höllisch Laune und lässt das schnöde Wort „Realismus“ einfach mal beiseite. Die neue „Trick-Stick“ Steuerung ist schnell erlernt und sorgt bei diversen Moves für den „Ah und Oh“ Effekt. Den dicksten Pluspunkt verdient sich EA jedoch mit den Schauplätzen samt „Court Creator“. Nicht so toll dagegen ist wieder mal der Stadionsprecher, was jeder, der nicht gerade an einem ausgeprägten Tinitus leidet, nach wenigen Minuten feststellen wird. Dank vorhandener Ausstellmöglichkeit beeinträchtigt das den Spielspaß allerdings nicht weiter. Alles in allem können Fans des Sportgenres getrost zugreifen, auch Neulandgänger sollten vielleicht bei nächster Gelegenheit die Videothek aufsuchen und sich NBA Street v3 ausleihen.

NBA Street v3 [PS2 , Justgamers]

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