Nightmare before Christmas: Oogies Rache

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Nightmare before Christmas: Oogies Rache [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Nightmare before Christmas: Oogies Rache

Tanzende und singende Skelette sind nicht nur Bestandteil meiner abstrusen Träume, nein, auch Tim Burton und viele andere haben Gefallen an diesen Kreaturen. Anders ist der große Erfolg des Filmes Nightmare Before Christmas nicht zu erklären. Wie es für unsere Zeit normal ist, musste früher oder später auch ein Spiel auf den Markt kommen, welches sich mit dem Filmstoff auseinandersetzt. Mit Oogies Rache hat unsere Redaktion jetzt ein solcher Titel erreicht und uns positiv überrascht. Aus dem großen Pool des Lizenzmülls ragt der Titel hervor. Warum und wieso? Das erfahrt ihr jetzt.

Der Skelett-VIP von nebenan

Jack Skellington ist groß, trägt einen schicken Anzug, sieht ungemein erotisch aus und gilt in der Stadt Halloween Town als der große Star. Dieses kleine Örtchen, bei dessen Architektur sich Albert Speer im Grab umdrehen würde, ist sehr abgedreht und nicht mit unseren Normen konform. Das muss es auch gar nicht, denn in dieser Stadt wird Halloween geplant und dieser Tag gilt als der größte überhaupt. Sämtliche Bewohner bereiten sich monatelang darauf vor, endlich Menschen erschrecken zu dürfen. Dies passiert schon viele Jahre, was Jack aber nicht mehr gefällt, also nimmt er Kontakt zu einem der Wissenschaftler in der Stadt auf. Der Auftrag lautet: Halloween soll besser werden. Als Ergebnis präsentiert der verrückte Wissenschaftler Jack ein grünes und dehnbares Schleimgefüge, welches es sich an seinem Arm gemütlich macht.

Es besitzt die Fähigkeit, Menschen zu erschrecken in dem sich der Schleim zu seinen Opfern hin ausdehnt wie ein Bungieseil. Außerdem können entfernte Objekte gegriffen werden. Mit dieser Erfindung im Gepäck macht sich der Held also auf, Halloween besser zu machen. Als er nach langer Zeit in seine Heimatstadt zurückkehrt, muss er verschreckt feststellen, dass das Böse die Macht übernommen hat: Überall treiben sich bösartige Skelette und andere komische Wesen herum. Zum Glück hat Jack ja seinen grünen Arm, den er einsetzen kann, um Feinde auszuschalten.

Die Geschichte hört sich lustig an und dies setzt sich im restlichen Spiel fort. Man orientiert sich ganz klar an der gelungenen Vorlage von Tim Burton. Um schnell aufkommende Langeweile zu unterdrücken, kann sich die Hauptfigur Jack verwandeln: In einen feuerspuckenden Kürbiskönig und in einen grotesk und zugleich lustig aussehenden Weihnachtsmann.

Dessen Spezialität sind explodierende Geschenkpäckchen, die sich sehr gut als Waffe gebrauchen lassen. Die Endbosskämpfe sind eine Mischung aus normaler Actionklopperei und einem Tanzspiel. Erst einmal bekommt der Gegner solange eins auf die Mütze, bis sich eure Energieanzeige gefüllt hat. Sobald dies der Fall ist, tanzt Jack mit ein paar verbündeten Figuren gegen den Feind an. Eure Aufgabe ist es hier, dann immer die richtige Taste im passenden Moment zu drücken. Manchmal passt man gar nicht richtig auf die Tasten auf, die man drücken soll. Die Texte der Songs und das Rumgetanze sind einfach zu herrlich.

Musical-Jack zeigt es allen

Dass man von einem auf einer Tim Burton-Geschichte-basierenden Spiel nichts normales erwarten kann, muss man sich vorher klar machen. Gesangseinlagen kommen hier genauso oft zum Einsatz wie in jedem guten Disney-Kinderfilm. Wer noch ein bisschen Kind in sich hat, wird hervorragend unterhalten werden. Das Spiel bietet drei ausgeglichene Schwierigkeitsgrade, die es einem weder zu schwer, noch zu einfach machen. Weiterhin gilt es Gegenstände aufzusammeln, welche im späteren Verlauf des Spieles zum Weiterkommen benötigt werden. Insgesamt ist der Spielablauf aber sehr linear; kurze, abgehackte, in Spielgrafik präsentierte Zwischensequenzen treiben die Geschichte voran.

Das Spiel ist keine uninspirierte Fortsetzung, sondern ein durchdachter Titel, der wirklich großen Spaß bietet. Einen großen Teil dazu trägt auch die einfache Steuerung bei, sowie der herausragende Humor. Man verzichtet auf den heute oft üblichen Fäkal- und sonstigen Humor zugunsten der Stilmittel der Satire.

Grafischer Schreck?

Ein großer Kritikpunkt des Spiels wird schon am Anfang deutlich. Der Titel leidet stark an dem ausgeprägten Kantenflimmern, wozu sich auch noch schwache Texturen gesellen. Der ein oder andere mag zwar behaupten, dass es so besser zum Grunddesign des Szenarios passt, doch die PS2 kann in diesem Bereich deutlich mehr, als einem das Spiel weiß machen will. Die Animationen hingegen sind gelungen: Die Figuren bewegen sich flüssig über den Bildschirm und lassen keine Verwandtschaft mit Pinocchio erkennen. Zwischensequenzen werden in der mäßigen Spielgrafik präsentiert. Positiv zu erwähnen ist zum einen die konstant gute Framerate. Ebenso haben die Entwickler auf kurze Ladezeiten geachtet, so dass man nicht unnötig lange auf den Spielstart warten muss.

Nightmare before Christmas: Oogies Rache (10 Bilder)

Im Audio-Bereich trumpft das Spiel ganz groß auf: Glücklicherweise wurde die meisterhafte Originalsynchronisation nicht ins Deutsche überarbeitet, sondern so belassen und nur mit Untertiteln versehen. Die Stimmen passen einfach zu den Spielfiguren und bringen einen immer und immer wieder zum Schmunzeln. Aber auch die verschiedenen Songs im Spiel sind von hoher Qualität und wecken Erinnerungen an Filme wie Moulin Rouge. Warum? Die Präsentation der Lieder ist skurril, mit schnellen Kameraschnitten versehen, größtenteils dramatisch und episch zu gleich mit der gewissen Prise an Humor. Die Soundeffekte stehen dem in nichts nach und bescheren ein hervorragendes Gesamtbild.

Fazit

Nightmare Before Christmas: Ooggies Rache ist ein spaßiger Titel, für den man gerne mal ein paar Stunden vor dem Bildschirm verschwindet. Die Mischung aus einem 08/15-Actiontitel, lustigen Tanzeinlagen und einem hervorragenden Soundtrack heben den Titel vom Einheitsbrei ab. Als einzige große Schwäche kann man die Grafikungereimtheiten aufzählen, sonst erwartet den Spieler aber ein gelungenes Stück Software.

Wer nicht unbedingt auf Tim Burtons Szenarien steht, sollte einen Bogen um das Spiel machen. Alle anderen, die gerne mal wieder in eine völlig andere Welt eintauchen wollen, sind hier genau richtig.

Nightmare before Christmas: Oogies Rache [PS2 , Justgamers]

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