Gesamtwertung75%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungSehr gut |
So beglückte uns die japanische Edelschmiede 2002 mit einer 3D-Neuauflage der Shinobi-Serie, die nun in die zweite Runde geht. In Nightshade schlüpft ihr diesmal jedoch nicht die weiße Robe von Ninja Hotsuma, sondern verkörpert eine deutlich wohlgeformtere Kunoichi, also den weiblichen Pedant der Ninja-Gattung.
Hibana, so der Name der Titelheldin, tritt im Verlauf ihres Abenteuers gegen die fiese Nakatomie Corporation an, welche die Hölle in Form von Hellspawn-Kreaturen in Tokyo entfesselt. Um die garstigen Wesen wieder loszuwerden, muss sich Hibana durch insgesamt zwölf lineare Levelabschnitte - Bosskampf inklusive - metzeln und nebenbei ein legendäres Schwert finden. Die sehr asiatische Geschichte wird mit Hilfe durch Rendersequenzen vorangetrieben, welche zwar inhaltlich keinen Preis gewinnen mögen, aber technisch auf höchstem Niveau sind und eine gelungene Belohnung für die teils unverschämt schweren Spielabschnitte darstellen.
Während also die Grundelemente gegenüber Shinobi gleich geblieben sind, muss man den Unterschied im Detail suchen. Schon SEGAs PlayStation2-Erstling setzt den Gameplay-Fokus weniger auf die Kampfszenen als vielmehr auf extrem fordernde Sprungeinlagen. Da Hibana mittels Spurtfunktion kurzzeitig in der Luft schweben kann und sich zudem auf Knopfdruck von Gegnern abstößt, um so noch länger in der Luft zu verweilen, ist es theoretisch möglich, ganze Levelabschnitte zu meistern, ohne auch nur einmal den Fuß auf den Boden zu setzen.
Während anfangs solche Sprungkombinationen nur der Highscore zu Gute kommen, fordern spätere Spielabschnitte solche Sprungeinlagen, um teils minutenlange Abgründe zu überwinden. Wer hier dabei auch nur einen Fehler macht, sieht sich mit der endlosen Tiefe konfrontiert und darf meist eines der begrenzten Continues opfern.
Damit richtet sich Nightshade vom Schwierigkeitsgrad klar an die erfahrenen Zocker. Frustrierend wird das Geschehen dennoch nicht, da die Abschnitte zwar fordern, aber nie unfair erscheinen. Die Kontrollen sind sehr direkt und ermöglichen ein sehr genaues Steuern und dank fixer 60 Bilder pro Sekunde könnt ihr eure Sprünge stets gefühlvoll timen.
Wenn jedoch wirklich Not an der Frau ist, verfügt Hibana noch über einige Spezialattacken. Wie jeder anständige Ninja kann auch die junge Dame auf eine begrenzte Anzahl magischer Attacken zurückgreifen und die mitgeführten Shurikens mögen die Feinde zwar nicht beschädigen, jedoch werden eure Widersacher durch die Wurfgeschosse kurzzeitig betäubt, womit sie leichte Beute sind.
Wer schließlich auf sein Katana verzichten kann und auf die deutlich schwächeren Kurzklingen der Ninja-Dame zurückgreift, baut mit jedem besiegten Gegner langsam seine Chakra-Anzeige auf, um so bis zu drei besonders verheerende Angriffe vom Stapel lassen zu können.
Leider sind die Artworks jedoch beinah schon das grafische Highlight des Spiels, da die Ingame-Optik doch stark enttäuscht. Zwar läuft das Geschehen wie schon erwähnt schön flüssig ab, angesichts der kargen Optik verwundert dies jedoch nicht weiter. Die Texturen sind verwaschen und entbehren jeglicher Details, die Umgebung und Gegner sind größtenteils grob gestaltet und das extrem heftige Flimmern ist alles andere als augenfreundlich. Da kann dann schon eher der Sound überzeugen. Die Mischung aus Japano-Sound und Synthi-Pop gefällt und passt vor allem sehr gut zum Ninja-Szenario und auch die englischen Sprecher leisten gute Arbeit. Eine deutsche Synchronisation sucht ihr leider vergeblich. Das Spiel bietet nur deutsche Untertitel, welche sich jedoch auch ausblenden lassen. Zumindest hat man bei der Anpassung für Deutschland an den 60 Hz-Modus gedacht, so dass Zocker mit dem entsprechenden TV-Gerät das Spiel in Originalgeschwindigkeit genießen können.
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