Onimusha: Dawn of Dreams

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Onimusha: Dawn of Dreams [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Onimusha: Dawn of Dreams

Eigentlich sollte mit Onimusha: Demon Siege die Samuraisaga um heldenhafte Samuraikrieger und fiese Genma-Dämonen mit dieser finalen Episode ihren Höhepunkt feiern und abgeschlossen sein. Weit gefehlt. Entwickler und Publisher Capcom kann einfach nicht die Finger von der Serie lassen und spendiert uns mit Onimusha: Dawn of Dreams einen indirekten Nachfolger und vierten Teil der Samuraisaga. Allerdings geht es in Dawn of Dreams nicht mehr um Samanosuke Akechi und den französischen Polizist Jacques Blanc, sondern um fünf andere, teils unbekannte Helden, von denen der Protagonist Hideyasu Soki die Hauptrolle übernimmt.

Ein neuer Anfang, ein neuer Held, ein neuer Gegner…

Die Geschichte von Dawn of Dreams spielt fünfzehn Jahre nach Ende des dritten Teils. Nachdem der gefürchtete Oberbösewicht Oda Nobunaga mitsamt seinen Gefolgsleuten und Genma-Dämonen von Samanosuke und seinem Kumpel Jacques besiegt wurde, versetzt ein neuer Fiesling das altertümliche Japan in Angst und Schrecken. Das Unheil startet am 29. Juli 1596, an dem Japan an einem blutroten Morgen erwacht. Die Genma sind zurückgekehrt und lehnen sich unter der Führung von Lord Hideyoshi erneut auf. Wieder einmal müssen sich die Onimusha aus dem vorzeitigen Ruhestand erheben und verhindern, dass die Welt durch böse Mächte in eine Ära des Chaos gestürzt wird.

Allerdings hat der mächtige Hideyoshi bei seinen finsteren Plänen nicht an die Onimusha-Helden gedacht, von denen sich ihm gleich fünf entgegenstellen. Wahlweise könnt ihr im späteren Spielverlauf neben dem Hauptcharakter Soki, während des eigentlichen Spiels einen weiteren Charakter mit auf den Dämonenfeldzug nehmen. Wer das sein wird, entscheidet entweder ihr oder der Spielverlauf. Zur Auswahl stehen hierbei der Kampfmönch Tenkai und die grazile Ninjadame Jubei. Die zwei letzten Charaktere sind die Schusswaffenexpertin Ohatsu und ihr mit Fäusten kämpfender Sidekick Roberto.

Egal für welchen der insgesamt vier Protagonisten ihr euch letztlich entscheidet, jeder hat unterschiedliche Waffen, Stärken sowie Spezialmanöver und steht auf unterschiedliche Weise mit den bekannten Charakteren der Onimusha-Trilogie in Verbindung. Da wir an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten möchten, müsst ihr das schon selbst herausfinden.

Neue Helden braucht das Land

Die neu hinzugekommenen Charaktere haben darüber hinaus aber noch deutlich mehr zu bieten. Über das Steuerkreuz habt ihr nämlich die Möglichkeit, ihnen verschiedene Befehle zu erteilen, so dass sie sich ohne länger zu überlegen aggressiv ins Kampfgetümmel stürzen oder beispielsweise in die Defensive gehen. Das bringt den tollen Effekt, dass die Nichtspielercharaktere nicht nur sinnlos und unnütz in der Gegend rumstehen, sondern sich auf euer Kommando hin aktiv am Spielgeschehen beteiligen und euch strategische Vorteile verschaffen. Neu hierbei ist auch das Partnertauschsystem, mit dem ihr während der Missionen per Knopfdruck zwischen den Charakteren wechseln könnt und so deren unterschiedliche Fähigkeiten optimal nutzen könnt. Zwischen den Missionen kann man sich zudem im Hauptquartier ausruhen und die Kampfpausen sinnvoll nutzen, um die Energie- und Magieleisten wieder aufzuladen. Währenddessen kann man sich dort auch diverse Informationen von Verbündeten einholen, die für spätere Missionen hilfreich sind. Vom Basislager aus gelangt ihr auch wieder zurück in bereits absolvierte Bereiche, die ihr dann ein erneutes Mal bestreiten und nach weiteren Geheimnissen Ausschau halten könnt.

Genauso wichtig wie die Kontrolle eurer Protagonisten ist allerdings auch das Aufrüstungsmenü, das im neusten Onimusha-Teil wichtiger und umfangreicher denn je ist. Wie gewohnt könnt ihr mit den aufgesaugten Gegnerseelenpunkten eure mitgeführten Waffen aufleveln und verbessern. Eine Neuerung hierbei ist, dass nun die Helden in den Kämpfen Erfahrungspunkte und Skill-Points gutgeschrieben bekommen, mit denen diese hochgestuft werden können. Ist eine neue Stufe erreicht, können die Erfahrungspunkte wahlweise für verschiedene Manöver wie beispielsweise Angriffskraft, Ausweichgeschwindigkeit sowie Kampffertigkeiten verwendet werden, zudem wächst mit jeder Stufe auch der Energie- und Magiebalken. Eine Erweiterung hat auch das Kamerasystem erfahren. Endlich könnt ihr die Kamera frei umherschwenken und müsst euch lediglich in wenigen Passagen mit einer festen Position zufrieden geben. Die teils störenden Übersichtsprobleme aus den Vorgängern gehören nun endlich größtenteils der Vergangenheit an. Ansonsten gibt es aus spielerischer Sicht heraus wenig Neues zu berichten. Die Steuerung kann nach wie vor nur als gelungen bezeichnet werden und erweist sich dank des neuen Partnertauschsystems als sehr innovativ. Man braucht allerdings auch etwas Eingewöhnungszeit, bis man sich an die neuen Funktionen gewöhnt hat.

Die Technik hinter Dawn of Dreams

In Sachen optischer Präsentation macht der neuste Teil der Samurai-Saga leider keine so gute Figur, wie sein inoffizieller Vorgänger Onimusha: Demon Siege.

Zwar ist die Gesamtgrafik prächtig gestaltet und wartet mit zahlreichen hübschen Effekten auf, allerdings mangelt es hier im Bezug auf die Videosequenzen. Die fehlenden Lippenbewegungen während der in Spielgrafik gehaltenen Echtzeitsequenzen wären ja noch zu verschmerzen gewesen, allerdings ärgert es umso mehr, dass es kaum noch gerenderte Videosequenzen zu sehen gibt.

Diese waren das Aushängeschild der Serie und zeugten von einer derartigen Detailverliebtheit – man erinnere sich an den wirklich erstklassigen Vorspann von Onimusha: Demon Siege – dass es eine wahre Freude war, wenn das nächste Renderfilmchen gezeigt wurde. In Dawn of Dreams sind davon kaum noch welche zu bestaunen, stattdessen haben die Entwickler Standbilder eingebaut, die mit Texteinblendungen über den weiteren Verlauf der Geschichte berichten. Zwar macht auch hier das geniale Introvideo eine gute Figur und beweist, dass es die Entwickler von Capcom nur zu gut verstehen, mit den Grafikroutinen der PlayStation 2 umzugehen. Gerade deshalb ist es uns eigentlich unverständlich, wieso das spielerische Auge nicht über den gesamten Spielverlauf mit einer derartigen Qualität versorgt wird.

Akustisch ertönt der Titel ebenfalls auf gutem Niveau aus euren Lautsprechern, der obendrein komplett mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Der gesamte Spielverlauf wird dabei von einem dynamisch klingenden Pro Logic II-Sound begleitet, der euch stets mit tollen Effekten, guten Synchronsprechern und stimmigen Musikstücken verwöhnt. Die Sprachausgabe liegt dabei, wie bereits bei den Vorgängern, ebenfalls komplett in Englisch vor.

Fazit

Vor kurzem kam ich noch in den Genuss, die PC-Umsetzung von Onimusha 3 zu testen. Das aus dem Genuss, aufgrund der dahingeschluderten technischen Umsetzung des Titels, allerdings ein eher mäßiges Spielerlebnis wurde, konnte ich ja nicht ahnen. Wie erwartet macht der vierte Teil der Serie diesen Patzer wieder wett und präsentiert sich deutlich ausgereifter. Was Capcom mit Onimusha: Dawn of Dreams abliefert kann sich echt sehen lassen. Der Titel bietet fünf spielbare Charaktere in Kombination mit einem neuen Partnertauschsystem, zahlreiche aufrüstbare Waffen, Rollenspielelemente zum Hochstufen der einzelnen Protagonisten, mehr Angriffs- und Spezialmanöver, eine frei schwenkbare Kamera und eine hohe Spieldauer von knapp 30 Stunden. In Sachen Umfang haben sich die Entwickler wahrlich nicht lumpen lassen und spendieren uns einen der umfangreichsten Onimusha-Teile überhaupt.

Wer über die fehlende Lippensynchronisation in den Zwischenfilmchen hinwegsehen und die eher spartanisch eingestreuten gerenderten Videosequenzen verschmerzen kann, der wird an Onimusha: Dawn of Dreams seine Freude haben. Genre- und Onimusha-Fans greifen sowieso zu und erfreuen sich an den zahlreichen Neuerungen, der langen Spieldauer und dem frischen Wind, den dieser Neuanfang der Saga mit sich bringt.

Onimusha: Dawn of Dreams [PS2 , Justgamers]

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