Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Eigentlich sollte mit Onimusha: Demon Siege die Samuraisaga um heldenhafte Samuraikrieger und fiese Genma-Dämonen mit dieser finalen Episode ihren Höhepunkt feiern und abgeschlossen sein. Weit gefehlt. Entwickler und Publisher Capcom kann einfach nicht die Finger von der Serie lassen und spendiert uns mit Onimusha: Dawn of Dreams einen indirekten Nachfolger und vierten Teil der Samuraisaga. Allerdings geht es in Dawn of Dreams nicht mehr um Samanosuke Akechi und den französischen Polizist Jacques Blanc, sondern um fünf andere, teils unbekannte Helden, von denen der Protagonist Hideyasu Soki die Hauptrolle übernimmt.
Allerdings hat der mächtige Hideyoshi bei seinen finsteren Plänen nicht an die Onimusha-Helden gedacht, von denen sich ihm gleich fünf entgegenstellen. Wahlweise könnt ihr im späteren Spielverlauf neben dem Hauptcharakter Soki, während des eigentlichen Spiels einen weiteren Charakter mit auf den Dämonenfeldzug nehmen. Wer das sein wird, entscheidet entweder ihr oder der Spielverlauf. Zur Auswahl stehen hierbei der Kampfmönch Tenkai und die grazile Ninjadame Jubei. Die zwei letzten Charaktere sind die Schusswaffenexpertin Ohatsu und ihr mit Fäusten kämpfender Sidekick Roberto.
Egal für welchen der insgesamt vier Protagonisten ihr euch letztlich entscheidet, jeder hat unterschiedliche Waffen, Stärken sowie Spezialmanöver und steht auf unterschiedliche Weise mit den bekannten Charakteren der Onimusha-Trilogie in Verbindung. Da wir an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten möchten, müsst ihr das schon selbst herausfinden.
Genauso wichtig wie die Kontrolle eurer Protagonisten ist allerdings auch das Aufrüstungsmenü, das im neusten Onimusha-Teil wichtiger und umfangreicher denn je ist. Wie gewohnt könnt ihr mit den aufgesaugten Gegnerseelenpunkten eure mitgeführten Waffen aufleveln und verbessern. Eine Neuerung hierbei ist, dass nun die Helden in den Kämpfen Erfahrungspunkte und Skill-Points gutgeschrieben bekommen, mit denen diese hochgestuft werden können. Ist eine neue Stufe erreicht, können die Erfahrungspunkte wahlweise für verschiedene Manöver wie beispielsweise Angriffskraft, Ausweichgeschwindigkeit sowie Kampffertigkeiten verwendet werden, zudem wächst mit jeder Stufe auch der Energie- und Magiebalken. Eine Erweiterung hat auch das Kamerasystem erfahren. Endlich könnt ihr die Kamera frei umherschwenken und müsst euch lediglich in wenigen Passagen mit einer festen Position zufrieden geben. Die teils störenden Übersichtsprobleme aus den Vorgängern gehören nun endlich größtenteils der Vergangenheit an. Ansonsten gibt es aus spielerischer Sicht heraus wenig Neues zu berichten. Die Steuerung kann nach wie vor nur als gelungen bezeichnet werden und erweist sich dank des neuen Partnertauschsystems als sehr innovativ. Man braucht allerdings auch etwas Eingewöhnungszeit, bis man sich an die neuen Funktionen gewöhnt hat.
Zwar ist die Gesamtgrafik prächtig gestaltet und wartet mit zahlreichen hübschen Effekten auf, allerdings mangelt es hier im Bezug auf die Videosequenzen. Die fehlenden Lippenbewegungen während der in Spielgrafik gehaltenen Echtzeitsequenzen wären ja noch zu verschmerzen gewesen, allerdings ärgert es umso mehr, dass es kaum noch gerenderte Videosequenzen zu sehen gibt.
Diese waren das Aushängeschild der Serie und zeugten von einer derartigen Detailverliebtheit man erinnere sich an den wirklich erstklassigen Vorspann von Onimusha: Demon Siege dass es eine wahre Freude war, wenn das nächste Renderfilmchen gezeigt wurde. In Dawn of Dreams sind davon kaum noch welche zu bestaunen, stattdessen haben die Entwickler Standbilder eingebaut, die mit Texteinblendungen über den weiteren Verlauf der Geschichte berichten. Zwar macht auch hier das geniale Introvideo eine gute Figur und beweist, dass es die Entwickler von Capcom nur zu gut verstehen, mit den Grafikroutinen der PlayStation 2 umzugehen. Gerade deshalb ist es uns eigentlich unverständlich, wieso das spielerische Auge nicht über den gesamten Spielverlauf mit einer derartigen Qualität versorgt wird.
Akustisch ertönt der Titel ebenfalls auf gutem Niveau aus euren Lautsprechern, der obendrein komplett mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Der gesamte Spielverlauf wird dabei von einem dynamisch klingenden Pro Logic II-Sound begleitet, der euch stets mit tollen Effekten, guten Synchronsprechern und stimmigen Musikstücken verwöhnt. Die Sprachausgabe liegt dabei, wie bereits bei den Vorgängern, ebenfalls komplett in Englisch vor.
Wer über die fehlende Lippensynchronisation in den Zwischenfilmchen hinwegsehen und die eher spartanisch eingestreuten gerenderten Videosequenzen verschmerzen kann, der wird an Onimusha: Dawn of Dreams seine Freude haben. Genre- und Onimusha-Fans greifen sowieso zu und erfreuen sich an den zahlreichen Neuerungen, der langen Spieldauer und dem frischen Wind, den dieser Neuanfang der Saga mit sich bringt.