Prince of Persia: The Two Thrones

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Ubi Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
16
Prince of Persia: The Two Thrones [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Prince of Persia: The Two Thrones

Am Ende von Prince of Persia: Warrior Within hat es der namenlose Prinz tatsächlich geschafft, dem Dahaka zu entkommen, in die Vergangenheit zu reisen, dort die Entstehung des Sandes der Zeit zu verhindern und sein Schicksal zu ändern. Auf der Rückreise in seine Heimatstadt Babylon, die er zusammen mit Kaileena, der Herrscherin der Zeit bestreitet, offenbart sich dem Königssohn vor der babylonischen Küste Schreckliches. Vom Schiff aus muss er beobachten, wie die gesamte Stadt lichterloh in Flammen steht. Schlimmer noch: Als Begrüßung fliegen dem Paar gleich mehrere Dutzend Pfeile, gefolgt von einem schweren Kanonengeschoss, um die Ohren. Das Schiff wird nach dem heftigen Beschuss in seine Einzelteile zerlegt und die Zwei gehen erst einmal unfreiwillig baden. Nachdem der Prinz mühsam das Ufer erreicht hat, bemerkt er, dass die bewusstlose Kaileena etwas abseits ebenfalls an Land getrieben wird. Bevor er jedoch handeln kann, muss er hilflos mit ansehen, wie zwei düstere Gestalten die Herrscherin der Zeit verschleppen.

Der Prinz ist zurück und das düsterer, als jemals zuvor!

Genau an diesem Punkt setzt der Handlungsstrang von Prince of Persia: The Two Thrones, der den Abschluss der Trilogie bilden wird, ein. Ihr nehmt sofort die Verfolgung der Entführer auf und müsst euch durch die teilweise zerstörten, babylonischen Gassen kämpfen. Schon nach wenigen Straßenkämpfen wird euch schnell klar, dass die dort patrouillierenden Gegner im Gegensatz zu euch, mehrfach im Vorteil sind. Erstens haben die Entwickler deren künstliche Intelligenz auf Hochglanz aufpoliert, weshalb sie intelligenter agieren und zudem aggressiver gegen euch vorgehen. Zweitens kommt es selten vor, dass sie einzeln unterwegs sind und unaufmerksam durch die Straßen schlendern. Meist sind sie gleich im Rudel anzutreffen und falls nicht, dauert es nicht lange bis sich andere Wachen mit ins Kampfgetümmel einmischen. Aus diesem Grund solltet ihr euch unbedingt behutsam fortbewegen und vom offenen Kampf in den Straßen absehen oder gleich einen anderen, alternativen Weg wählen.

Über den Dächern der Stadt seid ihr nämlich nicht der Gejagte, sondern werdet selbst zum Jäger. Zwar patrouillieren auch hier zahlreiche Wachen, jedoch habt ihr hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber euren Feinden, da die neuen Fähigkeiten sowie die außerordentliche Bewegungsfreiheit des Prinzen hier erheblich besser zur Geltung kommen.

Das neu hinzugekommene Speed-Kill-System erweist sich speziell hierzu als sehr nützlich. Dieses neue Feature ermöglicht es euch, Angriffe aus dem Hinterhalt heraus auszuführen und auf diese Weise den Gegner mit nur einem gezielten Schlag niederzustrecken - vorausgesetzt allerdings, dass der Feind euch noch nicht entdeckt hat. Die neuen Speed-Kill-Attacken können dabei sehr vielseitig eingesetzt werden: Beispielsweise könnt ihr an einer Wand entlang rennen, euch dann abstoßen und zum finalen Todesstoß ansetzen.

Wer jetzt glaubt, dass die für die Prince of Persia-Reihe neu hinzugekommenen Speed-Kill- und Stealth-Elemente aus dem Spiel ein weiteres Metal Gear- oder Splinter Cell-ähnliches Spielprinzip bilden, der kann beruhigt aufatmen. Hier wird nichts kopiert, lediglich frischer Wind kommt so in die PoP-Serie und das Gameplay gestaltet sich deutlich dynamischer.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Ihr übernehmt im dritten und letzten Teil der Prince of Persia-Trilogie jedoch nicht ausschließlich den Part des namenlosen Prinzen, sondern habt zudem die Möglichkeit, im späteren Spielverlauf die Kontrolle eines zweiten Charakters zu übernehmen – die des dunklen Prinzen. Dadurch dass ihr bei der Ankunft in Babylon unerwartet dem Sand der Zeit ausgesetzt ward, entsteht nun in euch eine neue Persönlichkeit, deren Geist langsam die Kontrolle über euch gewinnt.

Der dunkle Prinz ist dabei das genaue Gegenteil zum eigentlichen Prinzen: Er ist rücksichtslos, unbarmherzig, sadistisch und egoistisch. Er sieht nicht nur vollkommen anders aus, sondern hat auch andere Fähigkeiten, einen anderen Kampfstil und führt zudem eine andere Waffe – die messerscharfe Klingenkette – bei sich.

Mit dieser klingenbesetzten Peitsche kann er nicht nur aus dem Schatten heraus unbemerkt angreifen, sondern kann mit ihr obendrein auf äußerst effiziente Weise den Gegnern die Lichter auspusten. Zusätzlich führt er auch den Dolch der Zeit mit sich, kann allerdings im Gegensatz zum normalen Prinzen, keine weiteren Waffen aufnehmen. Dafür kann er aber mithilfe seiner Klingenkette mit bestimmten Stangen interagieren und so an Stellen gelangen, die der eigentliche Prinz nie erreichen würde. Zu den üblichen Standardmoves wie Zeitzurückspulen, Klettern, an Wänden entlang rennen oder Säulen erklimmen, gesellen sich neue fordernde Interaktionsmöglichkeiten hinzu. An bestimmten Platten ist es nämlich möglich, diagonale Sprünge auszuführen. Auch kann man den Dolch beim Rennen oder Springen in so genannte Dolchplatten versenken, um an dieser hochzuspringen, an der Wand weiter entlang zu laufen oder abzuspringen.

Die Möglichkeiten sind sehr vielseitig, weshalb sich das Gameplay nun viel innovativer gestaltet und auch nicht gleich der Weg zum eigentlichen Ziel ersichtlich ist. Eine weitere Neuerung sind zudem Streitwagenrennen, die von Zeit zu Zeit ausgetragen werden müssen und euch sehr schnelle Reflexe abverlangen. Während der Fahrt gilt es nämlich andere Streitwagen abzudrängen, Hindernissen auszuweichen und aufspringenden Gegnern Paroli zu bieten. Diese Rennen erinnern im ganz großen Stil an Filme wie Ben Hur und sind mit ihren kurzen Wiederholungen sowie Kamerafahrten sehr gekonnt und cineastisch inszeniert.

Zum Höhepunkt der Neuerungen zählen jedoch zweifelsohne die packenden Bosskämpfe. Nur wer sich hier auf sein Hirn und die richtige Taktik verlässt, wird in diesen Kämpfen als Sieger hervor gehen. Da wir an dieser Stelle nicht allzu viel verraten möchten, lasst euch einfach überraschen, was die anspruchsvollen Endgegner so alles zu bieten haben. Hier kann man nur noch sagen, dass Ubisoft Montreal noch einmal ordentlich am Entwicklerschräubchen gedreht und am Gameplay gefeilt hat, so dass reichlich Abwechslung geboten und eigentlich zu keiner Zeit Langeweile aufkommen wird.

Technik, die begeistert!

Grafisch und auch akustisch macht Prince of Persia: The Two Thrones eine sehr gute Figur. Zwar wird aus optischer Sicht nicht viel mehr als im Vorgänger geboten, dafür ist aber die gesamte Spielatmosphäre noch düsterer ausgefallen und auch die Geschichte weiß ein weiteres Mal hellauf zu begeistern. Die neuen Bewegungsabläufe und Kampfvarianten mit dem neuen Speed-Kill-System sehen verdammt gut aus, fordern euch einiges an Geschick ab und bringen frischen Wind in die Spieltrilogie. Zusätzlich begeistert das ausgeklügelte Leveldesign mit dem architektonisch sehr schön in Szene gesetzten Babylon und den vielen kleinen Details, wie beispielsweise aufgewirbelter Staub sowie realistisch schimmernde Lichteffekte, die dort aufgefahren werden. Auch die akustische Sounduntermalung ist nicht von schlechten Eltern. Glücklicherweise sind die Entwickler dabei zu ihren Wurzeln zurückgekehrt.

Das bedeutet, dass ihr nicht wie bei Warrior Within mit aggressiven Heavy Metal-Beats versorgt, sondern wie es sich für ein persisches Abenteuer gehört, mit orientalischen Orchesterstücken verwöhnt werdet. Auch bei der Lokalisierung wurde nicht gekleckert sondern geklotzt und so wirken alle Sprecher professionell besetzt. Allen voran die deutsche Stimme des Prinzen, die erneut vom deutschen Johnny Depp-Synchronsprecher gesprochen wird, weiß hier zu glänzen. Die Dolby Pro Logic II-Unterstützung sowie der gebotene Progessive Scan-Modus runden das Technikpaket positiv ab.

Fazit

Was soll ich da noch groß sagen? Das bereits gelungene Prince of Persia: Warrior Within bekommt mit dem dritten Teil einen würdigen Nachfolger spendiert, der zudem den krönenden Abschluss der Trilogie rund um den Zeitsand und das aus den Fugen geratene Leben des Prinzen darstellt. Die finstere Atmosphäre, das ausgeklügelte Kampfsystem mit dem neuen Speed-Kill-Feature und die grafische Präsentation gepaart mit dem Orient-Soundtrack können vollends überzeugen und garantieren euch mindestens zehn bis zwölf fordernde und abwechslungsreiche Spielstunden. Aufmerksame Spieler werden nach dem Durchspielen zudem reichlich belohnt. Wer im Spiel genau auf seine Umgebung achtet und alle versteckten Schatzkisten sowie Geheimräume ausfindig macht, kann sich nämlich später über eine deutlich größere Bonusgalerie, in der sich Bilder und Videos befinden, freuen. Dieses Bonusmaterial lässt sich am Ende unter anderem mit eingesammelten Sandkrediten freischalten, die ihr im laufenden Spiel findet. Alles in allem ist Prince of Persia: The Two Thrones für mich ganz klar der beste Teil der Serie, den ich jedem Action-Adventure-Fan wärmstens empfehlen kann.

Prince of Persia: The Two Thrones [PS2 , Justgamers]

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