Gesamtwertung91%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Die Pro Evolution Soccer Reihe ist für viele ein Inbegriff an perfektem Gameplay und gilt für den Großteil der Zocker als absolute Referenz unter den Fußballsimulationen. Konami hat sich für Pro Evolution Soccer 3 die Messlatte also selbst ziemlich hoch gelegt. Ob das Entwicklerteam von Konami Tokyo die Hürde meisterte oder ob man strauchelte, könnt Ihr bereits zwei Tage vor offiziellem Release in unserem ausführlichen Review lesen.
Widmen wir uns der beliebtesten Nebensache der Welt. Für viele PS2-Besitzer ist dies aber nicht nur Fußball, sondern vor allem dessen digitales Ebenbild Pro Evolution Soccer. Konamis Fußballserie genießt unter PS2-Spielern eine sehr große Reputation und umso gespannter waren auch wir auf den neuesten Teil.
Vom Umfang her erwartet Euch nahezu das gleiche Spiel wie noch ein Jahr zuvor. Selbst die übersichtlichen Menüs wurden quasi 1:1 übernommen. Einen wirklichen Nachteil stellt dies zwar nicht dar, dennoch wäre es beispielsweise interessant gewesen, die Aufgaben aus International Superstar Soccer auf Pro Evolution Soccer 3 zu übertragen. Dennoch ließ man sich aber von dem Arcade-Ableger aus eigenem Hause inspirieren und übernahm dessen Belohnungssystem. Das heißt im Klartext, dass jeder Fortschritt im Spiel mit Punkten belohnt wird und Ihr Euch für diese bestimmte Fähigkeiten und Optionen kaufen könnt. So besteht die Möglichkeit, berühmte Spieler wie Eusebio oder Klassiker-Mannschaften, wie ein deutsches Team mit den besten deutschen Spielern aller Zeiten, zu kaufen. Ein leidiges Problem von Pro Evolution Soccer 3 ist der Lizenzwirrwarr. Auch dieses Jahr hat man keine Lizenz, die es erlaubt, sämtliche Originalnamen zu nutzen. Mit Ausnahme einiger italienischer Vereine wie dem AC Mailand, mit denen wohl eine spezielle Vereinbarung besteht, sind alle Clubnamen verfälscht.
Die Namen vieler Spieler sind allerdings authentisch, so dass beinahe ausschließlich die Namen der Spieler, die in deutschen Teams spielen, verändert wurden aber auch hier gibt es Ausnahmen. Um dem Wirrwarr Herr zu werden, gibt es glücklicherweise einen sehr umfangreichen Editor, mit dem man die Mannschaften auf den aktuellen Stand bringen kann.
Wichtigste Bestandteile sind auch dieses Jahr wieder der Freundschaftsspiel-Modus, der Turnier-Modus, der Liga-Modus, der Trainings-Modus und der Meisterschafts-Modus. Speziell Letzterer wurde deutlich überarbeitet und bietet nun etliche Einstellungen mehr. So kann man nun das Transferverhalten des Computers nach den eigenen Wünschen optimieren. Der Computer soll alles kaufen, was halbwegs geradeaus laufen kann? Kein Problem, genauso kann man aber den Computer auch sehr wählerisch einstellen.
Gespielt wird in einer Europa-Liga, die in vier Regionen unterteilt ist. Um dahin zu gelangen, muss man aber zuerst aus der zweiten in die erste Liga aufsteigen. Dies gestaltet sich als gar nicht so einfach, denn man erhält, egal welches Team man sein Eigen nennt, anfangs stets Standardspieler, mit denen man nur schwer Erfolg haben kann. Es gilt also zuerst das Team durch Transfergeschick zu verstärken und so konkurrenzfähig zu machen. Durch den sehr fordernden Schwierigkeitsgrad, der in fünf Stufen regelbar ist, gestaltet sich der Meisterschafts-Modus als enorm langlebig.
Die wahre Stärke von Pro Evolution Soccer 3 entfaltet sich aber erst auf dem Spielfeld. Auf kein anderes Fußballspiel trifft die Bezeichnung Simulation dermaßen zu. Alles, was man bereits in echten Spielen gesehen hat, ist hier möglich.
Ihr wollt gekonnt den Ball durch die Beine lassen, um euren Nebenmann in Szene zu setzen oder doch lieber ein Flugkopfball im Strafraum? Die Entwickler haben nahezu an alles gedacht. Als Neuerung wurde nun sogar die Vorteilsregelung eingeführt. Allerdings kann es durchaus passieren, dass man den Vorteil bekommt, danach aber schnell den Ball verliert und der Vorteil damit schon zu Nichte ist, der Schiedsrichter die Situation aber weiterlaufen lässt. Auch die Ballphysik wurde nochmals verfeinert und überzeugt durch einen sehr hohen Realismusgrad, der nun sogar Handspiel berücksichtigt.
Wichtig ist aber vor allem, dass sich die schier endlosen Bewegungsmöglichkeiten auch gut vom Spieler umsetzen lassen. Dies ist den Entwicklern abermals sehr gut gelungen, denn im Wesentlichen wurde die Steuerung des Vorgängers übernommen und sinnvoll ergänzt. Spieler, die mit den früheren Episoden vertraut sind, werden sich also sehr schnell wieder zu Recht finden, doch auch Anfänger werden mit der sehr gutmütigen Steuerung absolut keine Probleme haben.
Die Aktionsmöglichkeiten sind optimal auf die Tasten verteilt, sollte man dennoch eine andere Belegung bevorzugen, kann man diese auch selbst editieren.
Im Gegensatz zu vielen anderen Sportspielen ist bei Pro Evolution Soccer 3 die künstliche Intelligenz der Mitspieler hervorzuheben. Da die Mannschaftskameraden sehr klug vorgehen, macht sich jede taktische Veränderung deutlich spürbar. Aber auch die Torhüter, ein Problem bei vielen Konkurrenzprodukten, machen hier durchgehend eine gute Figur. Der Schlussmann denkt sogar beim Spiel mit und kommt, sollte Gefahr im Verzug sein, auch mal aus seinem Strafraum heraus.
Überflüssig zu erwähnen, dass Pro Evolution Soccer 3 nicht nur alleine, sondern auch mit Freunden eine Menge Spaß macht. Mittels MultiTab können sich sogar bis zu acht menschliche Spieler einen sportlichen Wettstreit liefern.
Die Verteilung in die Teams spielt dabei keine Rolle und es wäre demnach sogar möglich, alleine gegen sieben Freunde zu spielen.
Pro Evolution Soccer 3 als grafische Enttäuschung zu bezeichnen wäre übertrieben. Dennoch ist die Grafik, und dabei vor allem die Präsentation, nicht gerade das Prunkstück der Fußballsimulation. Ist man von der Fifa-Serie gewohnt, dass die digitalen Spieler ihren reellen Vorbildern größtenteils wie ein Ei dem anderen gleichen, muss man diesbezüglich bei Pro Evolution Soccer 3 Abstriche machen. Die Stars wie Zidane oder Ronaldo sind zwar durchaus zu erkennen, aber der Großteil der restlichen Spieler entsprang dem Editor und besitzt daher wenig Individualität. Man sollte dies nicht missverstehen, denn die Grafik ist immer noch gut. Bei Fifa sieht man aber was möglich wäre und daher muss man sich bei Konami diesen Vorwurf gefallen lassen.
Ausgezeichnet gelungen sind die Animationen. Die schon sehr guten Bewegungsabläufe des Vorgängers wurden vollkommen überarbeitet, so dass sich die Akteure nun butterweich über das Spielfeld bewegen und die Übergänge zwischen den verschiedenen Bewegungen quasi nicht auszumachen sind. Selbst markante Bewegungsabläufe wie die einzigartige Freistoßtechnik von David Beckham oder Roberto Carlos wurden eingebaut und sind zwar nicht von spielerischer, dennoch aber von atmosphärischer Relevanz. Hervorzuheben ist, dass für die PAL-Portierung ein 60-Hertz-Modus eingebaut wurde und es somit, den richtigen Fernseher vorausgesetzt, möglich ist in der Originalgeschwindigkeit zu spielen.
Die Soundseite wird bei Pro Evolution Soccer seit eh und je stiefmütterlich behandelt. Der dritte Ableger bildet hierbei keine Ausnahme.
Das deutsche Kommentatorengespann kann leider nur anfangs überzeugen, denn die verschiedenen Phrasen wiederholen sich einfach zu rasch und wirken meist eher unfreiwillig komisch. Glücklicherweise stehen auch die anderen europäischen Kommentatoren zur Auswahl. Da man da meist weniger versteht, ist man von deren Phrasen nicht allzu schnell gelangweilt und verliert dennoch kaum Spielatmosphäre.
Auch mit einem überragenden Soundtrack, wie ihn die EA Sports Titel bieten, kann Pro Evolution Soccer 3 nicht mithalten. Die Musik kommt eigentlich nie über die Qualität belanglos hinaus. Zumindest kann man aber sagen, dass einem die Musik zu keiner Zeit auf die Nerven.
Hervorragend gelungen sind jedoch die In-Game-Sound-Effekte. Durch die Sprechchöre der Fans fühlt man sich, als wäre man mittendrin, statt nur dabei. Konami Tokyo ist es sehr gut gelungen, die unterschiedlichen Anfeuerungsrufe der Fans einzufangen und so für Gänsehautatmosphäre zu sorgen.
Pro Evolution Soccer 3 im Test.
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