Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Auf dem PC seit ewigen Zeiten etabliert, werden Ego-Shooter nun auch bei Pad-Akrobaten immer beliebter. Um sich von der breiten Masse abzuheben, gehört aber schon etwas mehr dazu, als aufwändige Werbekampagnen und ein großer Name. Lest im Test, wie sich der Ego-Shooter-Erstling von Crystal Dynamics auf dem Schlachtfeld behaupten kann.
Wir schreiben das Jahr 2065, und in China braut sich einmal mehr Übles zusammen...
Leider erweisen sich die Implantationen im ersten Moment als bestenfalls bedingt einsatzbereit, da Nathans Körper nicht genug Zeit zur vollständigen Anpassung gegeben werden konnte. So begnügt sich der Spieler zu Beginn mit taktischen Anzeigen der künstlichen Augen, darunter ein praktischer Radar, sowie einer modifizierten Infrarotsicht, mit der Ihr selbst Gegner hinter festen Wänden ausmachen könnt. Spielerisch interessant wird es mit dem Reflexboost und dem ballistischen Schild. Ersterer verlangsamt in der Praxis die Bewegungen Eurer Gegner, während der Schild Euch vor Geschossen schützt.
Da eine unbegrenzte Nutzung dieser Hightech-Spielzeuge den Schwierigkeitsgrad drastisch senken würde, sind für den Spieler zwei Anzeigen besonders von Interesse. Jedes Gadget kann nur für wenige Sekunden aktiviert werden, bevor es selbstständig seinen Dienst versagt. Einmal deaktiviert, benötigt Nathan einige Momente, bevor er ein weiteres Mal seine Implantate einsetzen darf. Zudem verschlingt jeder Einsatz eine gewisse Menge an Nanoenergie, die selbstredend nicht im Überfluss vorhanden ist.
Gegen gegnerische Walker, wahlweise in der Miniausgabe, empfiehlt sich der Einsatz von EMP-Zubehör in Form von Granaten oder Herf Gun. Mit Hilfe dieser Geschosse lassen sich auch die Schutzschilde mancher Feinde ohne großen Aufwand lahm legen, um sie danach nach bekannter Manier ins Jenseits zu befördern. Aber Vorsicht! Bedenkt stets, dass Nathan als Cybersoldat ebenfalls überaus sensibel auf EMP-Angriffe reagiert. Explodiert ein solches Geschoss in Eurer Nähe, werden nicht nur Frosts Nanofähigkeiten lahm gelegt, sondern er verliert kurzeitig sogar seine Sehfähigkeiten - Schneeblind eben.
In Euch steckt ein waschechter Rambo? Kein Problem. Schnell den ballistischen Schild angeschmissen, einige mobile Energiebarrieren aufgestellt und auf in das Getümmel zwischen den Straßenschluchten. Ohne Zweifel eine wenig elegante Methode, die dank der manchmal arg eigenwilligen KI aber durchaus Chancen auf Erfolg verspricht. Pfiffigere Gesellen schauen sich in den umstehenden Gebäuden um und finden dort neben nützlichen Pick-Ups (Gesundheit, Nanoenergie, Munition usw.) ja vielleicht ein stationäres Geschütz oder eine günstige Sniperposition.Die feindlichen automatischen Abwehrsysteme machen Euch das Leben schwer? Einfach kaputt schießen? Mit EMP-Granaten lahm legen? Sehr unprofessionell. An dieser Stelle kommt der Icepick zum Einsatz, mit dem sich gegnerische Computersysteme hacken lassen. Im Nu ist der Spieler selbst Herr über die Geschütze und heizt den verdutzten Soldaten mächtig ein. Energiesperren hindern Euch am Weiterkommen? Auch hier hilft der Icepick aus der Patsche oder ist es doch das Lüftungssystem um die Ecke? Ganz unwichtig ist ein bedachtes Vorgehen übrigens nicht, müsst ihr doch bei einem Ableben beim letzten Speicherpunkt anfangen, sollten euch einmal die lebensrettenden Nanoboosts ausgehen.
Besonders viel Spaß bereiten die verschiedenen Fortbewegungsmittel. Normales Auto, bewaffneter Buggy, Panzer und Walker. Erspäht Ihr ein solches in den feindlichen Reihen, bietet sich ein leises Herantasten an, was mit der Tarnung auf Nanobasis kein Problem darstellt. Schafft Ihr es nämlich auf den Fahrersitz eines solchen Gefährts, sind die umstehenden Einheiten nur noch Kanonenfutter.
Visuell auf einem mehr als ansprechenden Niveau präsentiert die Technikabteilung das futuristische Kriegsspektakel. Detaillierte Umgebung, hübsche Explosionen und eine über weite Strecken konstante Bildrate lassen keine Wünsche offen. Im Zuge der Physikengine könnt Ihr umherliegende Kisten nach belieben die nächste Treppe hinunter schubsen oder Euch einfach an den mitunter komisch anmutenden Todesanimationen der Gegner erfreuen. Getrübt wird das bisherige Gesamtbild lediglich durch kleinere Clippingfehler. Verstärkte Beachtung verdient die hervorragende deutsche Sprachausgabe, nicht nur wegen den deutschen Stimmen von Laurence Fishburne und Cuba Gooding Junior, die Nathan Frost und Pitney ihr Sprachorgan leihen. In Verbindung mit den genial geschnittenen Zwischensequenzen in Spielgrafik kommt wahrlich Kinoatmosphäre auf. Etwas blass hingegen wirkt die sonstige Effektkulisse im Jahre 2065, was angesichts des gewählten Szenarios etwas schade ist.