Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Kaum ein Jahr ist vergangen, seit Entwickler Insomniac mit Rachet & Clank nach dem JumpnRun-Thron der PlayStation2 gegriffen hat und doch erwartet uns pünktlich zum Weihnachtsfest schon die Fortsetzung. Ob die findigen Amerikaner die recht kurze Entwicklungszeit richtig genutzt haben oder ob uns doch nur ein lauer Aufguss des 2002er-Erfolgskonzepts erwartet, verrät unser Testbericht. Superhelden haben es nicht leicht! Hübsche Frauen wollen gerettet, Welten vor ihrer Vernichtung bewahrt und alte Omas über die Strasse begleitet werden. Richtig schwer hat es jedoch das Heldenduo Ratchet und Clank getroffen. Kaum hatte der Blarg-Konzern samt finsterem Vorsitzenden Drek das Zeitliche gesegnet, war es mit dem Starruhm der beiden Helden auch schon vorbei. Da jedoch Staubsaugen für den knuffigen Allzweckroboter Clank ebenso wenig eine Option ist, wie träges Rumsitzen für das waffenstarrende Wiesel Ratchet, versteht es sich fast von selbst, dass man jeden noch so schwachsinnigen Auftrag annimmt, sofern er sie back in action bringt.
Verrückte, aber nette Geschichte...
Dieses Mal heißt euer Auftraggeber MegaCorp, welcher seine neuste Entwicklung, ein gemeingefährliches Kuscheltier, vermisst. Der Spieler begibt sich auf eine wilde Verfolgungsjagd durch die gesamte Galaxie, immer dem diabolischen Dieb der Schmusebombe auf der Spur. Die irrwitzige Hintergrundgeschichte wird dabei in minutenlangen Ingame-Zwischensequenzen weitergesponnen, welche vom Stil her an Serien wie Die Animaniacs oder Tiny Toones erinnern und wie das gesamte Spiel hervorragend animiert sind.
Doch auch wenn Entwickler Insomniac nicht mit cineastischen Elementen spart, das Hauptaugenmerk von Ratchet & Clank 2 liegt einmal mehr beim Gameplay, welches eine gelungene Mischung aus Jump`n`Run und Third-Person-Shooter darstellt. Als Ratchet durchstreift ihr Planet für Planet immer auf der Suche nach Informationen und neuem Equipment für euer Abenteuer. Dabei könnt ihr die riesigen 3D-Areale frei erkunden, wobei eine Levelkarte für die nötige Übersicht sorgt und zudem immer potentielle Zielorte anzeigt. Hindernisse und Abgründe werden dabei wie schon einst bei Super Mario mittels Sprung stilvoll überwunden. Wo man sich jedoch beim italienischen Klempner der umfangreichen Gegnerpalette mittels Kopfsprung entledigt, greift Ratchet lieber auf sein umfangreiches Schusswaffenarsenal zurück. Mittels praktischen Ringauswahlmenüs greift ihr während eures Abenteuers auf Dutzende von Schießeisen zurück, um je nach Situation Gegner mittels Maschinengewehr zu beharken oder gar komplette Roboterarmeen aus der Hosentasche zu zaubern. Auto-Aiming, sowie ein Zielrahmen helfen dabei, dass eure knapp bemessene Munition auch immer ihr Ziel trifft. Wahlweise könnt ihr zudem in eine Ego-Perspektive schalten, um so eure Projektile zielgenau dem Empfänger zu übermitteln.
Sollten euch trotz der in den Levelabschnitten verteilten Aufmunitionierungskisten einmal die bleiernen Argumente ausgehen, kann Ratchet zudem mittels Knopfdruck auf einen Schraubstock zurückgreifen, mit welchem ihr eure Gegner ausknockt, respektiv welcher sich ganz im Stile eines Bumerangs über kurze Distanz schleudern lässt. Wer dennoch nicht auf seine Waffen verzichten will, hält nach den diversen Kaufterminals Ausschau.
Hier lassen sich Munition sowie Dutzende neuer Schussutensilien erwerben. Als Währung dienen euch dabei Schrauben, welche ihr in überall innerhalb des Levels verteilten Kisten findet. Die Spanne der Neuerwerbungen reicht dabei von zielsuchenden Geschossenen bis hin zu unorthodoxen Waffen, wie beispielsweise stationäre Geschütze, die sich überall aufstellen lassen.
Der Clou bei dem Ganzen: Wie in einem Rollenspiel erhalten schon gekaufte Waffen mit zunehmender Spieldauer Erfahrungspunkte und sind damit noch durchschlagfähiger. Nicht nur euer Waffenarsenal steigt mit der Dauer des Spiels, auch friedfertigere Ausrüstungsgegenstände landen in eurem gigantischen Inventar und ermöglichen euch nach und nach immer neue Abschnitte der im Spiel enthaltenen Planeten zu erkunden. Mittels Enterhaken schwingt ihr euch so beispielsweise über bodenlose Abgründe, Metallstiefel dienen als Ersatz-Inlineskater, mit welchen ihr Rails entlang grindet und praktische Neuerfindungen lassen je nach Situation komplette Flüsse zufrieren oder tauen selbst den größten Eisblock vor euch auf. Doch auch der titelgebende Mini-Roboter Clank erweist sich im späteren Spielverlauf als nützlich. Müsst ihr anfangs noch ohne ihn auskommen, wird er nach einigen Abenteuern zu einem unersetzlichen Partner, welcher eure Sprungkraft mittels Minirotor beispielsweise spürbar erhöht. Doch nicht nur dies: Ist einmal ein Durchgang zu groß für Ratchet, schickt ihr einfach Clank voraus, welcher euch dann mittels seiner Robotor-Privatarmee den Weg frei räumt.
In der Haut der Blechkiste könnt ihr diverse Roboter am Wegrand übernehmen und ihnen dann im Stile eines einfachen Strategiespiels Befehle zuteilen. So legt ihr gegnerische Wachdroiden lahm oder baut Brücken über Schluchten. Als ob dies an spielerischer Abwechslung nicht schon genug wäre, stoßt ihr zudem immer wieder auf kleinere Mini-Spiele, die es für Voranschreiten der Hintergrundgeschichte zu bewältigen gilt.
Im All müsst ihr beispielsweise euer Können als Raumschiffpirat in kleinen Shootersequenzen unter Beweis stellen, während ihr auf den Planeten Arenakämpfe bestreitet oder euch Wettrennen in Gleitern liefert. Damit bei soviel Action auch das Großhirn nicht komplett einschläft, finden sich hier und da zudem kleinere Rätselpassagen, bei denen intelligent mit der Umwelt interagiert werden muss. Beachtlich ist hierbei die Qualität dieser Mini-Spielchen. Sieht man einmal von den Weltraumkämpfen ab, welche unter leichten Übersichtsproblemen mangels brauchbaren Radars leiden, stehlen diese Boni im Spiel stellenweise selbst großen Genre-Vertretern die Show. Vor allem die Gleiterrennen sind ein echtes Highlight: Pfeilschnelle Grafik, toll ausgearbeitete Strecken, eine mustergültige Steuerung, sowie ein beachtlicher Umfang lassen selbst Extreme-G oder Wipeout stellenweise alt aussehen und machen aus dem so schon umfangreichen Titel ein echtes Monstrum in Sachen Spieldauer. W
ährend also spielerisch alles im grünen Bereich ist, gibt einzig die Technik minimalen Anlass zu Kritik. Zwar punktet das Spiel, wie eingangs schon erwähnt, durch seine wunderschönen Animationen auf hohem Disney-Niveau, dafür sorgen ein stetiges Kantenflimmern sowie desaströs niedrig aufgelöste Texturen für eine verwaschene Optik. Grafisch hat sich im Vergleich zum Erstlingswerk schlicht nicht viel getan und gerade im Vergleich zu aktuellen Titeln wie Jak II wirkt der Insomniac-Titel altbacken. Da hilft auch die immer noch beeindruckende Weitsicht, welche schon in Teil eins überzeugen konnte, sowie die bombenfeste Framerate nicht viel.
Absolut mustergültig präsentiert sich dagegen wieder einmal der akustische Part. Wie von Sony kaum anders gewohnt, wurde das Spiel sehr gut ins Deutsche übersetzt und mit einer professionellen Synchronisation unterlegt, welche perfekt den Humor des englischen Originals einzufangen versteht. Wer dennoch lieber den Originalstimmen horcht, erhält dank Multilingual-DVD einmal mehr die Möglichkeit hierzu. Und auch die Soundeffekte sowie der orchestrale Soundtrack gehören mit zum Besten, was man auf PlayStation2 belauschen darf.
Ratchet & Clank 2 im Test.
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