Gesamtwertung76%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit 'Resident Evil Out' kehrt die traditionsreiche Survival-Horror Serie in heimische Gefilde zurück. Allerdings hat das zweite PS2-Abenteuer aus dem Resident Evil-Universum nicht mehr viel gemeinsam mit der GameCube-exklusiven Reihe. Vielmehr handelt es sich bei 'Resident Evil Out' um ein Serien Spin-Off, das fernab des bisherigen und altbekannten Handlungsstrangs eine komplett eigene Geschichte erzählt und nicht an vergangene Teile anknüpft oder diese weitererzählt. Zudem bietet 'Resident Evil Out' eine voneinander unabhängige episodenweise Erzählung der Ereignisse und setzt dabei voll auf Teamplay. Ob das neuartige Spielkonzept überzeugt, klärt unser Review.
Kurzgeschichten aus der Hölle
Knapp ein Jahr nach dem Release in Japan schafft 'Resident Evil Out' endlich auch den Sprung in deutsche, respektive europaweite Händlerregale. Wie schon im Vorfeld bekannt, verzichtet Publisher und Entwickler Capcom dabei bedauerlicherweise völlig auf die innovative Onlineoption der NTSC-Versionen. Trotz des fehlenden Multiplayermodus verbirgt sich in der aktuellen Auskopplung typischer Resident Evil-Spielspass in Kombination mit einigen neuen Features. Da sticht in erster Linie die in der Einleitung angesprochene Storyaufteilung ins Auge. In fünf groß angelegten Kapiteln erzählt 'Resident Evil Out' die Geschichte von acht normalen Raccoon City-Bewohnern.
Zeitlich siedeln sich die Szenarios zwischen dem indizierten zweiten Teil der Serie und Resident Evil 3 (beide PSX) an. In Dreierteams schlagt ihr euch dabei durch jede der fünf Episoden, wobei ihr immer nur einen Charakter steuert und die CPU den Part der Teammitglieder übernimmt.
Das heißt, schon beim Levelstart schlummert der tödliche Virus in eurem Körper. Mit zunehmender Spielzeit breitet sich die Krankheit immer weiter aus. Während des Spiels beeinträchtigt euch dieses Features allerdings nur sekundär, sprich es wirkt sich nur auf die Gesamtspielzeit der Episode aus. So bleiben euch im besten Fall 90 Minuten Zeit, das Kapitel zu beenden. Braucht ihr länger bzw. erreicht der Status der Infizierung 100%, wandelt ihr für kurze Zeit als Zombie durch Raccoon City und sterbt einen grausamen Bildschirmtod. Doch damit nicht genug der Schikane: befand sich das Spiel bei einem Inventarbesuch bislang im Pausenmodus, läuft die Zombiehatz nun gnadenlos weiter. Wechselt ihr jetzt in das Menü um z.B. die Waffe nachzuladen, Wunden zu heilen oder einfach nur informative Notizzettel zu studieren, bleibt ihr für die Zombies angreifbar. Besonders ärgerlich ist die Tatsache wenn man bedenkt, dass jeder Biss der Kreaturen den Fortschritt der eigenen Mutation beschleunigt und die Zombiemeute nun gezielt auf euch Jagd macht.
Typisch Resident Evil
In Bezug auf Waffen, Inventar und Rätsel fühlen sich Fans und Kenner der Serie sicher wieder schnell heimisch. Angefangen bei Resident Evil-typischen Knarren wie Pistolen, Schrotflinten oder Granatwerfern, stehen euch verschiedene Alternativwaffen zur Auswahl. Ihr dürft im Kampf gegen die Zombiebrut u.a. Fleischermesser, Stahlrohre und Flaschen einsetzen. Den richtigen Charakter vorrausgesetzt, lassen sich bestimmte Gebrauchsgegenstände sogar zu gefährlichen Mordwerkzeugen kombinieren. Im Inventarmenü lassen sich wie gehabt aufgesammelte Dokumente und die übersichtliche Karte lesen. Der Speicherplatz für Gegenstände ist immer noch knapp bemessen und bei den meisten Charakteren mit vier freien Slots sogar noch geringer ausgestattet. Hier wird dann das neuartige Teamplay zur hilfreichen Pflichtübung.
Eure Leidensgenossen verhalten sich völlig eigenständig, sammeln somit für den weiteren Spielverlauf ebenfalls wichtige Items auf oder greifen selbstständig Gegner an. Neigt sich z.B. eure Munition oder die Lebensenergie dem Ende entgegen, könnt ihr über das Inventar Gegenstände austauschen und umgekehrt. Einziger Haken: stirbt einer eurer Kameraden, geht logischerweise auch sein gesammeltes Inventar verloren. Hier müsst ihr dann oftmals Medizin oder Munition zurücklassen um Schlüsselobjekte aufzunehmen.
Ebenfalls neu in dieser Form ist das aus Resident Evil Zero bekannte Befehlsfeature: über den rechten Analogstick fordert ihr eure Mitstreiter beispielsweise auf euch zu helfen oder zu folgen. Insgesamt zehn situationsabhängige Befehle dürfen dabei eingesetzt werden. Der Rätselanteil ist gewohnt gering, dennoch erfordern die meisten Aufgaben viel Teamplay.
Im Normalfall sucht ihr nach Schaltern oder Schlüsseln um bestimmte Mechanismen in Gang zu setzen, während euch eure Sidekicks hierfür Feuerschutz geben oder anderweitig Unterstützung bieten.
Gelungener Technikmix
Wer schon mal einen Teil der Serie gezockt hat, kennt sicher die gewöhnungsbedürftige Steuerung. Bei 'Resident Evil Out' ist das auch nicht anders, allerdings verschmelzen hier viele Befehle passend zum Spiel. Neben bekannten Optionen wie Nachladen, Anvisieren, automatisch zum nächsten Gegner wechseln oder Aktionen per einfachem Tastendruck ausführen, könnt ihr nun noch Spezialaktionen starten oder andere Charaktere direkt ansprechen. Zudem lässt sich jederzeit einer der angesprochenen Apelle befehlen.
Grafisch präsentiert sich 'Resident Evil Out' auf höchstem PS2-Niveau. Dafür sorgt nicht nur der optionale 60 Hz-Modus, sondern auch das hochauflösende Polygonal-Gewand.
Kopfschmerzverursachendes Kantenflimmern ist dem exklusiven PS2-Teil ein Fremdwort. Die gerenderten Zwischensequenzen sorgen zudem für echte Kinoatmosphäre. Dem hervorragenden optischen Eindruck, schließt sich auch die typische Soundkulisse an. Gute englische Synchronsprecher überzeugen während den Dialogen und die typischen schlürfenden Geräusche der angreifenden Zombies sind nur zwei Beispiele für die altbekannte, spannende Horroratmosphäre in Resident Evil-Spielen. Schade nur, dass es die Onlineoption nicht in hiesige Gefilde geschafft hat. Hier hätte Capcom bei den Fans ordentlich Punkte sammeln können.
Resident Evil Outbreak im Test.
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