Riding Spirits 2

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Spike
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
0
Riding Spirits 2 [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

74%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Riding Spirits 2

Umfang der begeistert

Die Möglichkeiten in 'Riding Spirits 2' (RS2) sind vielfältig. Auf virtuelle Motorradrennfahrer warten vier grundlegend unterschiedliche Hauptmenüpunkte. Im obligatorischen Vs.-Modus könnt ihr in spannenden Splitscreenmatches gegen einen Freund an den Start gehen. Die Arcadeoption dient für schnelle Rennen auf beliebigen Strecken. Zusätzlich stehen euch diverse Motorräder und Rennklassen zur Auswahl. 'Wettrennen 100' nennt sich der auf Tabellen basierende dritte Wettbewerb. Hier gilt es, sich nacheinander 100 Rennfahrern zu stellen und letztendlich die Pole Position der Rangliste einzufahren. Wer sich aber einer echten Herausforderung stellen will, startet im laufbahngestützten Riding Spirits-Modus eine Karriere. Dabei trumpft RS2 mit einem umfangreichen und motivierenden Karrieresystem auf. Die Laufbahn startet in der untersten Klassifizierung, nun könnt ihr durch Siege von Klasse E bis zur Königsliga aufsteigen. Dabei ist es euch überlassen, ob ihr zuerst sämtliche Wettbewerbe einer Stufe in Angriff nehmt oder die Karriereleiter zur nächsthöheren Klasse aufsteigen wollt. Die Rennen sind immer in verschiedene Turniere aufgeteilt, diese wiederum bestehen ebenfalls aus mehreren Rennveranstaltungen.

Ein Beispiel zum besseren Verständnis: ihr startet nach dem Training – welches die Grundlagen des Spiels anschaulich vermittelt – in der Sprintchallenge. Das ist die erste zugängliche Veranstaltung nach erfolgreich absolviertem Tutorial. In diesem Turnier setzt ihr euch auf diversen Strecken gegen die Konkurrenz durch. Bei einem Sieg winken eine der Klasse entsprechende Gewinnsumme und nach dem Abschlussrennen sogar Sachpreise wie bessere Outfits (Helm und Anzug) oder leistungsstärkere Motorräder. Nun steht es euch wie gesagt frei, ob ihr das nächsthöhere Turnier der Sprintwettbewerbe absolviert oder in das folgende Turnier der aktuellen Klasse einsteigt. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Rennen in den Punkten Tageszyklus, Rennstrecke, Überland oder Stadtfahrt. Zudem ändert sich das Fahrerfeld mit jedem neuen Turnier, so fahrt ihr mal im Pulk von elf Kontrahenten oder setzt euch nur gegen einen Gegner durch.

Aller Anfang ist schwer

Ihr könnt während eurer Karriere eine Vielzahl an Motorrädern von führenden und renommierten Herstellern wie u.a. Honda, Kawasaki, Aprilia oder KTM frei spielen. Selbstverständlich könnt ihr auch, genügend gewonnenes Preisgeld vorrausgesetzt, in neue Motorräder bei weltweit verstreuten Händlern investieren. Dieser Aspekt wird mit zunehmendem Spielverlauf immer wichtiger, da ihr bestimmte Grundvoraussetzungen zur Teilnahme an den Wettbewerben erfüllen müsst. Bei den Bedingungen zählen Mal die Abgaswerte, ein anderes Mal das Gewicht oder die maximale Leistung. Daher sind Turniersiege nicht nur reine Pflichtübung, sondern auch strategisch wichtig.

Nur so könnt ihr kostengünstig an das im folgenden Wettbewerb benötigte Motorrad gelangen und müsst nicht euer sauer verdientes Preisgeld für teure Boliden ausgeben. Denn das ist besser in die zahlreichen Tuningmöglichkeiten für die Bikes investiert. Modifizieren und frisieren ist nicht nur ein interessanter Faktor sondern gehört auch zum vielseitigen Gesicht von RS2. Um den Wettbewerb fair zu gestalten sind sämtliche Fahrer in jeder Klasse mit Leistungsgleichen Modellen ausgestattet. Wer aber am Ende eines Rennens den Sieg einfahren will, sollte seinen fahrbaren Untersatz taktisch klug aufmotzen. Dazu steht euch im sogenannten Teileshop eine umfangreiche Palette an Tuningoptionen zur Verfügung. So könnt ihr eure Motorenleistung, den Antrieb oder die Aufhängung tunen. Zudem lassen sich robustere Reifen aufziehen oder das Gesamtgewicht reduzieren. Ein durch Zündungschips, stärkeren Vergaser und schnelleren Kühler aufgebohrter Motor verspricht deutlich mehr Leistung. Während der Antrieb beispielsweise durch eine kürzere Übersetzung des Getriebes und einer verstärkten Kupplung zu schnellerer Beschleunigung führt, versprechen Modifikationen an der Aufhängung wie u.a. an der Hinterachse oder Frontgabel ein deutlich besseres Handling. Bestimmte Bauteile lassen sich zudem noch frei justieren und so direkt auf euren persönlichen Anspruch abstimmen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, lediglich euer Geldbeutel markiert den möglichen Rahmen. Um eure technischen Änderungen ausführlich zu testen und natürlich den Kurs kennen zu lernen, könnt ihr vor jedem Qualifying in zeitlich unbegrenzten Trainings eurem Highspeed-Drang freien Lauf lassen. Danach geht ihr in auf insgesamt 25 Minuten limitierte Qualifizierungsrunden, um einen der vorderen Startplätze zu sichern.

Technische Mängel

Im Gegensatz zur Genrekonkurrenz fährt Entwickler Spike technisch gesehen ein Sparprogramm. Grundlegend fehlen schon mal ein 60 Hz-Support plus die dazu gehörige Dolby-Soundkulisse. Dafür erwartet euch eine extrem flimmernde Umgebungsgrafik, die vor allem in den Wiederholungssequenzen spürbar auffällt. Auch das vermittelte Geschwindigkeitsgefühl kommt in den niederen Klassen eher einem Spaziergang als einer echten Herausforderung gleich. Nicht selten schleicht ihr ohne große Anstrengung über die Kurse, während in den späteren Turnieren eure komplette Konzentration gefordert ist. Hier hätte etwas mehr Feintuning sprich ein ausgewogeneres Kräfteverhältnis gut getan. Diese Tatsache macht sich auch deutlich beim Handling der Motorräder bemerkbar: die Anfangs zur Verfügung stehenden motorisierten Zweiräder lassen sich noch ohne viel Aufwand manövrieren, mit fortgeschrittener Spielzeit macht sich der Realismus-Gedanke aber immer stärker bemerkbar. Soll heißen, um einen Sieg einzufahren müsst ihr euch nicht nur perfekt an die Ideallinie halten, sondern auch das korrekte Timing zwischen Bremspunkt, Kurvenlage und Beschleunigung herausfinden.

Keine leichte Aufgabe, da selbst kleinste Fahrfehler hart mit einem Ausrutscher bestraft werden und so immer wieder wertvolle Sekunden verloren gehen. Die nervigen Stürze lassen sich zwar abschalten, dennoch bleibt der umständliche Handling-Eindruck erhalten. Ähnlich durchwachsen zeigt sich auch die Präsentation: es gibt zwar, wie schon erwähnt, viele verschiedene Strecken die eine Menge Abwechslung bieten, dennoch reicht der Gesamtstatus nicht über den grafischen Durchschnitt hinaus.

Unspektakuläres Streckendesign, eintönige Texturen und das angesprochene Kantenflimmern überschatten den spielerischen Umfang. Zudem fehlt auch der Soundkulisse der nötige Biss, die Motorengeräusche beispielsweise klingen insgesamt zu schwach und können nur selten überzeugen. Die Animationen beim fahren gefallen da schon etwas besser, die Piloten bewegen und verhalten sich realitätsnah. So legt sich euer Fahrer in den Kurven beinah bis auf den Boden, die Gewichtsverlagerung wird wie bei echten Rennen durch das abgestreckte Knie ausgeglichen. Angesichts der detaillierten Fahrbewegungen stört es trotzdem kaum, dass die Stürze immer durch dasselbe Strickmuster (der Fahrer landet auf dem Hosenboden und rutscht ein paar Meter) dargestellt werden.

Fazit

Anfangs gewinnt man schnell den Eindruck, 'Riding Spirits 2' geht in der Masse an Genrevertretern unter. Zweckmäßige Mageroptik, langweiliger Sound und schwer kontrollierbare Fahrzeuge trüben die Langzeitmotivation zu Beginn. Beschäftigt man sich jedoch mit dem Handling der Motorräder eine Weile, kriegt man den Bogen raus. Stellen sich dann erste Erfolge ein, kommt der enorme Tiefgang des Titels zum tragen. Die Spielspasskurve lässt sich am besten mit 'Gran Turismo' vergleichen. Ähnlich wie bei Sonys Simulationsmonster-Serie wird euch hier ein anspruchsvoller Rennsport-Titel geboten, der erst nach einigen Übungsrunden sein volles Potenzial entfaltet. Virtuelle Motorsportfans sollten sich nicht von der mittelmäßigen Präsentation täuschen lassen, hier verbirgt sich jede Menge Spielspass!

Riding Spirits 2 [PS2 , Justgamers]

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