Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Seit mittlerweile sieben Jahren erfreuen die Entwickler von 49games alle Wintersportfans mit einer jährlichen Neuauflage von RTL Skispringen. Dabei hat sich das Spiel vom technisch grauenhaften Billigmachwerk zur ernstzunehmenden Wintersportsimulation gemausert, deren kommerzieller Erfolg nicht von der Hand zu weisen ist. Auch die Portierung für Sonys PlayStation 2 reihte sich in den Erfolg der Serie nahtlos ein. Grund genug also, auch für die Wintersaison 2005/2006 eine neue Version aufzulegen. Dumm nur, dass der geneigte Spieler dabei das Gefühl nicht loswird, ein klein wenig verhohnepiepelt worden zu sein.
Neues Feature: der Déjà-vu-Effekt
Vom Start des Programms bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Spieler die Disk wieder aus dem Laufwerk holt, stellt sich permanent das Gefühl ein, das alles schon einmal gesehen zu haben. Skispringen 2006 unterscheidet sich nämlich tatsächlich nur äußerst minimal von seiner Vorgängerversion.
Auf 41 Schanzen, die allesamt den realen Austragungsorten nachempfunden wurden, versucht sich der Spieler in drei Ligen an die Spitze zu springen, um am Ende der Saison als Weltcup-Erster auf dem Podium zu stehen. Dabei muss im Managerpart des Titels Trainer und Wachsmeister eingestellt, die Ausrüstung im Auge behalten, mit Sponsoren verhandelt, mit Konkurrenten gewettet und mit dem Springer trainiert werden. Ein Allround-Job für den Spieler, der sich dann auch noch nicht ausruhen darf denn gesprungen werden muss ja letzten Endes auch noch. Neu ist beispielsweise dabei eine Ego-Perspektive, die es beinharten Simulanten... pardon... Simulationsfans ermöglicht, aus der Sicht des Springers zu starten sowie ein optionales Extra-Training, mit dem die vier unterschiedlichen Fertigkeiten des Springers im Stil eines Rollenspiels noch stärker trainiert werden können.
Halt doch mal den Knüppel ruhig!
Die Steuerung des PC-Spiels wurde wie schon in den Jahren zuvor sehr gut auf das Pad der PS2 umgesetzt. Abgesprungen und gelandet wird mit dem X-Knopf, beim Anlauf und in der Luft hält der linke Analogstick den Springer auf Kurs... und mehr ist es dann auch nicht.
Ungeübte Spieler sollten einige Probesprünge im Übungsmodus absolvieren, in dem alle 41 Schanzen und einige vorgefertigte Springer von Anfang an frei zugänglich sind. Im Karrieremodus müssen die Amateur- und Profi-Liga erst durch eine gute Platzierung in der Nachwuchsliga freigespielt werden.
Freunde des gepflegten Mehrspielerspaßes können sich im Schnellstartmodus mit vorgefertigten Springern ein individuelles Turnier liefern oder sogar den Karrieremodus gegeneinander spielen. Wie beim echten Skispringen wird dabei natürlich nacheinander gesprungen, auf einen Splitscreen-Modus und einen zweiten Controller kann also verzichtet werden. Für echte Fans der winterlichen Kurzflugakrobatik ist das ohne Zweifel ein Riesenspaß.
Grafisch präsentiert sich das Spiel solide, wenn auch nicht überragend. Die wichtigsten Details wie Springer, Schanze und Auslaufzone wurden ansprechend gestaltet, Bäume nah und fern sowie Randobjekte wie Autos oder Gebäude kommen verwaschen oder furchtbar detailarm auf Euren Fernseher. Die Akustik wirkt etwas schwachbrüstig, das obligatorische Ziiiiieeehhhhh! der Fans im Stadion und einige wenige passende Soundeffekte sorgen aber für etwas Atmosphäre.
Das nicht selten unfreiwillig alberne Kommentatoren-Duo kann man Gott sei Dank auf Wunsch abstellen.
Auch die sehr sterilen Menüs könnte man langsam mal durch frischere Ideen ersetzen. Ein interaktives Büro des Teamchefs oder ein dreidimensionaler Trainingsraum sollten doch realisierbare Alternativen zu der tristen Menüführung sein.
Starke Punktabzüge in der B-Note gibt es aber für die minimal vertretenen Neuerungen. Besitzer der Vorjahresversion sollten hier dringend vom Kauf absehen. Die wenigen neuen Features, die von den Entwicklern eingebaut wurden, sind ein absoluter Witz.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
RTL Skispringen 2006 im Test.
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