Rumble Roses

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Konami
Entwickler
Konami
Erscheinungsdatum
-
Genre
Kampf
USK
12
Rumble Roses [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

78%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Rumble Roses

Ihr steht auf Wrestling-Spiele, könnt aber die schwitzenden Fleischberge aus Smackdown! vs. Raw und den anderen gewöhnlichen WWE-Titeln nicht mehr sehen? Dann hat Konami jetzt vielleicht das Richtige für euch: In Rumble Roses gehen nämlich ausschließlich gut proportionierte Mädels in aufreizend knappen Klamotten aufeinander los. Ob euch aber neben viel nackter Haut und noch mehr tiefen Einblicken auch spielerisch genug geboten wird, um einen Kauf zu rechtfertigen, erfahrt in in unserem Review.

Zickenalarm

Schon das fetzige Intro macht klar, an welche Zielgruppe man bei Konami in erster Linie gedacht hat: Temperamentvolle Girls tanzen und posen zu treibenden Metal-Riffs und schicken sich im virtuellen Ring mit wuchtigen Moves gegenseitig auf die Bretter. Rumble Roses präsentiert sich von Beginn an als ein Wrestlingspiel, das weniger mit Realismus überzeugen will, sondern Männerherzen vielmehr binnen Sekunden mit einer geballten Ladung Sexappeal erobert.

Im Hauptmenü angekommen, habt ihr die Wahl zwischen einem Schaukampf, einer Runde Schlammcatchen und dem Story-Mode, in welchem ein ganzes Turnier am Stück absolviert werden muss. Der Ablauf der Kämpfe ist dabei identisch, stets beharken sich zwei Girlies mit Dropkicks, einfachen Schlägen und bösartigen Haltegriffen. Beim Kampfsystem ist Konami kein Risiko eingegangen und hat einfach die Entwickler von Yuke´s damit beauftragt, eine simple Alternative zum bekannten Smackdown-Prinzip zu basteln. Daher dient nun wie beim Genre-Primus jeweils ein Button zum Schlagen, Festhalten, Rennen und zum Durchführen von Sonderaktionen wie einem Pinversuch oder dem Klettern aus dem Ring. Natürlich könnt ihr auch blocken oder kontern, was allerdings ein gewisses Timing voraussetzt. In Kombination mit dem Steuerkreuz ergeben sich so spektakuläre Moves, die eure Gegnerin ausknocken und kraftvoll zu Boden schicken oder ihr Arme und Beine ausrenken.

Außerdem könnt ihr nach einigen gelungenen Aktionen einen alles vernichtenden Killer-Move vom Stapel lassen, der meist auch zugleich zu einem Pinversuch führt. Kann sich eure Kontrahentin nicht innerhalb von drei Sekunden daraus befreien, habt ihr den Fight gewonnen. Ein anderer Weg zum Sieg sind die fiesen Submission-Moves: Zielt mit euren Angriffen immer wieder auf eine bestimmte Körperregion, bis sich eure Gegnerin irgendwann nicht mehr gegen den entsprechenden Haltegriff wehren kann und aufgeben muss. Ähnlich sieht es auch bei den Humility-Moves aus, die ihr nach einigen besonders entwürdigenden Aktionen einsetzen könnt. Zu guter Letzt gibt es abseits vom Ring noch einige Waffen zu entdecken, die ihr dann aber auch nur außerhalb der Seile einsetzen dürft.

Die Qual der Wahl

Damit ihr auch wisst, warum sich die Mädchen gegenseitig an die Gurgel gehen wollen, erzählt man euch im Story-Mode mittels einiger Zwischensequenzen in Spielgrafik etwas über die Motive der Kämpferinnen. Intelligente Wortgefechte dürft ihr dabei allerdings nicht erwarten, stattdessen gibt es belanglosen Girltalk und ziemlich peinliche Floskeln, ganz wie in einem schlechten Actionfilm. Ein paar Ideen sind zwar nett, irgendwann drückt man die Sequenzen dann aber doch weg. Negativ fallen hier außerdem die eher durchschnittlichen deutschen Untertitel und die völlig unpassenden Lippenbewegungen der Mädchen auf. Aber hey, wer achtet schon auf die Lippen, wenn die Miezen so offenherzig ihre anderen Qualitäten zur Schau stellen?

Habt ihr euch jedenfalls erfolgreich durchs Turnier gekämpft, wird eine neue Gesinnung für eure Heldin freigeschaltet. Die zahme Reiko Hinomoto wird so zur beinharten Bikerin Rowdy Reiko, während die Spionin Bloody Shadow zur engelsgleichen Judgement mutiert. So erweitert sich der Umfang von anfänglich 10 Bräuten auf immerhin 20, habt ihr das Spiel einmal mit allen durchgezockt, kommt auch noch der seltsame Endgegner Lady X hinzu.

Auch über den Schaukampf-Modus lassen sich einige Extras freischalten. Dazu legt ihr vor dem Kampf bis zu drei Bedingungen fest, die ihr versuchen wollt zu erfüllen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Fiesheit einer eingehaltenen Option verschiebt sich dann eure Gesinnung nach dem Sieg in Richtung Gut oder Böse. Erreicht sie 100 %, könnt ihr in einem Titelkampf den Gürtel erringen und, was für Männeraugen natürlich noch viel wichtiger ist, den Galerie-Modus für eure Lieblingsamazone freischalten. Dort werden selbst schüchterne Spieler zum Spanner, denn mit einer frei beweglichen Kamera gibt es am Strand oder im Trainingsraum noch mehr an Details zu entdecken als in den ohnehin schon recht freizügigen Kämpfen.

Sahneoptik und Schraddelsound

Klar, dass ein Spiel wie Rumble Roses nahezu ausschließlich von der Grafik lebt. Das war auch den Designern bewusst, so dass man sich entsprechend viel Mühe mit der möglichst stylishen Darstellung der Kämpferinnen gegeben hat. Über weite Strecken ist dies auch so gut gelungen, dass angesichts der geschmeidigen Bewegungen der Damen und ihren anmutigen Posen der Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen steigt. Die Outfits unterscheiden sich stark voneinander: Reiko läuft wie eine klassische Ringerin auf, Aisha dagegen ist eine Blondine der Marke Britney Spears. Die durchgeknallte Evil Rose präsentiert sich in wie eine Domina, komplett mit roten Lederstriemen, Latexmaske und Teufelsschwanz. Ebenso pompös ist der Einmarsch einer jeden Wrestlerin in Szene gesetzt, dabei haben die Entwickler auch vor gängigen Klischees wie etwa den rosaroten Sakurablüten nicht halt gemacht, die bei der japanischen Ninja-Nymphomanin Bloody Shadow von der Decke regnen.

Sieht man allerdings etwas genauer hin, so entdeckt man doch kleinere Schwächen bei der Optik. Zum einen ist das Zeilenflackern selbst im 60 Hz-Modus recht stark vorhanden, zum anderen sehen einige Proportionen eher unfreiwillig komisch aus. Das gilt vor allem für die pausbäckige Makoto, sowie für das komische Tier, auf dem Aigle bei ihrem Einmarsch reitet. Es soll wohl ein Pferd sein, auf mich wirkt das Vieh aber optisch eher wie ein übergroßer Ameisenbär. Ebenfalls Abstriche müssen beim Sound gemacht werden, denn die Hintergrundmusik beschränkt sich meist auf reichlich unspektakuläres Metal-Geschraddel. Dafür sorgt wenigstens das Publikum für Stimmung, indem es beim Pinversuch laut mitjohlt oder euch beim Killer-Move anfeuert. Auch das Repertoire an Schmerzensschreien ist ganz okay.

Dennoch, hier ist für eine eventuelle Fortsetzung noch reichlich Raum für Verbesserungen.

Fazit

Wer schon mit der vielen nackten Haut bei Dead or Alive: Extreme Volleyball auf der Xbox seinen Spaß hatte und mit Wrestling-Spielen halbwegs etwas anfangen kann, der sollte auch den Rumble Roses eine Chance geben. Grafisch machen sie zwar keine ganz so gute Figur wie Kasumi und Co., dafür sind sie weitaus abwechslungsreicher kostümiert. Doch auch wenn das Kampfsystem von Yuke´s entwickelt wurde, die spielerische Tiefe von Smackdown! vs. Raw darf und wird hier sicher niemand erwarten. Konami hat den Titel deutlich erkennbar auf die Ausbeutung weiblicher Reize getrimmt, also ist klar, dass das Gameplay zweitrangig ist. Weniger schön ist der geringe Umfang der Keilerei, denn habt ihr erstmal alle Moves und Goodies gesehen, gibt es eigentlich keinen Grund mehr, das Spiel noch länger in der Playstation rotieren zu lassen. Tag Team-Matches, einen Time Attack- oder Survival-Mode sucht ihr leider vergebens, und auch die neckische Galerie verliert irgendwann ihren Reiz. Wer sich aber daran nicht stört und einfach nur eine knackig präsentierte Alternative zum alltäglichen Wrestling-Gekloppe sucht, der dürfte bei den Rumble Roses trotzdem an der richtigen Adresse sein.

Rumble Roses [PS2 , Justgamers]

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