Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Remakes von Klassikern liegen derzeit voll im Trend. Ausgestattet mit einem schier endlosen Vorrat an Klassikern, veröffentlicht Sega nun die Neuauflage zu Shinobi. Auf dem Master System konnte das Ninjaepos damals begeistern, doch wie sieht es über zehn Jahre später auf der PS2 aus?
Einer der Klassiker schlechthin ist Segas Shinobi-Reihe. Der Arcadehit wurde mit mehreren gelungenen, mal nicht gelungenen Umsetzungen, zu einer der bekanntesten Serien der frühen 90er. Über zehn Jahre später gibt es wieder Ärger im Shinobi-Universum. In Tokio erscheint nach einem verheerenden Erdbeben ein Palast, der ein Tor zur Unterwelt geöffnet hat und wie es scheint kann nur Hotsuma, der Anführer des ermordeten Oboro-Clans, die Stadt vor der vollkommenen Zerstörung retten. Hotsuma ist nun also begierig darauf Tokio vor der kompletten Vernichtung zu retten und andererseits herauszufinden, wer seinen Clan ermordet hat. Die recht lange Story ist sehr asiatisch angehaucht und dürfte auf einen westlichen Spieler zwar sehr abgedreht wirken, bietet aber auch einige Wendungen, die es lohnenswert machen, weiterzuspielen.
Alleskönner Hotsuma
Als Anführer des Oboro-Clans, einem geheimen Ninjaorden, ist Hotsuma ein außergewöhnlich guter Kämpfer. Er kann perfekt mit seinem Schwert Akujiki umgehen und beherrscht ebenfalls das Werfen der Shuriken, also der Ninjasterne.
Ebenso ist er in der Lage Tarnangriffe auszuführen, die so schnell sind, dass sie für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind. Dadurch ist es ihm möglich sich an Orten zu bewegen, an denen es keinen Boden gibt oder aber durch geschickten Einsatz in der Luft, einen sehr weiten Sprung auszuführen. Hotsuma ist aber auch ohne seine Tarnangriffe extrem schnell und beherrscht dank seiner Geschwindigkeit, die Fähigkeit an Wänden entlang zu laufen.
Neben solchen Standardbewegugen, die wohl jeder gute Ninja beherrschen sollte, besitzt Hotsuma auch noch Kenntnisse der Magie. Er verfügt über drei unterschiedliche magische Angriffe, die er im Kampf anwenden kann. All diese Bewegungen gehen in Shinobi sehr locker von der Hand und lassen sich sehr intuitiv gegen die Gegnerhorden einsetzen.
Eigentlich sollte es für Hotsuma bei all seinen Fähigkeiten also ein Leichtes sein, Tokio vor dem Untergang zu bewahren. Allerdings haben ihm die Entwickler von OverWorks da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Shinobi orientiert sich in Sachen Schwierigkeitsgrad ganz an seinen Vorgängern. Das bedeutet, dass man einen typischen OldSchool-Schwierigkeitsgrad erwarten darf. Im Klartext heißt das eine schier übermächtige Anzahl an Gegnern, stellenweise unfaires Leveldesign und sehr lange Passagen bis zum nächsten Checkpoint. Shinobi-Fans werden sich also wie zu Hause fühlen, wohingegen unerfahrene Spieler wohl eher das Gamepad in die Ecke donnern werden.Neben den genannten Stärken, gehört das Leveldesign allerdings zu Shinobis Schwächen. Die Hintergründe sind sehr detailarm und wiederholen sich noch dazu sehr schnell.
Solide Hausmannskost
Die Engine von Shinobi ist eher durchschnittlich. Es gibt sehr viel Licht aber mindestens genauso viel Schatten. Sehr gut gelungen ist Hotsuma selbst. Mit seinem wehenden Schal und den geschmeidigen Animationen wirkt er sehr edel und man nimmt ihm die Rolle des Weltenretters gerne ab. Ebenso gelungen sind die restlichen Charaktere, seien es nun die normalen Gegner oder die Storytragenden Personen. Alle sind mit relativ vielen Polygonen modelliert worden, haben einen sehr eleganten Stil und überzeugen vor allem durch ihre flüssigen Animationen. Sehr viel Wert wurde auch auf die Choreographie der Kämpfe gelegt. Nach einem sehr gelungenen Kampf geht die Kamera in eine Slow-Motion über und zeigt den Todesstoß nochmals detailliert. In Shinobi wird dafür relativ viel Blut verwendet. Durch den übertriebenen Einsatz des Pixelblutes wirkt das Ganze aber eher lustig, als abstoßend.
Es wäre nicht so schlimm einen Gang nach dem anderen von Gegnerscharen zu säubern, wenn sich wenigstens die Umgebungsgrafik verändern würde. Leider tut sie dies aber nicht. Durch die immer gleichen Hintergründe ist es auch sehr schwierig Gassen mit Bonusgegenständen auszumachen, denn durch das monotone Design stumpft man sehr schnell in der Wahrnehmung ab und übersieht leicht ein lebensrettendes Power-Up.
Auf der soundtechnischen Seite präsentiert sich Shinobi grundsolide. Der Soundtrack ist an die Vorgänger angelehnt, was aber keineswegs schlecht ist, denn die treibenden Klänge passen sehr gut zu dem Gemetzel auf dem Bildschirm. In den gelungenen Zwischensequenzen wird dann meist Musik verwendet, die etwas besser geeignet ist, um Stimmungen einzufangen. In diesen Zwischensequenzen hat man die Wahl die Stimmen entweder auf Deutsch oder Englisch abspielen zu lassen. Einen großen Unterschied macht es allerdings nicht, denn sowohl die englischen, als auch die deutschen Sprecher wirken etwas unpassend. Schade dass die japanischen Sprecher, die noch in der US-Version anwählbar waren, außen vor gelassen wurden.
Shinobi im Test.
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