Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Neben Resident Evil dürfte Silent Hill zu den beliebtesten Horrorspielen gehören. Konami hat es geschafft mit dieser Spielserie eine unglaublich bedrückende und nervenaufreibende Atmosphäre in einem Videospiel zu schaffen, was man bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hat. Nach einem sehr erfolgreichen zweiten Teil, freute es alle Horrorfans zu hören, dass Konami an einer Fortsetzung arbeitete. Jetzt ist es soweit, der dritte Teil ist in den deutschen Läden zu haben. Und dies ist wirklich etwas besonderes, da Konami Silent Hill 3 als erstes in Deutschland herausgebracht hat. Die USA und Japan müssen noch bis August warten. Wenn Konami das hält, was man im voraus erfahren hat, erwartet uns ein absoluter Hitkandidat.
An einem stinknormalen Sonntagabend ist Heather, die Heldin des Spiels, in einem Einkaufzentrum um noch etwas für Ihren Vater zu besorgen. Als sie vor Müdigkeit einschläft, träumt sie von einem Vergnügungspark der total heruntergekommen ist. Alles ist verrostet und vergammelt und vor allem ist niemand anzutreffen. Der Nebel ist so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen sehen kann. Später erkennt sie, dass im Dunkeln sich seltsame, entstellte Kreaturen bewegen. Als sie dann geschockt aufwacht und von einem Detektiv angesprochen wird, der etwas über Ihre Geburt weiß, flüchtet sie auf die Damentoilette. Ab diesem Zeitpunkt fängt der Horror an, das Einkaufszentrum ist verlassen und diese Kreaturen aus ihrem Traum befinden sich jetzt in der realen Welt. Als dann noch eine exzentrische Frau namens Claudia auftaucht und etwas von der Wiedergeburt des Paradieses erzählt, glaubt Heather endgültig den Verstand zu verlieren. Die Geschichte in Silent Hill 3 baut auf die des ersten Teils auf und hat mit der aus Silent Hill 2 weniger zu tun. Die Geschichte baut sich langsam um den Spieler auf, der allmählich alle Teile des Puzzles zusammenfügt, um am Ende zu verstehen was hier vorgeht.
Neu ist, dass das ganze Szenario nicht in Silent Hill spielt; aber keine Angst in Sachen Horroratmosphäre und Schockmomente steht Silent Hill 3 den Vorgängern in nichts nach. Vor allem sind die Übergänge zwischen Normalwelt und Gruselwelt cool anzuschauen. Mal fährt Ihr mit einem Fahrstuhl in die Tiefe, landet aber wieder an dem selben Ort wie zuvor, nur das jetzt alles wirkt, als befindet Ihr euch in einer Geisterstadt. Ein anderes mal dreht Ihr an einer Badewanne den Wasserhahn auf, aber anstatt des kühlen Nass kommt nur rote Flüssigkeit heraus. Jedenfalls steht fest, dass diese total vergammelnde Umgebungen sehr gut gelungen ist. Das fängt schon mit der Sounduntermalung an. Die Musik hört sich nicht wie Musik an, sondern mehr wie Geräusche aus einem Stahlbauwerk.
Auch das plötzliche Rauschen Eures Radios, das Euch vor, in der Nähe befindenden Monster warnt, trägt zu diesen Schockmomenten bei. Nach ein paar Stunden Spieldauer treibt Euch dieses Geräusch jedes Mal einen kleinen Schauer über den Rücken. Das hört sich jetzt alles an, als wäre ich eine ängstliche Maus, aber jeder der dieses Spiel bei Nacht in einem komplett dunklen Raum genossen hat, wird wissen, von was ich schreibe. Neben all der Action sind auch die Rätseleinlagen nicht zu kurz gekommen. Ihr seid ständig auf der Suche nach Gegenstände die Euch helfen im Abenteuer voranzuschreiten. Mal mixt Ihr verschiedene Chemikalien, um daraus ein Insektenvernichtungsmittel herzustellen, ein anderes Mal seid Ihr aber nur auf der Suche nach einem Schlüssel, um eine verschlossene Tür zu öffnen. Leider gibt es auch ein paar Kritikpunkte: einige der Rätsel wirken ein wenig künstlich und unlogisch. So müsst Ihr durch ein verlassenes Bürogebäude stöbern, auf der Suche nach einem Schraubenzieher, um eine halboffene, verklemmte Schublade aufzustemmen. Dabei hätte ich genauso gut den Schaft der Schrotflinte nehmen können oder etwas anderes, das gerade greifbar wäre. Stellenweiße sind auch die Kamerawinkel nicht immer optimal, zwar dienen sie dazu die Spannung aufrecht zu erhalten, wirkt aber störend vor allem, wenn Ihr gerade in einem Kampf verwickelt seit.
Auch das Monsterdesign kann wieder überzeugen. Zwar sind es dieses mal andere Kreaturen, haben aber den selben schockierenden Anblick. Sie sehen wahrlich aus, als seien sie aus einem Albtraum entsprungen. Die Animationen der Heldin wirken sehr flüssig und wissen durchaus zu überzeugen. Grafisch ist Silent Hill 3 einfach der Wahnsinn und zeigt, was die PlayStation 2 noch zu leisten vermag. Aber was wäre ein Horrorspiel ohne eine schockierende Soundkulisse? Hiervon hat Silent Hill 3 einiges zu bieten. Schon allein die zahlreichen unterschiedlichen Laufgeräusche lassen den Spieler schon erahnen, um was es sich für einen Untergrund handelt. Genial ist auch der ständige Wechsel zwischen Stille und wilder Hintergrundmusik, die meist die Ankunft eines Monsters ankündigt. Auch die quietschenden und stöhnenden Geräusche die diese abartigen Wesen von sich geben unterstützten die Gruselatmosphäre. Es sind auch die spontan auftretenden Geräusche die plötzlich aus dem Nichts kommen, welche den Spieler mal schnell zusammenzucken lässt.
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