Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ein Begriff hat das Herz eines jeden Zockers in den 80ern beherrscht. Ein Begriff, der für schnelle Unterhaltung stand, gigantische, sechsstellige Highscores und für eine dicke Hornhautschicht auf den Fingerkuppen. Die Rede ist von Arcade. Wer denkt nicht gerne an die Spielhallen zurück, prall gefüllt mit riesigen Automaten, schrillen Tönen und gut gelaunten Kids, die nichts anderes im Sinn hatten, ausser ihre Coins in die Schlitze zu feuern und die Scores zum besten zu bringen. Arcade gab es aber auch daheim. Da war zum Beispiel der gute, alte Amiga 500, der Atari ST, die Segas, und Nintendos. Dies war die Zeit, man mag es kaum glauben, als der PC noch keine Spielemaschine war, da er billigere Grafik lieferte, als die vorher aufgezählten Systeme. Auf jeden Fall waren Ballerspiele angesagt. Meistens waren es die bösen Ausseridischen, die horizontal oder vertikal bezwungen werden mussten. In Scharen kamen sie daher und konnten nur durch geschicktes Rechts-, Links-, Hoch-, Runterlenken und wildes Einhämmern auf den Schussbutton (ja, es gab Spiele, die sind nur mit einem Button auskamen) aufgehalten werden.
Anfang 2001 wagte Swing! Entertainment nun den Sprung zurück in dieses simple, aber fesselnde, Spielprinzip mit Silpheed The Lost Planet direkt auf die Playstation 2. Leider ging dieser schöne Titel etwas unter zwischen den anderen Superhits und dem Verlangen der Endkunden nun endlich Next-Gen-Games auf ihrer neuen Next-Gen-Konsole zu spielen. Jetzt ist Silpheed wieder da und das zu einem Hot Price mit günstigen 19,99 Euro.
Es gibt eine ganz wichtige Regel bei Arcade-Games: Nur ein toter Ausserirdischer, ist ein guter Ausserirdischer. Selbst E.T. und ALF würden hier keine Gnade finden, im Kampf um die Highscore. Hier wird alles zerschossen, was sich bewegt.
Und es gibt noch eine Regel bei den Scroll-Shootern: Egal, wie stark ein Raumschiff bewaffnet ist, es gibt immer noch ein Platz, an dem man einen zusätzlichen Ballermann dran schrauben kann. Genau dieser Klischees bedient sich Silpheed und lässt es ordentlich krachen, denn auch hier wollen böse, fiese Aliens die Erde vernichten. Und da die Men in Black nicht aufgepasst haben, machst du dich in deinem waffenstarrenden und supergeheimen Raumschiff in den absolut letzten und finalen Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und Ehre.
Ok, das Spielprinzip ist nicht gerade neu, aber wer so ein Game wegen der Story spielt, der sucht auch im Telefonbuch nach Kochrezepten. Man sollte sich eher an den stimmungsvollen Zwischensequenzen und dem klaren Feindbild erfreuen, genauso, wie an den insgesamt 8 wirklich großen und abwechslungsreichen Level, angehäuft mit vielen verschiedenen Monstern, die man im Schwierigkeitsgrad Normal oder Hart ins Jenseits befördern kann.
Hierbei wird auch jeder Wunsch erfüllt, denn es gibt kleine Aliens, die über den Screen huschen, mittelgroße Aliens, die einen mit Plasmageschossen beharken und bildschirmfüllende Zwischen- und Endgegner, welche mehr als eine Möglichkeit haben, dem User Feuer unter dem Controller zu machen.
Es gibt also viel zu tun, wenn die Welt gerettet werden soll. Natürlich bekommt man für diese wichtige Aufgabe ordentliche Waffen zur Verfügung gestellt, die jeden Feuerwerker erbleichen lassen. Wer sich aber nur auf seine Waffen verlässt, wird sich sehr schnell auf dem Heldenfriedhof wiederfinden. Manchmal ist es geschickter einem Gegner auszuweichen und sich lieber darauf zu konzentrieren, nicht an einem Hindernis zu zerschellen. Diese spielen hier zum Teil eine sehr kampfentscheidende Rolle. Besonders, da der vorgegebene Weg, ab und zu, durch wilde Höhlenwindungen führt und dem Spieler einiges an Feingefühl abverlangt, wobei die intuitive Steuerung dem ambitionierten Alienkiller nicht im Weg steht und die Rumble-Funktion den Spieler über eventuelle Treffer informiert. Ein weiterer elementarer Punkt, der das Game so interessant macht, ist, dass die Kameraperspektiven häufig wechseln und so nie Langeweile aufkommt. Ein Grundstein aller Arcadegames ist es, dass der Spieler nicht die Möglichkeit hat, zwischen dem Spiel zu Speichern. Dabei macht Silpheed keine Ausnahme!
Die Grafik sieht wirklich gut aus. Die Texturen sind anspruchsvoll, 3D-Effekte wurden fulminant in Szene gesetzt, die Gegner sind keine starren Gebilde, sondern haben viele, sich bewegende Elemente und ein Ruckeln sucht man vergebens.
Leider krankt die gesamte Umgebung an einem etwas nervigen Kantenflimmern, woran man sich aber schnell gewöhnt. Der Sound ist, wie soll man es sagen, klassisch. Harte Technotracks bestimmen den auralen Ablauf. Die Explosionen sind schön basslastig und werden den Besitzern von einem Subwoofer wahre Freude bereiten.
Die Optionen sind leider etwas spärlich geraten. An der Lautstärke darf etwas rumgefeilt werden und man kann sich eine Pad-Configuration aussuchen. Diese Einstellungen und die Highscore können dann durch die Option Speichern auf die Memory Card gebannt werden. 16:9 und Dolby Surround sucht man vergebens...
Silpheed - The Lost Planet im Test.
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