SOS - The Final Escape

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
bigben-interactive
Entwickler
Irem
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
12
SOS - The Final Escape [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

80%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

SOS - The Final Escape

Freunde von klassischen Adventures hatten es in letzter Zeit nicht leicht, denn der Spielenachschub in diesem Genre lässt sehr zu wünschen übrig. Das Programmierteam von Irem beweist Mut und veröffentlicht mit Final Escape ein Survival Abenteuer, das vollkommen ohne Actioneinlagen auskommt. Wir haben für Euch überprüft, ob der Titel auf dem weihnachtlichen Wunschzettel stehen sollte.

Survival ohne Horror

Es gibt Tage , an denen alles schief läuft. Der Reporter Keith Helm, macht sich auf den Weg, um zur neuen Arbeitsstätte in Capitol City zu gelangen. Ein gewaltiges Erdbeben erschüttert die Stadt und ihr werdet bewusstlos , als eine mächtige Hängebrücke unter den Erschütterungen nachgibt, und den Bus , in dem Ihr euch befindet, in die Tiefe stürzen lässt. Zu allem Überfluss fliegt der letzte Rettungshubschrauber auch noch ohne Euch davon, wenigstens wird eine Überlebensausrüstung abgeworfen. Dieses zu bekommen, ist unsere erste Aufgabe im Spiel.

Die Steuerung wurde dabei intuitiv gelöst, der X Button dient als Multifunktionsknopf, mit dessen Hilfe unser Charakter beispielsweise Dialoge führen kann oder mit Gegenständen interagiert. Mittels des Dreieck Buttons wird in einen First Person Modus gewechselt, in diesem kann man sich umsehen und die Gegend genauer untersuchen. Das eigentliche Spiel läuft aber in einer Ansicht aus der Dritten Person ab, man sieht den Charakter von hinten, wobei an vielen Stellen in spektakulärere Ansichten umgeschaltet wird. Drückt man auf die Quadrat Taste, so öffnet sich das Item Menü , in dem Gegenstände betrachtet, miteinander kombiniert und benutzt werden können. Die Schulterknöpfe dienen entweder zum Rufen, oder um sich bei Gefahr ducken zu können. Ferner steht eine sehr gut umgesetzte Kartenansicht zur Auswahl.

So bewegen wir uns also vorsichtig auf der zerstörten Brücke entlang, die immer weiter in sich zusammenbricht. Dies ist durch gescriptete Ereignisse hervorragend in Szene gesetzt und vermittelt tatsächlich den beängstigenden Eindruck dieser Situation. Wichtig ist es dabei immer wieder zu trinken, denn ohne Wasser überlebt Ihr nicht lange. Allerdings ist der Platz im Rucksack begrenzt , so dass man später einen Kompromiss zwischen dem Mitführen von Wasserflaschen und dem Transport von anderen Gegenständen finden muss.

Der Wasservorrat kann an mehreren Stellen im Spiel aufgefrischt werden, diese dienen auch als Speicherpunkte. Die Kamera kann leicht von Hand nachjustiert werden, eine freie Bewegung der Kameraposition ist aber nicht möglich.

Ziel des Spiels ist es, immer weiter ins Stadtzentrum vorzudringen, um doch noch gerettet werden zu können. Dabei entwickelt sich eine sehr dichte und wahrhaft spannende Story. Zu Beginn des Spiels stehen drei Schwierigkeitsstufen zur Wahl, wobei aber bereits die einfachste eine ansprechende Herausforderung darstellt.

Die dabei vermittelte Atmosphäre ist absolut beängstigend und einfach klasse umgesetzt. Es wird eine Spannung vermittelt, die man sonst nur aus der Resident Evil Reihe oder Silent Hill kennt, hier allerdings ohne die Verwendung von Gewalt. Die Rätsel sind klassisch und größtenteils logisch, allerdings erfordern sie durchaus einiges an Gehirnschmalz.

Ab und an wünscht man sich auch den ein oder anderen Tipp, was den Frustfaktor an manchen Stellen etwas senken würde. Interessante Dinge werden im Bild markiert, so dass nicht die Gefahr besteht, wichtige Gegenstände zu übersehen. Schön umgesetzt wurde dabei die Karte, auf der nicht nur die eigene Position, sondern auch alle bisher besuchten Örtlichkeiten inklusive einer kurzen Beschreibung eingetragen sind. Es existiert auch eine Ansicht über alle Charaktere, denen man im Spiel begegnet, was besonders im späteren Spielverlauf sehr nützlich ist.

Da es sich um ein Spiel handelt , welches den Anspruch hat, realistisch zu sein, kann euer Charakter auch sterben, allerdings sind vor solchen Stellen die Speicherpunkte stets geschickt gesetzt, was unnötigen Leerlauf im Spiel vermeidet. Die Steuerung erfordert zwar einige Einarbeitungszeit, funktioniert dann aber sehr gut und vor allem intuitiv. Sprünge führt unser HelD selbständig aus, sofern er sich im „schnellen“ Laufmodus befindet. Lediglich die Möglichkeit , die starre Kamera ähnlich wie bei 3D Actionadventures frei bewegen zu könne, wird schmerzlich vermisst. Das Spiel verbindet auf gelungene Weise Elemente von Horror Spielen mit Einflüssen eines Grafikadventures in Echtzeit. Ärgerlich ist hingegen die Tatsache, dass während einer Spielstufe (wie z.B. der Brücke) nicht frei gespeichert werden darf, sondern nur an bestimmten Punkten. Detaillierte Umgebungen und eine vorbildliche Weitsicht verlangen der Hardware einiges ab, was sich in gelegentliche Rucklern äußert, die den Spielspaß aber in keinster Weise beinflussen.

Die gesamte Grafik wirkt sehr lebendig und vermittelt das Flair der Umgebung perfekt. Die Animationen unserer Spielfigur wirken recht flüssig und durchaus real, allerdings ist der Abwechslungsreichtum in diesem Bereich nicht sehr groß. Gescriptete Ereignisse und nette Zwischenfilme in Spielgrafik tragen zu einem guten optischen Gesamteindruck bei. Lediglich die Qualität einiger Texturen fällt etwas vom hohen Standard ab, ansonsten ist die Grafik erfreulich flimmerfrei und auch Treppeneffekte sind praktisch nicht vorhanden.

Die Qualität der Grafik erinnert an GTA 3, alles wirkt also etwas verwaschen und sieht aber dennoch sehr ansprechend aus. Den Menüs hätte allerdings ein wenig mehr Feinschliff gut getan, denn diese sind zwar zweckmäßig, aber nicht gerade schön anzusehen. Was hier geboten wird, gehört ganz klar zum Besten auf der Playstation 2. Atmosphärische Musik in Verbindung mit den realistischen Sounds und dem reichlichen Einsatz des Rumble Effektes erzeugen ein fast Filmreifes Spielgefühl. Im Spiel wird stellenweise auch englische Sprachausgabe verwendet, die allerdings nicht über ein mittelmäßiges Niveau hinauskommt.

Fazit

Irem hat ein faszinierendes Spiel geschaffen, das einen so schnell nicht mehr loslässt, wenn man sich die Zeit nimmt, sich in die Steuerung einzuarbeiten und vor plötzlichen, unvorhergesehenen Ereignissen nicht zurückschreckt. Das Szenario einer zerstörten Stadt, die immer wieder von Erdstößen erschüttert wird, ist nahezu perfekt umgesetzt worden. Sicher ist das Spiel nicht jedermanns Sache, da es sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt, es ist aber durchaus innovativ und stellenweise sehr spannend. Einige Patzer in der Präsentation und vor allem das unflexible Speichersystem knabbern aber einiges von der Wertung ab, so dass letztlich ein guter Titel übrig bleibt, der absolut eine Chance verdient hat und sicher auch hier in Europa viele Freunde finden wird.

SOS - The Final Escape [PS2 , looki.de]

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