Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
So seicht sich die Hintergrundgeschichte ohne nennenswerte Überraschungen oder Wendungen präsentiert, so fesselnd gestaltet sich das Gameplay. Am ehesten kann es als Mischung aus Dynasty Warrior und den Der Herr der Ringe-Actiontiteln beschrieben werden, ohne jedoch die Mängel der vermeintlichen Vorbilder zu übernehmen. Realisierbar wird das einzigartige Spielerlebnis allein dank der Grafikengine, mit der in die Tat umgesetzt werden kann, was sonst lediglich versprochen wird: Kämpfe mit vielen Dutzend Gegnern gleichzeitig in riesigen Arealen und das flüssig, zu jeder Zeit!
Dabei ist Spartan: Total Warrior keineswegs ein reiner Buttons Masher, stellt im Gegenteil teilweise selbst geübte Videospieler vor echte Herausforderungen, was das Überleben (anderer) angeht. Lassen sich normale Fußtruppen ohne starke Panzerung noch problemlos mit einigen Schwerthieben zum Hades schicken, müssen bei den Legionsanführern schon andere Methoden ran. Sie blocken stumpf jeden Schlag des Helden, zumindest bis dieser den Gegner mit seinem Schild zum Schwanken bringt und so seine Deckung durchbricht. Assassinen springen im letzten Moment akrobatisch zur Seite, Bogenschützen schicken dem Krieger ihre Pfeile entgegen und ganz fiese Zeitgenossen schnallen sich einen Flammenwerfer auf den Rücken, der bei zu starker Belastung auch gerne explodiert. Zu allem Übel gesellen sich im späteren Spielverlauf noch Barbaren, Gladiatoren des Kolosseums und untote Kreaturen hinzu. Letztere müssen mit einem beherzten Tritt sprichwörtlich zerquetscht werden, damit sich ihre verwesten Reste nicht erneut erheben.
Dass unser Spartaner dennoch als Sieger aus den Kämpfen hervorgeht, liegt nicht nur an seinen drei KI-Kumpanen, die tatkräftig mit austeilen. Vielmehr sind es seine vernichtenden Kombomöglichkeiten und Spezialangriffe, die ohne weiteres zwei Hand voll Gegner mit einem Streich enthaupten können. Ausgangspunkt dafür ist die Wutanzeige. Jeder Treffer, den der Spartaner bei einem Gegner landen kann, lässt diese steigen. Ist sie voll, darf je nach Waffe eine andere Spezialattacke ausgeführt werden. Und da sich bei dermaßen vielen Gegner die Wut des Helden praktisch ständig im kritischen Bereich befindet, findet das Vergnügen nie ein Ende. Achilles Speer zum Beispiel lädt sich mit Energie auf und pulverisiert danach sein Opfer regelrecht. Das Schwert des Spartaners hingegen zieht eine Schneise der Verwüstung durch die Menschentraube - Zeitlupeneffekt inklusive. Nicht weniger wirkungsvoll erweist sich die göttliche Macht im Heldenalltag. Beliebige Waffe oder das Schild der Medusa in der Hand, Taste betätigt und schon werden ganze Horden versteinert, mit Blitzen gebrutzelt oder durch ein Erdbeben ordentlich durchgerüttelt.
Enthauptungen, gemütliche Getümmel mit unzähligen Leichen, darunter gerne Zivilisten geht man rein nach dieser Beschreibung, ist das Keine Jugendfreigabe-Siegel eher verständlich als nach einigen Stunden Spielzeit. Der Grafikstil ist alles andere als realistisch, fast schon comichaft und herumfliegende Köpfe hätten es bei Spartan nicht zum ersten Mal durch die USK geschafft. Immerhin ist die deutsche PAL-Version komplett ungeschnitten
Spartan: Total Warrior (26 Bilder)
Drei Schwierigkeitsgrade, großzügig verteilte Checkpoints und abbrechbare Cutscenes sorgen für wenig Frust. Gespeichert wird zwischen den Missionen, wo es auch die einzigen Ladezeiten im Spiel gibt. Dafür sind diese gut und gerne bis zu eine Minute lang. Wer besonders aufmerksam durch die Gänge streift, findet versteckte Artworks und Boni für die Arena. Ein persönlicher Gigant, acht Hand voll Mitstreiter und besonders viele lebenspendende Altäre machen die Kämpfe gegen ganze Legionen wesentlich einfacher und führen zu immer höheren Highscores.
Bleibt zum Schluss die undankbare Aufgabe, die letzten (kleinen) Kritikpunkte zu Papier zu bringen. Clippingfehler, unsaubere Übergänge zwischen zwei Animationen und in der Nahaufnahme unschöne Charaktermodelle erinnern uns daran, dass es sich bei der Hardware nur um eine PlayStation 2 handelt. Das rüttelt aber nur unmerklich an der Grafikwertung, zumal selbst Schatten bei den Schnitzeleien dargestellt werden. Auf akustischer Ebene ist der schlimme Finger die deutsche Sprachausgabe, die weder Lippensynchron ist, noch zu begeistern weiß. Dafür zeigen sich die optional wählbaren englischen Sprecher umso begabter. Im Kampf dominieren die Schreie der Krieger und klirrende Schwerter. Sonstige Hintergrundmusik hält sich zu jeder Zeit absolut im Hintergrund und beschränkt sich auf ein paar Trommeln, bisschen Gerassel und die eine oder andere Melodie.