Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Niemand fühlt sich in dunklen Ecken so wohl wie er, niemand hat coolere Sprüche auf Lager. Sam Fisher ist zurück und heftet sich auch im dritten Teil der Splinter Cell-Reihe an die Fersen skrupelloser internationaler Verbrecher, um die Welt zu retten. Ob der neue Teil den Erwartungen gerecht wird oder nur ein müder Aufguss der Vorgänger ist, erfahrt ihr in unserem Review.
Die ganze Welt ist in Aufruhr, denn im asiatischen Raum bahnt sich langsam aber sicher ein Krieg an. Mittendrin befindet sich die Geheimwaffe der NSA, Sam Fisher, der auf der Suche nach den Ursachen für das Chaos nach und nach einer internationalen Verschwörung auf die Schliche kommt. Im Verlauf von 9 Missionen erkundet unser Held die verschiedensten Schauplätze des Erdballs.
Allerlei Schnickschnack
Was wäre ein waschechter Geheimagent ohne seine kleinen Helfer, die Gadgets. Auch der alternde Sam kommt um die neuesten technischen Errungenschaften nicht herum. Mit dem altbekannten optischen Kabel schaut man unauffällig unter Türen hindurch, die man danach entweder brachial eintreten, oder leise mit dem handlichen Dietrich aufschließen kann. Der beste Freund von Fisher ist nach wie vor sein Nachtsichtgerät. Ohne das würde man in den vielen dunklen Räumen schnell die Übersicht verlieren. Das Wärmesichtgerät dagegen spürt Körperwärme, die von Maschinen abgegebene Hitze und andere Wärmequellen auf und seit neuestem darf man auch auf das EMF-Sichtgerät zugreifen, das elektromagnetische Felder sichtbar macht.
Wenn es um Waffen geht, greift Sam am liebsten zu seinem SC-20K Gewehr. Das kann neben einfachen Kugeln auch größere Projektile wie Gasgranaten abfeuern, oder Haftkameras an die Wand schießen, mit denen man gefahrlos die Lage beobachten kann. Die Pistole mit Schalldämpfer verfügt im neuen Teil über das so genannte OCP, ein Gerät, mit dem man etwa Lampen oder Kameras für einige Sekunden außer Gefecht setzen kann. So spart man Munition und erregt darüber hinaus kein allzu großes Aufsehen. Für Einsteiger haben die Entwickler leicht verständliche und ausführliche Tutorialvideos ins Spiel integriert, die alle Funktionen genau erklären.
Abgesicherte Computer-Systeme oder Retina-Scanner stellen im neuesten Splinter Cell keine so großen Probleme mehr dar wie noch in den alten Teilen. Beide kann man nämlich hacken, ohne den dazugehörigen Code zu besitzen.
Das Hacken gestaltet sich unkompliziert, die Aufgabe des Spielers ist es, innerhalb eines bestimmten Zeitlimits einen mehrteiligen Zahlencode zu knacken, indem man im richtigen Moment auf die jeweilige aufleuchtende Ziffer klickt.
Wenn mehrere der fünf Ziffern auf einmal zu leuchten anfangen und man seinen Einsatz verpasst, verstreicht das Zeitlimit und alle Wachen in der Umgebung werden durch den ausgelösten Alarm verständigt. Der Alarm darf in den meisten Missionen übrigens maximal 3 mal ausgelöst werden, sonst gilt der Auftrag als gescheitert.
Aufmerksame Terroristen
Die KI der Feinde ist den Entwicklern von Ubi Soft eindeutig gelungen. Die Gegner sind äußerst aufmerksam und schöpfen schon beim kleinsten Geräusch Verdacht. Neben ausgeschalteten oder zerstörten Lichtquellen und herumliegenden Leichen von Kollegen reagieren sie nun auch auf unverschlossene oder offengelassene Türen. Sollte man versuchen, sich einfach nur im Dunkeln zu verstecken, wird man damit höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben, da die meisten im Besitz einer handlichen Taschenlampe oder eines Leuchtfeuers sind. Nachdem man einen Gegner letztendlich im Schwitzkasten hat, und er nichts Wichtiges mitzuteilen hat, kann ihn Sam mithilfe seines Messers entweder für immer beseitigen oder einfach betäuben. Insbesondere beim Verhören der Gegner muss man immer wieder schmunzeln, da die humorvollen Dialoge an vielen Stellen mit reichlich Sarkasmus gewürzt sind. Auch wenn Sam Fisher nicht mehr der Jüngste ist, er verliert mit den Jahren nicht an Beweglichkeit, ganz im Gegenteil: So kann er seine Gegner nun z.B. mit dem Überkopf-Würgegriff von oben packen und lautlos ausschalten.
Grafisch schwächer als die PC-Version
Die Grafik der Playstation 2-Fassung ist im Vergleich zur PC-Version eher mau ausgefallen. Viele Texturen wirken matschig und sind bei weitem nicht so detailliert wie auf dem PC, dafür hat man sich um einigermaßen korrekte Schattenverläufe und eine abwechslungsreiche Gestaltung der Levels bemüht. Die fehlende Kantenglättung stößt allerdings jedem Zocker sauer auf, auch auf einen 60 Hz-Modus hat man leider verzichtet. Als Konsolenfreak hat man sich ja inzwischen an optisch stark abgespeckte Varianten insbesondere bei Multiplattformtiteln gewöhnt, richtig schade ist aber, dass man an vielen Stellen zusätzlich noch zur Schere gegriffen hat, um eine flüssige Performance zu gewährleisten. Teilweise sind ganze Levelabschnitte verschwunden oder verändert worden, was doch etwas enttäuschend ist.
Für sich genommen ist die Optik solide, kann aber der PC- und der Xbox-Version nicht das Wasser reichen. Soundtechnisch bietet Chaos Theory stimmungsvolle Agentenmusik, die ebenso wie die deutsche Synchronisation sehr passend ausgefallen ist, jedes Level bietet eine andere Musikuntermalung, die sich abhängig von der Situation, in der man sich befindet, verändert.
An die PS2-Onlinezocker in unseren PAL-Gefilden hat man beim Multiplayer gedacht: Via Ethernet könnt ihr mit einem Mitspieler gegen ein zweiköpfiges Team aus menschlichen Söldnern antreten. Dieser Mode entspricht dem bereits aus Teil 2 bekannten Versus-Modus. Dabei wurden alle alten Level einer Generalüberholung unterzogen. In diesem Modus ist es die Aufgabe der Spione, Computersysteme zu hacken oder wichtige Datenträger zu sichern.
Sie haben keine tödlichen Waffen, Gegner können lediglich mit Elektrogeschossen oder Gasgranaten für eine Zeit lang kampfunfähig gemacht werden. Ganz anders die Söldner, die man ausschließlich in der Ego-Perspektive spielt. Sie benutzen mehrere spezielle Sichtgeräte, mit denen sie Eindringlinge leichter ausfindig machen können.
Auch der neue Koop-Modus wurde in die PS 2-Version integriert. In diesem können zwei Spione miteinander durch die vier vorhandenen Levels schleichen. Die Missionen unterscheiden sich nicht von Einzelspielermissionen, an manchen Stellen ist aber Teamwork gefragt, um z.B. eine hohe Mauer zu überwinden. Insgesamt gibt es sechs Coop-Moves, die man nur zu zweit ausführen kann. Leider kann man auf der PS 2 nur im Splitscreen zusammen losziehen.
Splinter Cell: Chaos Theory im Test.
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