Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Die Menüs wirken einfach flippig und ausgelassen, sodass man meint, man sei ein Teil des Spiels. Ein cleverer Schachzug der Entwickler, der sich durch den kompletten Titel zieht. Wie gewohnt darf man sich in eine Art Karrieremodus stürzen oder aber allein bzw. mit einem Freund den neuen Berg unsicher machen. Leider gibt es keinen Onlinemodus mehr, was uns völlig unverständlich erscheint und eigentlich bei einer Reihe wie SSX nicht zu akzeptieren ist. Das Herzstück des Spiels ist aber natürlich der On Tour-Modus.
SSX 3 hatte damals mit jenem Modus Geschichte geschrieben. Nicht etwa weil der Modus so komplex war, und ja, das war er, sondern vielmehr, weil man einfach einen riesigen Berg zur Verfügung gestellt bekam und sich dort frei bewegen konnte. Das damalige Freiheitsgefühl hat zusammen mit der großartigen Musik eine Atmosphäre erzeugt, die viele Spieler ihren Lebtag nicht vergessen werden. SSX On Tour beraubt den Spieler zumindest im Karrieremodus dieses Gefühls. Warum auch immer, aber die einzelnen Events werden nun auf einer simplen Übersichtskarte angeboten. Bevor man sich jedoch als Boarder oder Skiakrobat beweisen kann, gilt es einen eigenen Charakter zu erstellen.
Wie zu vermuten ist, sind auch die zahlreichen, auswählbaren Charaktertypen eher von der durchgeknallten Sorte, aber das tut dem Spiel nur gut.
Neben dem Gesicht kann man die Frisur und den Bartwuchs, sowie einige andere Dinge seines neuen Alter-Ego verändern. Ausrüstung kann wie immer nur durch gewonnenes Geld finanziert werden. Dafür bietet der neue Titel aber eine Fülle an Boards, Skiern und Klamotten von Markenfirmen, wie Special Blend. Zu Beginn des Spiels seid ihr aber lediglich mit ein paar billigen Fetzen und einem unausgereiften Board oder sperrmüllreifen Skiern unterwegs. Hier sei noch erwähnt, dass zum ersten Mal auch mit Skiern getrickst und gefahren werden darf. Dabei stellt dieses Sportgerät, auch aufgrund seiner etwas schlechteren Steuerbarkeit, nur eine Alternative dar, selbst wenn man es überall da einsetzen kann, wo auch das Board zum Einsatz kommt.
Aufgrund der erneut großartigen und detailverliebten Strecken bieten sich zahllose Möglichkeiten abzukürzen, was auch den CPUs nicht verborgen bleibt, und man so in wenigen Sekunden schon mal knapp 100 Meter auf sie verliert. Während der Abfahrten kommt das berühmte Flair der Serie wieder zum tragen. Es macht einfach einen ungeheuren Spaß die riesigen Pisten entlang zu heizen, dabei nach Abkürzungen und guten Trickmöglichkeiten Ausschau zu halten und den ein oder anderen Hobbysportler umzufahren. Das Gefühl, welches sich breit macht, wenn man einen der zahlreichen Monsterabgründe hinunter springt, ist kaum in Worte zu fassen. Das Kennen der einzelnen Strecken ist ein absolutes Muss, um letztlich auf Platz 1 zu landen. Doch ein gewonnenes Event macht noch keinen Superstar. Langsam aber sicher baut man sich einen Bekanntheitsgrad auf. Je erfolgreicher man fährt, desto bekannter wird man und desto bessere Sponsoren werben um einen.
Mit dem gewonnen oder gesponserten Geld können aber nicht nur Boards oder Skier erstanden werden, viel mehr kann man sich auch neue Tricks und Attribute kaufen, um seinen Horizont zu erweitern. Das bekannte Skillsystem aus SSX 3 wurde allerdings, warum auch immer, entfernt, sodass der fahrbare Untersatz in den Mittelpunkt rückt. Die Wahl des richtigen Sportgerätes ist in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen sind die Boards und Skier ziemlich kostenintensiv, zum anderen verfügen sie über Attribute, wie Trickfähigkeit und Wendigkeit, welche sich natürlich auf die Geschwindigkeit und das Handling auswirken.Bis man dann allerdings der bekannteste Fahrer der Tour ist, dauert es seine Zeit und genau in dieser Zeit ist die Motivation enorm hoch.
Leider ebbt diese nach dem Durchspielen ab, da der Zweispielermodus zwar alle Events bietet, einen Onlinemodus mit Ranglisten aber nicht ersetzen kann. Lediglich die Möglichkeit, den kompletten Berg von der Spitze bis ins Tal abfahren zu dürfen, lässt den Spieler immer Mal wieder zum Spiel greifen.
In Sachen Gameplay hat sich ansonsten nicht viel geändert. Während der Rennen versucht man noch immer so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen, dabei aber genügend Tricks zu machen, um die Boost-Anzeige zu füllen und so besser durchstarten zu können. Auch die Trickrennen bzw. die Sloope-Style-Events, die den Spieler in einer Pipe seine Tricks vollführen lassen, haben sich wenig geändert. Noch immer versucht man die Boost-Anzeige durch waghalsige Sprünge zu füllen, um dann Monstertricks auf Eis zu legen. Unterstützt wird dies durch die Möglichkeit, grandiose Tricks durch den rechten Analogstick auszulösen. Insgesamt wurde also in Sachen Gameplay nicht viel verändert, lediglich die Steuerung wurde zum Besseren überarbeitet, sodass das Fahren nun noch einfacher
Genauso wichtig wie die grafische Gestaltung ist natürlich der Soundtrack. Dieses Mal wurde weniger auf Techno und bedeutend mehr auf Rock gesetzt. Bands wie Motörhead und Scorpions tragen mit ihren bekannten Songs ihren Teil zum Gesamtkunstwerk bei. Ohne den sehr gut gelungenen, wenn auch etwas einseitigen Soundtrack würde das Spiel nur halb so viel Spaß machen, aber das war ja schon immer so. Natürlich ist die Musik auch wieder dynamisch, das heißt, sie verändert sich je nachdem, ob ihr gerade normal fahrt oder in luftiger Höhe Sprünge vollführt. Leider wurde der lustige Moderator des Vorgängers entfernt, der einen gewissen Teil zum Freiheitsgefühl des Vorgängers beitrug, aber Musik pur ist ja schließlich auch nichts Schlechtes.
GameCube-Spieler freuen sich außerdem auf bekannte Nintendo-Charaktere als Bonusfahrer.