SSX on Tour

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
EA Sports
Entwickler
EA Sports
Erscheinungsdatum
-
Genre
Sport
USK
0
SSX on Tour [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

SSX on Tour

Skier oder Board?

Nachdem sich SSX 3 gewohnt verrückt, aber immer noch relativ bodenständig präsentierte, um ja nicht zu weit aus der Masse der Spiele herauszuragen, haben die Jungs und Mädels von EA Sports nun ganz neue Wege in Sachen Design eingeschlagen. Bereits das Intro weiß zu verdutzen und auch das Hauptmenü, sowie der komplette Stil des Spiels wurden einer gründlichen Runderneuerung unterzogen. So wirkt die Präsentation des Titels nun extrem durchgeknallt, die Menüs scheinen im Schnelldurchlauf entstanden zu sein und man meint, es wären für kein Einziges auch nur zwei Skizzenzettel verwendet wurden. Alles wirkt unfertig und nach Lust und Laune dahin gezeichnet, aber was soll man sagen, es hat Stil und macht einen extrem coolen Eindruck. So kommt bereits vor dem ersten Spielen das typische SSX-Flair auf, namentlich die große künstlerische Freiheit, die dem Spieler während seiner Abfahrten bisher immer gewährt wurde, und natürlich das Gefühl von Schwerelosigkeit und Unabhängigkeit.

Die Menüs wirken einfach flippig und ausgelassen, sodass man meint, man sei ein Teil des Spiels. Ein cleverer Schachzug der Entwickler, der sich durch den kompletten Titel zieht. Wie gewohnt darf man sich in eine Art Karrieremodus stürzen oder aber allein bzw. mit einem Freund den neuen Berg unsicher machen. Leider gibt es keinen Onlinemodus mehr, was uns völlig unverständlich erscheint und eigentlich bei einer Reihe wie SSX nicht zu akzeptieren ist. Das Herzstück des Spiels ist aber natürlich der “On Tour“-Modus.

SSX 3 hatte damals mit jenem Modus Geschichte geschrieben. Nicht etwa weil der Modus so komplex war, und ja, das war er, sondern vielmehr, weil man einfach einen riesigen Berg zur Verfügung gestellt bekam und sich dort frei bewegen konnte. Das damalige Freiheitsgefühl hat zusammen mit der großartigen Musik eine Atmosphäre erzeugt, die viele Spieler ihren Lebtag nicht vergessen werden. SSX On Tour beraubt den Spieler zumindest im Karrieremodus dieses Gefühls. Warum auch immer, aber die einzelnen Events werden nun auf einer simplen Übersichtskarte angeboten. Bevor man sich jedoch als Boarder oder Skiakrobat beweisen kann, gilt es einen eigenen Charakter zu erstellen.

Wie zu vermuten ist, sind auch die zahlreichen, auswählbaren Charaktertypen eher von der durchgeknallten Sorte, aber das tut dem Spiel nur gut.

Neben dem Gesicht kann man die Frisur und den Bartwuchs, sowie einige andere Dinge seines neuen Alter-Ego verändern. Ausrüstung kann wie immer nur durch gewonnenes Geld finanziert werden. Dafür bietet der neue Titel aber eine Fülle an Boards, Skiern und Klamotten von Markenfirmen, wie Special Blend. Zu Beginn des Spiels seid ihr aber lediglich mit ein paar billigen Fetzen und einem unausgereiften Board oder “sperrmüllreifen” Skiern unterwegs. Hier sei noch erwähnt, dass zum ersten Mal auch mit Skiern getrickst und gefahren werden darf. Dabei stellt dieses Sportgerät, auch aufgrund seiner etwas schlechteren Steuerbarkeit, nur eine Alternative dar, selbst wenn man es überall da einsetzen kann, wo auch das Board zum Einsatz kommt.

Du brauchst den Hype!

Um sich einen Namen zu machen, nimmt man zunächst an den zahlreichen Amateur-Events teil. Glücklicherweise bieten alle Events im Spiel super viel Abwechslung, da die gestellten Aufgaben meist unterschiedlich sind. Beispielweise gibt es Einzelrennen, Trickevents, Turnierrennen, Trickturniere, Trickduelle und Trickrennen gegen die angesagtesten Wintersportler und Funevents, die euch etwa auffordern, eine bestimmte zeitlang in der Luft zu bleiben. Insgesamt bietet der “On Tour”-Modus 45 Turniere und 135 Einzelevents, welche bereits von Beginn an für ordentlich Herausforderung sorgen. So darf man den Karrieremodus ruhig als komplex bezeichnen. Hinzu kommt, dass die gegnerischen Boarder über eine ordentliche KI verfügen. Wenn man plötzlich auf der Strecke liegt, braucht man sich nicht zu wundern, denn schlagen können sie alle.

Aufgrund der erneut großartigen und detailverliebten Strecken bieten sich zahllose Möglichkeiten abzukürzen, was auch den CPUs nicht verborgen bleibt, und man so in wenigen Sekunden schon mal knapp 100 Meter auf sie verliert. Während der Abfahrten kommt das berühmte Flair der Serie wieder zum tragen. Es macht einfach einen ungeheuren Spaß die riesigen Pisten entlang zu heizen, dabei nach Abkürzungen und guten Trickmöglichkeiten Ausschau zu halten und den ein oder anderen Hobbysportler umzufahren. Das Gefühl, welches sich breit macht, wenn man einen der zahlreichen Monsterabgründe hinunter springt, ist kaum in Worte zu fassen. Das Kennen der einzelnen Strecken ist ein absolutes Muss, um letztlich auf Platz 1 zu landen. Doch ein gewonnenes Event macht noch keinen Superstar. Langsam aber sicher baut man sich einen Bekanntheitsgrad auf. Je erfolgreicher man fährt, desto bekannter wird man und desto bessere Sponsoren werben um einen.

Mit dem gewonnen oder gesponserten Geld können aber nicht nur Boards oder Skier erstanden werden, viel mehr kann man sich auch neue Tricks und Attribute kaufen, um seinen Horizont zu erweitern. Das bekannte Skillsystem aus SSX 3 wurde allerdings, warum auch immer, entfernt, sodass der fahrbare Untersatz in den Mittelpunkt rückt. Die Wahl des richtigen Sportgerätes ist in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen sind die Boards und Skier ziemlich kostenintensiv, zum anderen verfügen sie über Attribute, wie Trickfähigkeit und Wendigkeit, welche sich natürlich auf die Geschwindigkeit und das Handling auswirken.Bis man dann allerdings der bekannteste Fahrer der “Tour” ist, dauert es seine Zeit und genau in dieser Zeit ist die Motivation enorm hoch.

Leider ebbt diese nach dem Durchspielen ab, da der Zweispielermodus zwar alle Events bietet, einen Onlinemodus mit Ranglisten aber nicht ersetzen kann. Lediglich die Möglichkeit, den kompletten Berg von der Spitze bis ins Tal abfahren zu dürfen, lässt den Spieler immer Mal wieder zum Spiel greifen.

In Sachen Gameplay hat sich ansonsten nicht viel geändert. Während der Rennen versucht man noch immer so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen, dabei aber genügend Tricks zu machen, um die Boost-Anzeige zu füllen und so besser durchstarten zu können. Auch die Trickrennen bzw. die Sloope-Style-Events, die den Spieler in einer Pipe seine Tricks vollführen lassen, haben sich wenig geändert. Noch immer versucht man die Boost-Anzeige durch waghalsige Sprünge zu füllen, um dann Monstertricks auf Eis zu legen. Unterstützt wird dies durch die Möglichkeit, grandiose Tricks durch den rechten Analogstick auszulösen. Insgesamt wurde also in Sachen Gameplay nicht viel verändert, lediglich die Steuerung wurde zum Besseren überarbeitet, sodass das Fahren nun noch einfacher

Technisch grandios?

Grafisch reizt der Titel die Konsole erneut voll aus. Die detailverliebten und gigantisch großen Strecken, mit ihren vielen verwinkelten Ecken sind noch immer eine Augenweide und die gekonnt in Szene gesetzten Sprünge, die teilweise noch durch Schnappschüsse ins Rampenlicht gerückt werden, wissen erneut zu begeistern. Zahllose kleine Gimmicks, wie etwa Geld oder Boost, sind ebenfalls auf den Pisten versteckt und sorgen für große Sammelwut. Die Entwickler haben in Sachen Design diesmal den großen Coup gelandet, mal ganz davon abgesehen, dass die Engine sowieso schon zum besten gehört, was die Konsolen zu bieten haben. Das ganze Spiel wurde extrem freizügig und, ja man kommt nicht drum herum diesen Ausdruck zu benutzen, “chillig” gestaltet. Slow-Downs sucht man trotz der Detailfülle und Schnelligkeit des Spiels vergebens. Bei schneller Fahrt wurde nun auch erstmals ein Geschwindigkeitseffekt eingebaut, sodass die Piste langsam aber sicher verschwimmt, wenn man unentwegt auf den Boostbutton drückt.

Genauso wichtig wie die grafische Gestaltung ist natürlich der Soundtrack. Dieses Mal wurde weniger auf Techno und bedeutend mehr auf Rock gesetzt. Bands wie Motörhead und Scorpions tragen mit ihren bekannten Songs ihren Teil zum Gesamtkunstwerk bei. Ohne den sehr gut gelungenen, wenn auch etwas einseitigen Soundtrack würde das Spiel nur halb so viel Spaß machen, aber das war ja schon immer so. Natürlich ist die Musik auch wieder dynamisch, das heißt, sie verändert sich je nachdem, ob ihr gerade normal fahrt oder in luftiger Höhe Sprünge vollführt. Leider wurde der lustige Moderator des Vorgängers entfernt, der einen gewissen Teil zum Freiheitsgefühl des Vorgängers beitrug, aber Musik pur ist ja schließlich auch nichts Schlechtes.

Fazit

SSX on Tour besinnt sich im Grunde auf seine erfolgreichen und hoch gelobten Wurzeln, verpackt diese allerdings in einem extrem modernen und flippigen Design. Noch immer machen die Abfahrten einen Heidenspaß und die Komplexität des “On Tour”-Modus’ sorgt für Langzeitmotivation. Neben dem erneut gigantischen Flair und der tollen technischen Seite, fallen aber leider Mängel wie der fehlende Onlinemodus und das etwas verloren gegangene Freiheitsgefühl auf. Nichtsdestotrotz erwartet uns mit SSX On Tour ein Spiel, das die kalten Winterstunden lange Zeit versüßen dürfte.

GameCube-Spieler freuen sich außerdem auf bekannte Nintendo-Charaktere als Bonusfahrer.

SSX on Tour [PS2 , Justgamers]

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