Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die gute alte Zeit der Adventures waren die frühen 90er Jahre. Man steuerte das Duo um Sam&Max oder erlebte mit Indiana Jones große Abenteuer. Irgendwie gerieten die klassischen Adventures aber ins Hintertreffen und verschwanden von den Festplatten bzw. aus den Regalen der Händler. Nun erreichte uns mit Syberia einer der seltenen Vertreter des tot geglaubten Genres. Ob die Umsetzung der PC-Version auf der PS2 zu überzeugen weiß?
Kate in der Kälte
Kate Walker, Rechtsanwältin, ist nach Frankreich gekommen, um für ihren amerikanischen Auftraggeber, die Universal Toys Company, einen Kaufvertrag über eine Automatenfabrik zu vollenden. Bei ihrer Ankunft in dem beschaulichen Örtchen Valadilene traut sie aber ihren Augen nicht. Sie wird Zeugin einer Beerdigung, die von menschenähnlichen Robotern beziehungsweise Automaten durchgeführt wird.
Die Verstorbene ist zu allem Unglück noch die bisherige Besitzerin der Fabrik. Da Kates Vertrag nun in der Schwebe steht macht sie sich, nachdem sie vom Notar erfahren hat dass mit Hans Voralberg noch ein Erbe existiert, auf die Suche nach diesem, um den Kauf abzuschließen. Damit beginnt für Kate ein Abenteuer, das sie quer durch Europa bis nach Sibirien führt und ihr Stück für Stück einen Teil der Wahrheit um die Automatenfabrik offenbart.
Auf ihrem Weg durch Europa stößt sie immer wieder auf seltsame Apparaturen, wie beispielsweise Oscar, der vollautomatische Lokführer, der sie von Ort zu Ort transportiert. Dem Geheimnis von Syberia kommt Kate in klassischer Point and Click Tradition nach.
Für die PS2-Version wurde die typische Maussteurung eines Adventures angepasst. Mit dem Analogstick steuert Ihr Kate und könnt sie mit den Gegenständen, die in ihrer Blickrichtung liegen, interagieren lassen.
Das bedeutet leider dass Ihr, um alle Hinweise aufnehmen zu können, jedes Mal den kompletten Bildschirm mit der Hauptcharakterin ablaufen müsst. Da die Steuerung nicht vollkommen flüssig von der Hand geht, kann dies bei großen Räumen ziemlich nervig werden.
Eventuell gefundene Gegenstände werden dann in das unbegrenzte Inventar, das jederzeit per Tastendruck aufgerufen werden kann, zur späteren Verwendung aufgenommen. Die Rätsel in Syberia sind größtenteils eher Mittel zum Zweck. Sie stehen nie wirklich im Vordergrund und sind im Allgemeinen schnell lösbar. Den Entwicklern lag mehr daran sich auf die Story zu konzentrieren.
Dies ist ihnen auch sehr gut gelungen, denn nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, ist man sehr gespannt, was denn als nächstes passieren wird. Auch wenn es für viele Adventurefans irritierend ist, dass die Geschichte eher humorlos vorgetragen wird, kann Syberia aber trotzdem fesseln.
Grafisch präsentiert sich Syberia auf sehr hohem Niveau. Alle Schauplätze wurden sehr schön gerendert und in ausreichendem Maße mit Leben versehen. So kann man durch Bewegung Vogelschwärme aufscheuchen oder das Spiel der niederprasselnden Regentropfen bewundern.
Ebenfalls hervorzuheben sind die stimmungsvollen Zwischensequenzen, die von Zeit zu Zeit die Story vorantreiben. Lediglich einige Animationen, die etwas steif wirken, trüben den ansonsten sehr guten Eindruck.
Auch soundtechnisch spielt Syberia in der oberen Klasse mit. Die Musikstücke haben zwar keinen Ohrwurmcharakter, erzeugen aber in jeder Szene eine ungemein mitreißende Atmosphäre und vermitteln den Eindruck, dass in der jeweiligen Szene nur dieses und kein anderes Musikstück passend ist. So gut die gewählten Musikstücke, so demotiviert aber die deutschen Synchronsprecher. Ein Glück, dass die englische Sprachausgabe von Syberia anwählbar ist, denn leider gelingt es den deutschen Stimmen, im Gegensatz zu ihren englischen Pendants, nur selten die Stimmung einzufangen. Es scheint sogar, dass sich ein Sprecher für mehrere Charaktere verantwortlich zeigen musste. Dementsprechend ist es für die Atmosphäre von Vorteil, wenn man des Englischen mächtig ist. Bei den restlichen Soundeffekten wurde glücklicherweise nicht geschlampt. Eine Tür klingt wie sie klingen soll und auch der Regen prasselt realitätsgetreu zu Boden.
Syberia im Test.
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