Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungSehr gut |
Heihachi Mishima is dead! - Der alte Greis und Symbol-Figur für die Tekken-Reihe Heihachi Mishima hat viele Feinde, so landet er im fulminanten Intro des Prüglers auf Befehl von Neuzugang Raven in einer Falle voller Jack-5 Maschinen und stirbt nun ja, nicht wirklich. Wie nicht anders zu erwarten steht Heihachi trotz der gewaltigen Explosion wieder auf, schließlich überlebte der Besitzer der Mishima Zaibatsu schon einen Absturz in eine große Schlucht, in die ihn sein Sohn Kazuya damals warf. Das Geschehene scheint ihn jedoch aktuell nicht zu beeindrucken, im Gegensatz zu der Tatsache, dass das fünfte King of Iron Fist-Tournament nicht von ihm ausgerichtet wird: Veranstalter ist diesmal nämlich sein Vater Jinpachi Michima, Super-Bösewicht und Zähne-Ausbeiß-Endgegner Nummer 1.
Wie nicht anders zu erwarten, hat sich wieder die gesamte Kämpfer-Riege zum Turnier zusammengefunden. Quasi ein Best-Of aller Tekken-Ableger, so sind seit dem ersten Teil bekannte Größen wie Law, Nina und Yoshimitsu mit von der Partie, wie auch die meisten Nachzügler, sei es Hwoarang, Lei oder Eddy, der als Spezial-Kostüm der aus Teil 4 bekannten Christie Montiero freispielbar ist. Aus dem Zoo entflohen sind diesmal Panda/Kuma und das Känguru Roger Jr., auf den Dino Gon mitsamt seiner Darmflatulenz müssen wir leider wieder verzichten, können aber dafür ein weiteres Mal mit dem hölzernen Mokujin andere Kämpfer imitieren.
Unter den insgesamt 32 Charakteren (Eddy und Panda eingerechnet) haben sich auch drei neue Kämpfer versteckt. Da wäre zunächst der vorhin erwähnte Raven, der wie Yoshimitsu seinen Gegnern im Ninjutsu-Stil gegenüber tritt und mit seinem coolen Posing an Wesley Snipes in den Blade-Filmen erinnert. Sämtliche Ähnlichkeiten mit realen Personen sind aber natürlich rein zufällig. Neu mit an Bord ist auch Jins Schwesterchen Asuka, die bildhübsche Dame kämpft selbstverständlich im familieneigenen Kazama Style.
Dritter im Bunde ist Feng Ich zerstöre gerne Dojos Wei, mit dem ihr dank flinkem Kenpo euren Gegenüber rasch verprügelt. Diese neuen Charaktere mögen zwar ihr erstes Tekken-Turnier bestreiten, fügen sich aber dennoch nahtlos in das hervorragend ausgeglichene Fighter-Feld mit den altbekannten Recken ein.
Tekken 5 (26 Bilder)
Im Storymodus kämpft ihr euch also durch neun Stages, um Sieger des Turniers zu werden. Positiv fällt zunächst auf, dass sich das komplette Kampfgeschehen wieder auf nur einer Ebene abspielt, ihr könnt also nicht mehr in die Tiefe stürzen wie bei Tekken 4. Geblieben sind einige Levelbegrenzungen wie Wände und Zäune, andere Stages sind wiederum endlos wie noch in Tekken 3.
Ebenfalls von Beginn an auffällig ist der unausgeglichene Schwierigkeitsgrad, denn auf leicht sind die ersten Widersacher kein Problem, selbst Anfänger dürften sie mit etwas Übung sogar mit einem Perfect nach Hause schicken. In den weiteren Duellen steigt der Schwierigkeitsgrad jedoch rasant an, besonders Endgegner Jinpachi sorgt selbst im einfachsten Modus für blutige Daumen - und das nicht nur bei Genre-Neulingen: Auch unserem Prügelprofi entschlüpften beim Test einige ziemlich üble Flüche, die wir sonst nur von ihm hören, wenn er sich vom Chef seinen Gehaltsscheck abgeholt hat. Sicher, ein anspruchsvoller Endgegner gehört zu jedem Prügelspiel von Namco, Jinpachi aber knüppelt euch derart schnell in den Staub, dass es schon etwas frustrierend ist. Habt ihr ihn trotzdem bezwungen, gibt es zur Belohnung ein hübsches Render-Filmchen. Diese sehen nicht nur gut aus, sondern sind größtenteils überraschend witzig für ein Prügelspiel. Einige weniger wichtige Fighter wie Mokujin werden zwar mit leider recht kurzen und nicht besonders spektakulären Movies abgefertigt, die von den Hauptcharakteren wie den Williams-Schwestern sind dagegen aber richtig klasse und entschädigen für den harten Bossfight.
Als weitere Belohnung, und das ist neu in der Tekken-Reihe, gibt es einen Haufen Zaster, den ihr im Anpassen-Menü verprassen dürft. Hier lassen sich die Klamotten farblich verändern und um Gegenstände wie eine Sonnenbrille oder eine Gitarre erweitern, für einige Charaktere gibt es sogar komplett neue Outfits. Christie Monteiro wird wie erwähnt zu Eddy Gordo, Fans der Damen Asuka und Xiaoyu freuen sich außerdem über komplett neue Outfits. Neue Frisuren gibt es außerdem.
Habt ihr einige Kontrahenten auf die Bretter geschickt, erwartet euch ein Ranking-Match, in dem ihr durch einen Sieg um einen Rang aufsteigen könnt. Aber Vorsicht: Das funktioniert auch in die andere Richtung, so dass ihr nach verlorenen Kämpfen ein Ranking-Match gewinnen müsst, um nicht wieder abgestuft zu werden.
Teuflisch geht es zu dem im Devil within-Part zu: Mit Jin Kazama, der sich hier in Devil-Jin verwandeln kann, prügelt ihr euch mit veränderter Steuerung durch immer gleich aussehende Labyrinthe. Neue Texturen gibt es nur, wenn ihr in einen neuen Abschnitt kommt, die Räume, Gegner und Combos unterscheiden sich indes kaum. Arge Kameraprobleme komplettieren die eher misslungene Dreingabe.
Spaßiger wird da die Reise in die Vergangenheit, denn als weitere Boni findet ihr auch die Arcade-Versionen von Tekken 1 bis 3 unter 'Arcade Geschichte' vor. Zwar gibt es hier anstelle hübsch modellierter Kämpfer nur Pixelbrei zu sehen, dafür kullerte unserem beinharten Prügelprofi beim Test die eine oder andere Nostalgieträne über die Wange.
Untermalt wird das Kampfgeschehen von einem gut passenden Soundtrack und den bekannten Sounds. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es leider nicht, alle Fighter sprechen in ihrer Muttersprache, sei es englisch, japanisch oder auch hölzisch bei Kollege Mokujin. Lokalisiert wurden also nur das Menü sowie die Untertitel der kleinen Dialoge, die es vor manchen Kämpfen im Storymode gibt.