Gesamtwertung84%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Nach langer Wartezeit ist es nun endlich soweit! Wir haben den Gangstertitel The Getaway in unseren Redaktionsräumen angespielt und sind nicht ganz sicher, ob Sonys Spiel nun eine Granate, im wahrsten Sinne des Wortes, oder doch eher eine leichte Enttäuschung darstellt. Doch ganz egal wie, Sony hat es geschafft, eine virtuelle Stadt nachzubauen, die der Originalstadt London in nichts nachsteht.
Die besondere Gangsterstory...
Wir haben sehr schnell gemerkt, dass in The Getaway nicht das Fahren mit den Fortbewegungsmöglichkeiten das Hauptelement des Spiels ist, sondern die einzelnen Aufgaben, die der Spieler erfüllen muss. Diese sind um einiges ausgereifter und komplexer als die eines GTA oder Mafia auf PC. Ihr versetzt Euch in Mark Hammond, die Hauptfigur des Spiels. Er selbst war ein ehemaliges Mitglied der Collins Gang und saß auch schon längere Zeit im Gefängnis. Nachdem er wieder freien Boden unter seinen Füßen hatte, entschloss er sich, mit dem Gangsterleben aufzuhören, um mit seiner Familie ein ruhiges und friedliches Leben führen zu können.
Doch als er glaubt, sein kriminelles Leben beendet zu haben, trifft Mark einen nächsten Schicksalsschlag. Er wird Augenzeuge der Entführung, die Gangsterboss Charlie Jolson zu verantworten hat, an seiner Frau und seinem Kind. Durch die Dummheit der Räuber, wird Marks Frau mitten auf der Straße ermordet. Sein kleiner Sohn Alex wird wie geplant entführt. Dieser Schock wird dem Spieler direkt zu Beginn in einer Echtzeit-Sequenz vermittelt, die wirklich grafisch sowie soundtechnisch einwandfrei dargestellt ist.
Nun wird Mark Hammond von Charlie Jolson erpresst und gedemütigt. Er muss sämtliche Aufgaben, die Jolson befiehlt erfüllen, um seinen Sohn aus den Händen der Entführer befreien zu können. Die geniale Story ist das absolute Hauptmerkmal von The Getaway. Sie zieht den Spieler in den Bann und dafür verantwortlich sind vor allem viele Kleinigkeiten, die kaum jemand während der Story wahrnimmt. So atmet Mark in den Missionen ängstlich schnell oder hat eine zittrige Stimme.
Auch häufige Sätze wie beispielsweise Ich schaff es nicht oder Ich bin schon tot, vermitteln dem Betrachter ein faszinierendes Bild der Verzweiflung in Marks Geschichte. Neben den innovativen Missionen, angefangen von waghalsigen Schussmanöver bis hin zu Schleichaktionen in Museen, bietet Sony Computer Entertainment ein abwechslungsreiches und durch Missionssequenzen gesplittertes Gameplay.
Neben den Missionen, die wie oben erwähnt das Hauptmerkmal in The Getaway bilden, setzt das Spiel auch Maßstäbe im Bereich Fahren von Autos und anderen Fortbewegungsmöglichkeiten. Zwar sind diese nicht so komplex wie in GTA, aber trotzdem können sie mehr als nur überzeugen. 60 originalgetreue Autos und die toll in Szene gesetzte Londoner Stadt setzen in punkto Realismus einfach nochmals eine Messlatte drauf. Vor allem ist der Schwierigkeitsgrad um einiges höher, was den Spieler sicherlich erfreuen wird, da er so doch deutlich mehr herausgefordert wird. Auf dem ersten Blick wirkt das Fahren der Boliden fast identisch mit dem Handhaben in Mafia, das ebenfalls für Konsolen in Planung ist.
Eine geniale Story, eine tolle Atmosphäre und ein lustiges Fahren in den Stadtteilen prägen den ausgezeichneten Titel aus dem Hause Sony. Doch leider gibt es zwei negative Eigenschaften, die wir nicht außen vor lassen können. Die Steuerung während den Missionen ist alles andere als wirklich überzeugend.
Zwar gewöhnt sich der Spieler nach einigen Minuten an die Handhabung des Charakter, jedoch wirkt sie teilweise sehr kantig und ungenau. Vor allem setzt sich die mangelhafte Steuerung aus dem großen Kameraproblem zusammen. Der Spieler hat sehr oft nicht die Möglichkeit, gerade bei Schleichaktionen, den gesamten Überblick behalten zu können. Hier hätte Sony einfach mehr machen müssen! Innovativ zeigt sich die Handhabung mit der Lebensenergie Eurer Spielfigur. Hier heißt es nicht, wie in fast jedem anderen Action-Adventure, Medizinpäckchen aufzusammeln und diese dann per X-Button zu benutzen, sondern der Spieler muss während der Mission, falls er verletzt ist, sich an die Wand stemmen und dort Mark Hammond ausruhen lassen. Zwar wird dem Spieler dieser Prozess sehr schnell langweilig und zeitraubend vorkommen, jedoch finden wir es sehr effektiv und einfach mal was neues. Negativ ist jedoch, dass man nicht die Möglichkeit hat, auf dem Bildschirm sehen zu können, wie viel Munition zur Verfügung steht oder wie stark Mark Hammond verletzt ist.
Nachdem der Spieler die Geschichte rund um Mark Hammond erfolgreich beendet hat, kann er nun eine weitere Story mit Frank Carter, dem Mitglied der Elite-Einheit Flying Squad, beginnen.
Er wünscht sich nichts sehnlicheres, als Gangsterboss Charlie Jolson hinter Gittern sehen zu können. Diese Möglichkeit, dass Spiel mit zwei unterschiedlichen Charaktere durchzuspielen, verlängert das Gameplay um gesamt 24 Missionen, die wiederum allesamt aus mehreren Teilen bestehen. Somit hat der Käufer ein ausgereiftes und langes Spielvergnügen über die Weihnachtsfeiertage.
Wir waren natürlich gespannt, wie gut die Grafik nun sein wird. Die vor einigen Monaten gezeigten Bilder konnten uns schon mehr als nur positiv zufrieden stellen. Doch leider hat es Sony Computer Entertainment nicht geschafft, alle Versprechungen einzuhalten.
Die Charaktere wirken sehr detailliert und der Spieler denkt sofort an das geniale Mafia auf PC zurück. Die Mimik, die Gestik und die gesamte Ausstrahlung der verschiedensten Personen sind sehr gut dargestellt und wirken unheimlich realistisch designed. Auch die Fahrzeuge haben keinen negativen Beigeschmack und wirken sogar schöner dargestellt als deren aus GTA. Jedoch kommen wir jetzt zu dem einzigen Kritikpunkt im Bereich Grafik.
Die Hintergründe haben einfach jede Menge Texturschwächen und auch während dem Spiel hat man gemerkt, dass die PlayStation 2 teilweise überfordert ist und es kam ab und an vor, dass die Framerate einzubrechen schien.
So stockt der Spielfluss gerade in sehr hektischen Situation, wobei dies natürlich relativ zu sehen ist und der Normalverbraucher diese Schwäche womöglich nicht einmal wahrnimmt.
Ansonsten ist die Grafik auf hohem PS2-Niveau und absolut solide. Soundtechnisch setzt The Getaway wie auch die Konami-Titeln Metal Gear Solid 2 oder Silent Hill 2 Maßstäbe. Die Atmosphäre wird durch hektische und der Situation angepassten Musik untermalt.
Viel mehr überzeugen kann vor allem die Sprachausgabe. Eine perfekte deutsche Synchronisation, mit bekannten Stimmen, wie deren von Tom Cruise (ehemalige deutsche Stimme), können mehr als nur überzeugen. Auch die Mundbewegungen passen zu den gesprochenen deutschen Worten spitze!
The Getaway im Test.
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