The Matrix: Path of Neo

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Atari
Entwickler
Shiny Entertainment
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
16
The Matrix: Path of Neo [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

The Matrix: Path of Neo

Das Shinys Spielumsetzung Enter the Matrix aus dem Jahre 2003 viel versprach, jedoch aufgrund technischer Mängel und teils schlechter Umsetzung nur wenig davon halten konnte, dürfte den meisten Matrix-Fans bekannt sein. Trotzdem war der Titel, vermutlich wegen des großen Hypes, sehr erfolgreich. Aus diesem Grund haben sich Dave Perry und sein Entwicklerteam von Shiny Entertainment an die Fortsetzung herangetraut, in der – wie könnte es anders sein – natürlich alles besser werden soll. Zugegeben, die Chancen dafür standen dieses Mal besser als damals, denn erstens hatten die Entwickler mehr Zeit und mussten das Spiel nicht mehr rechtzeitig zum Kino- und DVD-Start fertigstellen, und zweitens wollte man sich voll und ganz auf die Produktion konzentrieren und den Hype außen vor lassen. Definitiv ein vernünftiger Ansatz, der leider nicht ganz funktioniert hat.

Es kann nur einen geben

Der Name ist Programm: In The Matrix: Path of Neo werdet ihr, wie der Titel des Spiels bereits verkündet, ausschließlich den Part des Auserwählten übernehmen und diesen nachspielen. Hierzu werden der Animations- und Zeichentrickfilm Animatrix, sowie einige Szenen aus den drei Matrix-Teilen im Mittelpunkt des Handlungsstranges stehen. Speziell zu diesem Zweck haben die Entwickler das Original-Filmmaterial nachbearbeitet und in den eigentlichen Verlauf des Spiels integriert. Das Innovative dabei ist, dass zum Abschluss des Spiels ein Ende zu sehen sein wird, das ausschließlich für das Videospiel entworfen wurde. Doch bevor es dazu kommt, müsst ihr euch logischerweise zunächst mit Neo durch das Spiel kämpfen, was aufgrund des albernen und langweiligen Trainingsszenarios mehr als ein leichtes Stück Arbeit ist.

Das Spiel beginnt mit dem 'Ich kann Kung-Fu'-Trainingslevel, in dem Neo in wirklich alberne Klamotten gesteckt wurde. Hier werdet ihr in alle wichtigen Sprung-, Schlag-, Tritt- und Bullet-Time-Manöver eingewiesen. Nach dem kurzen Tutorial in einer Höhle, wechselt das Szenario in einen Bambusgarten, in dem ihr den Umgang mit dem Samuraischwert erklärt bekommt und diesen gleich an Dutzenden Samurai-Kriegern umsetzen könnt. Im darauf folgenden Schwarzweißabschnitt erlernt ihr weitere nützliche Bullet-Time- und Schwertangriffsmanöver, wie beispielsweise das neu hinzugekommene Multi-Targeting.

Dieses ermöglicht es euch, mehrere Kontrahenten gleichzeitig auf die Schippe zu nehmen. Abschließend werdet ihr in einem Restaurant-Szenario mit den einzelnen Schusswaffen vertraut gemacht. Habt ihr all das hinter euch gebracht, startet das Dojo-Duell mit Morpheus, welches dem ersten Kinofilm entnommen wurde. Danach beginnt der eigentliche Handlungsstrang von Path of Neo, in dem ihr einigermaßen in chronologischem Ablauf der Handlung der Matrix-Trilogie folgt.

Ihr befreit Morpheus aus der Gefangenschaft durch die Agenten, müsst das Haus des Merowingers und seiner Frau Persephone aufsuchen, den Kampf mit Hunderten von Smiths aufnehmen und euch abschließend dem heißen Fight gegen den Supersmith entgegenstellen. Was sich zunächst sehr reizvoll anhört, ist leider aufgrund der teils mittelprächtigen Präsentation und der total überladenen Steuerung, nicht ganz das Wahre.

Das Kampfsystem und die Angriffsmanöver sind zwar gut durchdacht und dank des coolen Bullet-Time-Effekts auch stark in Szene gesetzt, jedoch ist das Gamepad mit den vielen Moves total überladen und der Spieler in hektischen Situationen einfach überfordert. In die Zeitlupe schalten, die Waffe zücken, den Gegner anvisieren, schießen und gleichzeitig feindlichem Kugelhagel ausweichen, damit kommen selbst geübte Joypad-Akrobaten nicht zurecht. Das ist eigentlich sehr schade, da sich viele Angriffsmanöver mit der richtig eingegebenen Tastenkombination zu heftigen Kombos verbinden lassen, die den immer in der Überzahl daherkommenden Gegnermassen fies zusetzen.

Allerdings gibt nicht nur die missglückte Steuerung Ansatz zum Nörgeln, sondern auch die grafische Präsentation hätte besser sein können. Zwar sehen die Protagonisten ihren Filmpendants sehr ähnlich und einige Manöver wie beispielsweise an der Wand entlang rennen oder Saltos schlagen lassen echtes Matrix-Flair aufkommen, jedoch genügt das bei weitem nicht, um über die vielen grafischen Defizite hinwegzutäuschen. Hauptkritikpunkte sind hier das Kantenflimmern und die immer wieder in die Knie gehende Framerate des Spiels, die es wahrlich schwer hat, das rasante Spielgeschehen mit den vielen Personen ruckelfrei auf den Bildschirm zu bringen. Hinzu kommt, dass einige Gegner teilweise sehr grob dargestellt sind und deren Animationen abgehackt und unfertig wirken. Hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen.

The Matrix: Path of Neo (37 Bilder)

Einziger Lichtblick ist die akustische Sounduntermalung sowie die Synchronisation von Path of Neo. Die Soundeffekte klingen professionell und erfreuen Matrix-Fans obendrein mit Originalsongs aus der Filmtrilogie. Die Sprachausgabe ist zwar nicht lippensynchron, kommt dafür aber größtenteils mit den deutschen Originalsprechern des Films daher. Lediglich die Nebenfiguren müssen sich mit alternativen Stimmen zufrieden geben, was den akustischen Gesamteindruck aber nicht abwertet.

Fazit

Ein hartes Stück Arbeit! Anders kann ich meinen Weg, dem Auserwählten auf seinem Pfad zu folgen, nicht beschreiben. Was habe ich mich auf Neos nächstes Matrix-Abenteuer gefreut… leider umsonst. Dave Perry und sein Entwicklerteam von Shiny Entertainment haben es nicht geschafft, aus The Matrix: Path of Neo ein gutes Spiel zu machen. Gerade zu Spielbeginn im Trainingsszenario überkam mich des Öfteren der Gedanke, den PS2-Stecker zu ziehen und die Matrix-Trilogie lieber auf DVD in meinem Heimkino Revue passieren zu lassen. Zugegeben, das Spiel gewinnt im späteren Spielverlauf immer mehr an Brisanz, das reicht jedoch bei weitem nicht aus, um über die zahlreichen technischen Mängel hinwegzutrösten. Allen voran die total überladene Steuerung zeigt ein weiteres Mal, dass sich dieser Filmstoff nicht so leicht für den Videospielmarkt umsetzen lässt und Shiny erneut besser die Finger davon gelassen hätte. Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, Path of Neo ist eigentlich kein schlechtes Spiel, nur hapert es eben an der Umsetzung. Es erzählt die Filmtrilogie in vielerlei Hinsicht sogar gekonnt weiter und gibt erneut Einblicke in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus preis. Wer sich mit der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und den grafischen Defiziten anfreunden kann, der kann einen Blick auf den Pfad des Auserwählten werfen. Allen anderen, allen voran Technikfreaks, rate ich allerdings, sich lieber noch einmal die Filmtrilogie anzuschauen und das Geld in die Ultimate-Matrix-Collection auf DVD zu investieren.

The Matrix: Path of Neo [PS2 , Justgamers]

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