Gesamtwertung44%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungMangelhaft |
So abgedroschen es auch klingen mag, aber bei Lizenztiteln sollte jeder zuerst einmal mißtrauisch werden, denn meist sind es uninspirierte Spiele, bei denen sich die Entwickler auf ihrer Lizenz gänzlich ausruhten. Ob das auch bei Simpsons Skateboarding, das von The Code Monkeys entwickelt wurde, der Fall ist, erfahrt Ihr in unserem Test.
Gelbes Skateboarding...
Das Land, in dem die meisten Zeichentrickserien produziert werden, ist Japan. Die weltweit erfolgreichste Zeichentrickserie kommt aber aus den USA, genauer gesagt aus Matt Groenings Feder. Seit 1988 Jahren flimmert die gelbe Familie nun schon weltweit über die heimischen Bildschirme. Grund genug für den US-Sender Fox, der die globalen Vermarktungsrechte an den Simpsons besitzt, nun einen weiteren Titel aus der Simpsons-Videospielreihe zu veröffentlichen. Dass nach einem Simsons-Taxispiel nun ein Simpsons-Skateboardspiel entwickelt wurde, ist einer Umfrage auf der Fox-Homepage, bei der man unter anderem zwischen Simpsons-Golf, Simpsons-Bowling oder eben Simpsons-Skateboarding entscheiden durfte, zu verdanken.
Jedes Jahr kommt angeblich die große Skateboardshow, bei der man 99$ gewinnen kann, nach Springfield. Scheinbar scheinen viele das Geld bitter nötig zu haben, denn außer den vier Simpsons, die als Startcharaktere zur Verfügung stehen (Maggie wurde außen vor gelassen), sind noch Nelson, Otto, Chief Wiggum, Krusty und Professor Frick scharf auf die Zusatzeinnahme. Was man bei Bart oder Otto ja noch nachvollziehen kann, beweist spätestens bei Marge, dass die Story lediglich Alibifunktion besitzt. Das ist an sich natürlich bei einem Skateboardspiel nicht weiter schlimm, aber irgendwie erhofft man sich, speziell bei einem Lizenztitel, eigentlich etwas mehr.
Es gibt wie gesagt wichtigeres als die Story, zumindest bei einem Sporttitel wie diesem. Wichtig sind vor allen Dingen die Steuerung und unterhaltsame Spielmodi. Bei beiden wollten die Entwickler von Simpsons Skateboarding das Rad nicht neu erfinden, denn schließlich gibt es mit der Tony Hawk-Reihe oder Agressive Inline mehr als gute Vorbilder. Also dachte man sich gut kopiert ist halb gewonnen und übersah, dass es doch nicht so einfach ist, wie es einem das Sprichwort weismachen möchte. Zwar sind die zehn im Spiel enthaltenen Level, die Euch von der Grundschule über das Atom-Kraftwerk bis hin zur berüchtigten Springfield-Schlucht führen, allesamt sehr groß, doch was nützt dies, wenn dabei nicht an das Leveldesign gedacht wurde. So fährt man durch die großen aber abwechslungsarmen Levels und wünscht sich, sie wären kleiner und interessanter ausgefallen.
Simpsons Skateboarding bietet bei den Spielmodi gewohnte Kost. So wählt Ihr anfangs einen Charakter, mit dem Ihr pro Level fünf Aufgaben zu lösen habt. Dazu gehören das Einsammeln von Buchstabenreihen, das Erreichen einer hohen Punktezahl und auf den Level zugeschnittene Aufgaben. Als Belohnung gibt es dann neue Boards und neue Levels oder Ihr erhöht Charakterwerte, wie Springen und Tricks. Leider hat aber weder ein anderes Skateboard noch das Ändern von Charakterwerten irgendwelchen Einfluss auf den Spielverlauf.
Bei der Variante Wettbewerb geht es ausschließlich um Eure Tricks. Ein Countdown tickt und Euer Boarder muss ein Scorelimit knacken. Wird dies geschafft, so wird das mit neuen Charakteren belohnt. Schließlich sei noch erwähnt, dass Simpsons Skateboarding auch über einen Multiplayer-Modus verfügt. In Horse geht es darum einen Trick, den der Gegenspieler vorgelegt hat, zu überbieten. Gelingt dies nicht, gibt es ein H. Das geht dann so lange weiter, bis das Wort Horse vollständig ist.
Ein sehr starker Kritikpunkt bei Simpsons Skateboarding ist die Steuerung. Es ist leider kaum möglich Trick-Kombinationen durchzuführen. Einfache Tricks sind zwar gut auszuführen, aber spätestens bei den etwas Anspruchsvolleren, sieht es sehr düster aus. Die Steuerung ist einfach zu träge und die sehr großzügige Kollisionsabfrage tut ihr übriges dazu. So werdet Ihr nur durch Glück, spektakuläre Tricks oder gar Kombinationen vollführen können, ein grober Schnitzer bei einem Fun-Sport-Titel wie diesem.
Die Zeichentrickserie zählt nicht zu den am besten gezeichneten Serien. Es sind relativ simple Figuren mit wenig Details. Nichtsdestotrotz liegt in diesem Stil einiges an Charme. Von Simpsons Skateboarding kann man daher, freundlich gesprochen, behaupten, dass es optisch versucht, möglichst realitätsnah an der Serie zu sein. Bleibt man allerdings objektiv, muss man leider erkennen, dass die Levels zwar sehr groß sind, gleichzeitig aber kaum Details aufweisen. Hinzu kommt eine unglaublich geringe Anzahl verwendeter Polygone, wodurch alles sehr eckig wirkt. Die 3D-Modelle der Figuren sind noch der einzige Hoffnungsschimmer, erinnern sie doch an Homers Auftritt in der echten Welt. Sobald sich die Figuren allerdings bewegen, ist jede Hoffnung verloren, denn die Animationen sind mit das Schlechteste was einem bislang vor die Augen kam. Die Übergänge von einem Sprung zur Landung erinnern manchmal mehr an einen Stummfilm der 20er Jahre, als an ein Videospiel für die PS2 aus dem Jahr 2003. Die einzige Rubrik, in der die Entwickler halbwegs punkten konnten, ist der Sound. Für die Sprachausgabe wurden sämtliche Synchronsprecher der Serie verwendet.
Deren Samples haben daher einen großen Wiedererkennungswert. Allerdings muss man bemängeln, dass sich die Samples viel zu schnell abnutzen und zudem vollkommen unpassend oder verzögert sind. Während Eurer ganzen Fahrt habt Ihr zudem einen Kommentator an Eurer Seite. Wer wäre hierfür wohl besser geeignet als Kent Brockman. Doch leider ist auch hier der gleiche Kritikpunkt anzumerken.
Die Sprachsamples wiederholen sich sehr schnell und wirken des Öfteren vollkommen zusammenhangslos. So vollführt Ihr einen Trick und stürzt bei der Landung, der Kommentator aber lobt nur Euren großartigen Trick und verschweigt die Landung. Musikalisch haben sich die Entwickler auf leicht veränderte Versionen des Danny Elfman Themas verlassen. Eine der wenigen guten Entscheidungen, die getroffen wurden, denn im Großen und Ganzen sind diese Remixe gelungen.
The Simpsons Skateboarding im Test.
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