Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Der König ist zurück. Mit Tony Hawk´s Pro Skater 4 kehrt der wohl bekannteste und zugleich auch beliebteste Titel im Trendsportgenre zurück. Neversoft schuf mit der Tony Hawk Skateboarding-Reihe den Vorreiter zu den mittlerweile sehr beliebten Trendsport-Titeln und sorgte für eine wahre Flut von Titeln dieser Gattung. Inzwischen ist bereits der vierte Teil der Serie erschienen. Ob die Entwickler es wieder einmal geschafft haben, den ohnehin schon genialen Vorgänger zu toppen, oder ob es sich nur um ein minimalistisches Update handelt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Testbericht.
Activision will den Thron verteidigen
Trendsport-Spiele gibt es inzwischen wie Sand am Meer, und fast allen Spielen des Genres merkt man an, welchen Titel sich deren Entwickler zum Vorbild genommen haben. Waren die ersten Spiele meist nur ein lauer Abklatsch der Tony Hawk Reihe, die so gut wie nie an das beinahe perfekte Gameplay des Trendsport-Primus herankamen, kam die Konkurrenz zuletzt dem Genre-König bedrohlich nahe.
Titel wie Aggressive Inline zeigten, dass es durchaus möglich ist, am Thron von Tony Hawk zu kratzen. Mit dem vierten Teil will Activision nun erneut die Messlatte für Trendsport-Titel höher legen und auch weiterhin die Konkurrenz hinter sich lassen. Bereits beim Start von Tony Hawk´s Pro Skater 4 werden sich Kenner der Serie gleich heimisch fühlen.
Das Intro zeigt jede Menge waghalsiger Stunts und Tricks bekannter Skateboarder, dazu ertönt aus den Boxen TNT von AC/DC. Auch wer zum ersten mal ein Tony Hawk-Spiel spielt, bekommt bei diesem Anblick sofort Lust sich aufs virtuelle Skateboard zu schwingen, typisch Tony Hawk eben.
Spielspaß in Hülle und Fülle!
Bereits in den drei Vorgängern konnte man sich nicht über zu wenig Spielmöglichkeiten beklagen, das gleiche gilt auch für den neuesten Teil. Neben den obligatorischen Möglichkeiten, die Areale im Free Skate-Modus zu befahren oder der Teilnahme an Single Skate-Sessions, bildet natürlich der Karriere-Modus das Herzstück von Tony Hawk´s Pro Skater 4. Und diesen haben die Entwickler nochmals kräftig aufgebohrt. Die entscheidendeste Änderung im Karriere-Modus ist der Wegfall des Zeitlimits, war bei den Vorgängern noch ein Zeitlimit von zwei Minuten für eine Aufgabe vorgegeben, steht ihr beim neuesten Teil nicht mehr unter dem Druck der Uhr, und könnt die Sache etwas ruhiger angehen. Die einzelnen Aufgaben erhaltet ihr von Passanten, anderen Skatern oder sogar betrunkenen Zeitgenossen. Die Palette reicht vom typischen S-K-A-T-E Buchstaben sammeln, über das Knacken eines bestimmten Highscores bis hin zur völlig neuen Combo-Aufgabe.
Hierbei muss man innerhalb einer längeren Combo die Buchstaben C-O-M-B-O einsammeln. In jedem der einzelnen Level erwarten euch 16 verschiedene Aufgaben. Hierzu zählen z.b. die Wiederbeschaffung einen gestohlenen PKW´s oder das Ausführen von vorgegeben Tricks in der Half-Pipe. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben steigt kontinuierlich an und wird immer heftiger, selbst Profis am Pad werden im weiteren Spielverlauf etwas länger brauchen, um eine Aufgabe zu lösen. Trotzdem kann man den Schwierigkeitsgrad nicht als unfair bezeichnen, er sorgt eher für eine enorme Langzeitmotivation. Zur Auflockerung stehen auch eine ganze Menge von Minispielchen zur Verfügung. Die Witzigsten hierbei sind wohl das Tennisspielen mit dem Skateboard als Schläger oder das Affenspiel im Zoo. Hier müsst ihr dem Kot ausweichen, mit dem die Affen nach euch werfen. Wie für jede erfüllte Aufgabe wird euch auch bei einem Erfolg im Minispiel eine Geldprämie gutgeschrieben. Hierfür kann man allerlei Goodies, wie neue Kleidung, Skateboards usw. erwerben.
Konnte schon der erste Teil der Serie durch eine fast perfekte und vor allem sehr glaubwürdige Umsetzung des Sports begeistern, wurde auch dieser Aspekt mit jedem veröffentlichten Nachfolger stetig verbessert. So wurde natürlich bei Tony Hawk 4 wieder an der Gameplay-Schraube gedreht und einige Verbesserungen eingebaut. Mit dem Spine-Trick und der Möglichkeit zu Skitchen wurde auch das Trick-Repertoire erweitert.
Der Spine-Trick erlaubt euch einen Sprung von einer Pipe zur nächsten, ferner kann damit auch ein Sturz aus einer Pipe abgewendet werden. Das Skitchen erlaubt dem Skater, sich beispielsweise an fahrende Autos anzuhängen. Diesen Punkt hat man sich wohl bei Aggressive Inline abgeschaut, bei dem diese Aktionen erstmals möglich waren. Eine weitere Neuerung ist die Durchführung von Freestyle-Tricks, so könnt ihr beispielsweise den Skater einen Handstand auf dem Skateboard machen lassen. Jeder Skater im Spiel verfügt über unterschiedliche Freestyle-Tricks.
Same procedure as every year?
In Sachen Grafik hat sich im Vergleich zum direkten Vorgänger nicht viel getan, die Texturen sehen nahezu genauso aus, wie bei Tony Hawk 3. Dies soll aber nicht bedeuten, die Grafik wäre schlecht, sie wurde nur nicht großartig weiterentwickelt.
Gerade bei den Texturen hätte man noch ein wenig Feintuning betreiben können. Trotzdem kann sich die Optik sehen lassen und gehört zum besten was das Trendsport-Genre zu bieten hat. Die einzelnen Akteure sind wunderbar animiert und bei den Stürzen wurde die Palette um ein paar Animationen erweitert. Der ganze Bewegungsablauf der einzelnen Skater, aber auch der Passanten, wirkt insgesamt sehr realistisch und kann auf ganzer Linie überzeugen.
Die akustische Untermalung des Spiels ist wie immer vom allerfeinsten. Der Soundtrack ist eine Mischung aus Punk, Rock und Hip-Hop und passt absolut perfekt zum Spiel. Als Künstler sind diesmal unter anderem AC/DC, Iron Maiden, Goldfinger, Offspring, Sex Pistols, Run DMC, Public Enemy und De La Soul vertreten.
Insgesamt erwarten euch 35 verschiedene Tracks, da ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Aber nicht nur der Soundtrack überzeugt, auch die etlichen Soundeffekte, wie beispielsweise das Brettern der Rollen oder das Grinden an Wänden und an Geländern, klingen sehr gut und vor allem ausnahmslos realistisch. Ein weiterer Pluspunkt sind die Originalstimmen der berühmten Skater, die ihr hört, wenn sie z.b. die nächsten Aufgaben erläutern.
Multiplayer-Fun vom Feinsten!
Die Tony Hawk-Spiele konnten schon seit dem ersten Teil durch einen tollen Multiplayer-Modus begeistern. Daran hat sich auch beim vierten Teil nichts geändert. Zusammen mit Freunden könnt Ihr per Splitscreen in einer Vielzahl verschiedener Varianten duellieren. Beim Combo Mambo wird ein Zeitlimit gewählt, Sieger des Spiels ist derjenige, der in dieser Zeit die längste Trick-Combo schafft.
Bei Trick-Attack legt ihr ebenfalls eine Zeitlimit fest, gewonnen hat der Spieler, der am Ende die meisten Punkte aufweisen kann. Ohne Zeitlimit gehts beim Score-Challange zu Werke, hier gewinnt derjenige, der das zuvor eingestellte Punktelimit zuerst erreicht hat. Richtig Spaß kommt bei den ganzen Multiplayer-Varianten allerdings nur auf, wenn ihr euch mit jemandem messt, der zumindest in etwa das gleiche Können aufweist wie ihr selbst.
War es bereits beim Vorgänger auf der Playstation 2 möglich, mithilfe eines USB-Adapters übers Internet zu zocken, findet sich diese Option selbstverständlich auch im Nachfolger wieder. Konnte man bei Tony Hawk 3 nur mit viel Mühe und einigem herumprobieren Matche übers Internet zu bestreiten, ist diese Prozedur durch den zwischenzeitlich erschienen Netzwerkadapter von Sony deutlich einfacher geworden.
Wenn ihr im Besitz des Sony-Adapters seit, werdet ihr euch recht schnell mit anderen Skatern übers Internet messen können. Wenn sich bei den Ausflügen ins Internet die richtige Gruppe zusammenfindet, kann man überaus viel Spaß dabei haben.
Tony Hawk´s Pro Skater 4 im Test.
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