Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Es ist schön zu sehen, dass es Top Spin nun nach zwei Jahren doch noch auf die PlayStation 2 geschafft hat. Damals heimste der einstige Xbox-Titel fast ausschließlich Top-Wertungen ein, da ist es eigentlich verwunderlich, dass es mit der Umsetzung auf die PS2-Hardware so lange gedauert hat.
Top Spin bietet euch insgesamt vier Spielvarianten an: Der einfachste und immer für ein schnelles Spiel geeignete Modus ist der Schaukampf. Dieser ermöglicht es euch, an einem Einzel- oder Doppelmatch teilzunehmen. Wer noch mehr Action und lebhaftes Treiben auf dem Spielfeld haben möchte, der wählt das Eigene Turnier, welches man mit bis zu acht Spielern bestreiten kann. Das Herzstück des Spiels ist aber zweifelsohne der Karriere-Modus. Bevor ihr aber hier mit euren Kontrahenten den gelben Filz über das Netz jagt, gilt es zunächst einmal einen Charakter zu erstellen. Dabei könnt ihr aus den verschiedensten Gesichtsformen, Hautfarben, Frisuren und Kleidungen wählen, was euch beliebt. Wer sich nicht mit den vorgefertigten Gesichtsmodellen anfreunden kann, für den haben die Entwickler sogar ein kleines Bonbon parat: Mittels Eye Toy USB-Kamera könnt ihr euer eigenes Gesicht fotografieren und dieses dem virtuellen Charakter aufsetzen.
Da im Spiel nicht alle Fähigkeiten eurer Protagonisten voll austrainiert werden können, empfiehlt es sich, den Charakterausbau mit Bedacht zu planen. Während eurer Karriere, in der ihr übrigens nicht nur an Turnieren sondern auch an zahlreichen Trainingsstunden teilnehmen müsst, werdet ihr von einem Sponsor mit neuen Schlägern, frischer Kleidung und diversen Accessoires versorgt. Habt ihr euren Charakter erstellt, könnt ihr anschließend neben einer Vielzahl von Noname-Spielern sogar ein Match gegen zahlreiche Tennisstars wie Roger Federer, Venus Williams, Maria Sharapova oder Lleyton Hewitt wahlweise auf Sand, Rasen oder Hartplatz bestreiten.
Spielerisch gibt es zwischen der Xbox- und PlayStation 2-Version kaum gravierende Unterschiede. Die Steuerung wurde so belassen wie sie war und so kann die Kontrolle der Tennisspieler als gelungen bezeichnet werden. Die Protagonisten machen genau das, was ihr ihnen befehlt, und so müssten sich Genreneulinge ebenso schnell zurechtfinden wie eingefleischte Tennisprofis. Einzig und allein das Timing beim Aufschlag, bei dem die maximale Kraft erzeugt werden muss, gestaltet sich etwas schwierig.
Eine kleine Neuerung gibt es allerdings doch noch zu vermerken, denn im Gegensatz zum Xbox-Pendant fielen in der PS2-Fassung die toten Winkel am unteren Bildschirmrand der Entwicklerschere zum Opfer. Das darf jetzt aber jetzt nicht falsch verstanden werden, denn der dadurch entstandene optimierte Blickwinkel rückt den gelben Ball nun fast immer ins rechte Bild.
Abgesehen von dieser kleinen Neuerung sind beide Spielversionen identisch und spielen sich sehr abwechslungsreich. Besonders viel Spaß kommt auf, wenn ihr euch Multiplayer-Matches via Multitap mit euren Freunden liefert. Ist gerade keiner eurer Freunde in greifbarer Nähe, habt ihr zudem noch die Möglichkeit, euch den Ball per Onlinegame um die Ohren zu hauen. Für lang anhaltenden Spielspaß ist hier auf alle Fälle gesorgt.
Wer einen Anstoß zum meckern sucht, wird diesen natürlich prompt finden, obwohl sich das Gameplay als äußerst motivierend erweist. Trotzdem muss an dieser Stelle leider bemängelt werden, dass das gesamte optische Spielgeschehen sich doch eher bescheiden zurückhält und sich einfach zu unspektakulär präsentiert. Schuld daran sind die zu ruhige Soundkulisse und die im Verhältnis zu neuen Spielen schwächelnde und angestaubte Grafik. Es ist eigentlich schon traurig, wenn man sich in einem Stadion mit zahlreichen Zuschauern befindet, diese sich allerdings kaum bemerkbar machen. Gelegentlich kommt es aber vor, dass sich alle gleichzeitig mit derselben Animation auf der Tribüne bewegen, dabei jedoch leider keinen einzigen Ton von sich geben.
Stattdessen vernehmt ihr nur die Laute der Sportler auf dem Spielfeld und ab und an kommen sogar einige Umgebungsgeräusche, wie beispielsweise Vogelgezwitscher, zum tragen. Die übrigen Sounds wollen auch nicht so recht ins Spiel passen und so kommt es, dass sogar die Sprecher im Stadion zu künstlich wirken.
Hier wissen einzig und allein die Tennisprofis auf dem Platz mit ihren Animationen und Bewegungsabläufen den am Gamepad sitzenden Spieler zu begeistern. Das restliche Spielgeschehen kann im direkten Vergleich aber bei dieser Qualität nicht mithalten und hat unverständlicherweise einige kleinere Ruckeleinlagen und sogar grobpixelige Zwischenblenden parat, die doch etwas den eigentlich sehr guten Spielfluss stören. Heutzutage ist so etwas einfach nicht mehr zeitgemäß und wird daher, aus optischer Sicht betrachtet, niemanden für längere Zeit vor den Bildschirm fesseln. Angesichts des superfairen Preises von lediglich 30 Euro sollten Sport- und Tennisfans aber zumindest einen Blick auf Top Spin werfen, da der Titel gerade in Bezug auf den Multiplayer-Modus einen Heidenspaß macht. Da kann dann doch schon einmal das eine oder andere Auge zugedrückt werden.