Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
100 Motorräder, 3 Spielmodi
Nach dem teuer aussehenden und eindrucksvollen Intromovie dürfte sich bei Gran Turismo 4-Kennern erste Skepsis breit machen. Denn das Menü von Tourist Trophy ist eine Kopie. Auch die Hintergrundmusik dürfte dem ein oder anderem bekannt vor kommen. Schnell wird deutlich, dass das Spiel großen Wert auf den Karrieremodus legt, schließlich bietet es keine Onlineduelle und nur bedingt komplexe Arcade- bzw. Multiplayermodi. Der Arcademodus unterscheidet sich dabei nicht von anderen Spielen des Genres. Entweder fährt man mit einem ausgewählten Zweirad gegen die Uhr oder gegen bis zu drei Gegner. Der Multiplayer bietet gerade einmal Platz für zwei menschliche Kontrahenten und streicht dabei die KI-Gegner komplett. So zieht es den Spieler viel zu schnell zum Herzstück, der Tourist Trophy. Wie bei der Gran Turismo Reihe gilt es zunächst einmal Lizenzen zu erwerben. Auch hier müssen pro Lizenz wieder zehn Aufgaben erfüllt werden, die mit Gold, Silber oder Bronze bestanden werden können. Dabei drehen sich die kleinen Missionen um Kurvenfahrten oder bestimmte Manöver, die man im richtigen Rennen beherrschen sollte. Je mehr Lizenzen man erringen kann, desto mehr Wettbewerbe stehen einem offen. Die einzelnen Turniere stellen nochmal bestimmte Anforderungen an die Motorräder, beispielsweise einen begrenzten Hubraum. So kann es schon mal etwas dauern, bis man das optimale bzw. ein konkurrenzfähiges Vehikel gefunden hat. Um die nötigen Zweiräder für die Events freizuschalten, muss man sie entweder bei anderen Wettbewerben gewinnen oder aber einfach das gewünschte Vehikel im Arcademodus auswählen und gegen vorgegebene Gegner fahren. Dabei reicht es oft, nur wenige Sekunden in Führung zu bleiben, um das Motorrad zu erhalten. Nicht wirklich einfallsreich, aber immerhin auf eine gewisse Art und Weise motivierend. Leider gestalten sich die Rennen viel zu monoton. Die Gegner-KI scheint nicht vorhanden zu sein. Die Kontrahenten drehen seelenruhig ihre Runden und reagieren eigentlich nicht auf den Spieler. Dieser kann auch nur in einer Form mit ihnen interagieren, nämlich indem er sie von der Strecke schiebt oder zu Fall bringt. Beides endet mit der Disqualifikation.
Wie schon angedeutet, fährt man auch nur gegen höchstens drei Gegner gleichzeitig, was wenig Rennatmosphäre aufkommen lässt, da es verständlicherweise nur selten zu echten Positionskämpfen kommt.
Meist fährt man sogar nur gegen einen Kontrahenten. Hinzu kommt, dass die meisten Strecken, die man während seiner Laufbahn bei Tourist Trophy erkunden bzw. befahren darf, bereits aus Gran Turismo 4 bekannt sind.
Zu den (möglicherweise) guten Seiten
Man merkt also, Tourist Trophy ist stark an GT 4 angelehnt. Glücklicherweise ergeben sich daraus auch Vorteile für das ansonsten starre und veraltete Gameplay. Über 100 Motorräder stehen dem Spieler zur Verfügung, die er zwar nicht tunen, deren Renneinstellungen er aber beliebig verändern kann. Vom Federweg bis hin zur Lage des Fahrers in der Kurve ist so gut wie alles am Vehikel und dem Verhalten des Piloten veränderbar. Auch die Physik der Zweiräder weiß zu begeistern. Jedes Motorrad steuert sich anders. Während die Vehikel mit wenig PS noch geschmeidig um die Kurven gleiten, benötigen die Boliden ab 180 Pferdestärken einen kaum einschätzbaren Bremsweg. Dabei wird schnell klar, dass Tourist Trophy in Sachen Physik und Realitätsnähe tatsächlich The Real Riding Simulator ist. Die kleinsten Fehler werden hart bestraft. Entweder kommt man ewig nicht mehr auf die Ideallinie oder man stürzt. Die Stürze werfen den Fahrer zwar vom Motorrad, ein echter Zeitverlust entsteht aber nicht, da man sofort wieder auf die Strecke teleportiert wird. So kann man durch einen absichtlichen Sturz auch schon mal Zeit gut machen. Glücklicherweise erweist sich die Steuerung als einfach und ist schnell in Fleisch und Finger übergegangen.
Grafisch spielt der Titel nicht mehr in der oberen Liga mit. Die Vehikel sehen ihren realen Vorbildern zwar zum Verwechseln ähnlich, dafür sind die Strecken nicht im mindesten verbessert worden. Wer Gran Turismo 4 kennt, der weiß also von vornherein, dass die Kurse mit wenigen Umgebungsdetails und teilweise mit Verschwimmeffekten zu kämpfen haben. Bis auf das nervige Menütheme ist aber die soundtechnische Seite des Spiels gut gelungen. Die Zweiräder klingen, wie sie zu klingen haben und auch die sparsam eingesetzte Musik weiß, vielleicht genau deswegen, zu gefallen.
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Tourist Trophy im Test.
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