Transformers

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Atari
Entwickler
Melbourne House
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Transformers [PS2 , Justgamers]

Gesamtwertung

84%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Transformers

Knallharte Action statt Kinderkram

Atari und Melbourne House definieren die Helden von damals nun allerdings auf ihre ganz eigene Art und Weise. Dabei steht vor allem brachiale Action im Vordergrund, die dadurch eine breitere Spielermasse ansprechen soll. Das zeigt sich schon bei der grafisch beeindruckenden Intro-Sequenz, die euch den ewigen Kampf der guten Autobots gegen die bösen Decepticons, sowie die aktuelle Situation der Parteien, einleitend beschreibt. Der Krieg wütet auf Cybertron, dem Heimatplaneten der Autobots. Die machthungrigen Decepticons stehen kurz vor dem endgültigen Sieg.

Den einzigen Hoffnungsschimmer für die Autobots im Kampf gegen die Übermacht stellt ein zufällig abgefangenes Signal einer längst verloren geglaubten dritten Roboterrasse dar. Die sogenannten Minicons sind clevere kleine Roboter, welche sich an die Transformers koppeln lassen. Dadurch erhält jeder Transformer neue Fähigkeiten, die sich im Einsatz als äußerst nützlich erweisen. Durch Unterstützung der hilfreichen Minicons erhalten die Autobots somit die Möglichkeit den Transformers-Krieg für sich zu entscheiden und Cybertron sowie das restliche Universum vor dem Untergang zu retten. Aber auch die Decepticons sind hinter den kleinen Helfern her...

Die Qual der Wahl

Gleich zu Beginn habt ihr die Wahl der drei größten Kämpfer von Cybertron: Optimus Prime, Red Alert und Hot Shot stehen zur Wahl. Diese drei unterscheiden sich geringfügig in Angriff, Verteidigung, Geschwindigkeit und Kraft. Optimus Prime ist der Anführer der Autobots, durch seine Stärke ist er sämtlichen Bedrohungen gewachsen.

Im Fahrzeugmodus verwandelt er sich in einen durchschlagskräftigen Truck mit jeder Menge Power. Der zweite im Bunde ist Red Alert, der als Vizekommandant Optimus bereits in zahlreichen Schlachten zur Seite stand. Sein großer Vorteil ist seine Widerstandsfähigkeit, welche sich in Form sehr guter Verteidigungswerte niederschlägt. Auch im Fahrzeugmodus beweist er als Jeep sein Können und wird selbst mit unwegsamen Gelände spielend fertig. Zu guter Letzt steht euch Hot Shot zur Auswahl, der im Gegensatz zu seinen Kameraden unglaublich schnell und wendig ist. Er ist ein Meister der Aufklärung und wird als Späher eingesetzt.

Durch die Verwandlung in einen blitzschnellen Sportwagen befreit er sich nicht selten aus brenzligen Situationen. Natürlich unterscheiden sich die drei Autobots auf Grund ihrer unterschiedlichen Attribute im Handling. Während man Red Alert als Allround-Talent betrachten kann, ist Anführer Optimus Prime eher schwerfällig und träge zu steuern. Hot Shot hingegen ist der flexibelste in Sachen Steuerung und gefällt gerade im Kampf mit mehreren Gegnern der Decepticon-Armee durch seine Schnelligkeit. Glücklicherweise könnt ihr während der Missionen zwischen den einzelnen Blechkameraden wechseln und euch je nach Auftrag mit diversen Minicons ausrüsten. So könnt ihr euch optimal auf die folgenden Aufgaben einstellen und euren treuen Autobot der Umgebung anpassen.

Minicons und Datacons

Wie bereits erwähnt, spielen die Minicons eine entscheidende Rolle. Derer findet ihr, über das komplette Spiel verteilt, rund 20 verschiedene Versionen. Die kleinen Helfer sind in verschiedene Kategorien aufgeteilt und farblich gekennzeichnet. Maximal könnt ihr vier der intelligenten Helfer ankoppeln. Zur Auswahl stehen dabei Minicons, die euch in den bereits genannten Attributen wie Angriff, Verteidigung, Geschwindigkeit und Kraft verstärken. So könnt ihr beispielweise euren Standardangriff aufrüsten, oder zusätzlich zur Standardbewaffnung noch Raketen- und Granatwerfer oder Scharfschützengewehre einsetzen und zudem eure Reichweite oder Nahkampfstärke aufbessern. Andere Minicons hingegen wirken auf die Rüstung und erhöhen somit eure Ausdauer oder hüllen euch in ein Schutzschild, welches gegnerische Angriffe kurzzeitig abwehrt. Leider sind alle Minicons nur begrenzt verfügbar. Macht ihr von einer Erweiterung im Kampf zu oft Gebrauch, müsst ihr je nach Verbrauch ein paar Sekunden warten, bis die Energieleiste wieder gefüllt ist. Allerdings beschränkt sich die Suche nicht nur auf die Minicons, fleißige Sammler finden innerhalb der einzelnen Levels noch die sogenannten Datacons. Diese Informationsquellen sind für den Spielverlauf zwar nicht relevant, schalten aber viele interessante Hintergrundinformationen zu den Transformers frei. So dürft ihr euch über viel freispielbares Bonusmaterial freuen, wie u.a. Artworks, Konzeptstudien, Standbilder aus den zahlreichen Zwischensequenzen, Original-Comics, Kurzfilme, TV-Spots aus der Serie oder den Soundtrack zum Spiel.

Umfangreiches Kampfgebiet

'Transformers' bietet aber auch fürs verwöhnte Spielerauge nicht gerade wenig. Insgesamt erwarten euch acht umfangreiche Welten von gigantischem Ausmaß, darunter beispielsweise der aus der Demoversion bekannte Amazonas-Level oder ein Südsee-Atoll bei Dämmerung. Im krassen Kontrast dazu stehen die vereiste Antarktis oder der Planet Cybertron. Auch Innenräume können erforscht werden, so trefft ihr mal auf ein riesiges Kriegschiff, ein anderes Mal auf eine Labyrinth-Pyramide. Am meisten beeindrucken allerdings die weitläufigen Außenareale der Spielwelt, mit ihren hügeligen Landschaften, die mit einer real wirkenden Vegetation überzogen sind. Dichte Wälder, grüne Wiesen und ein Fluss der sich mitsamt Wasserfall durchs komplette Kriegsgebiet pflügt, wechseln sich mit antiken Bauten ab. Gerade in der eiskalten Einöde der Antarktis merkt man, wie groß die einzelnen Levels wirklich sind. Die phänomenale Weitsicht, die übrigens in allen Außenarealen herrscht, erlaubt euch einen Blick über die weite flache Landschaft. Per pedes seid ihr sicher einige Minuten unterwegs, bis ihr das komplette Areal der Eiswelt abgelaufen habt. Auch mit Spezialeffekten geizt 'Transformers' nicht. Realistische Explosionen und schöne Licht- und Schattenspiele unterstreichen den hohen Detailgrad der Spielwelt. Zusätzlich dürfen sich Technikfreaks auf einen glasklaren 60Hz-Modus, Dolby ProLogic 2-Soundkulisse und eine 16:9-Bildoption freuen. Selbst das PS2-typische Kantenflimmern hält sich in Grenzen.

Tonnenschwer

Bei all der positiven Kritik sollte man natürlich auch nicht den zu hoch angesetzten Schwierigkeitsgrad außer Acht lassen. 'Transformers' bietet euch zwar drei unterschiedliche KI-Stufen zur Auswahl, allerdings sind die meisten Gegnerhorden schon im leichten Modus eine echte Herausforderung. Die Armee der Decepticons ist schon in den anfänglichen Levels mit fordernder Intelligenz ausgestattet. So greifen eure Widersacher meist im Rudel an, suchen Deckung und haben oftmals nicht minder durchschlagskräftige Waffen im Einsatz. Daher ist schon beim Durchstreifen der Spielwelten Taktik gefordert. Vorgehen in Rambomanier endet im Normalfall recht bald im Bildschirmtod. Besonders harte Brocken warten auf euch am Levelende, dann nämlich gilt es einen der Schergen vom Decepticons-Team wie z.b. Cyclonus oder Tidal Wave zu besiegen. Diese sind nicht nur größer, schneller und stärker, sondern bearbeiten euch auch noch unter anderem im Flugmodus, was, angesichts der trägen Beweglichkeit der Autobots, recht oft zur Niederlage und einhergehenden Frustmomenten führt.

Fazit

Atari ist mit 'Transformers' ein großer Wurf gelungen. Die Grafik und die Präsentation sind einmalig, technisch beeindruckend und zeigen außerdem deutlich, was die PS2 grafisch zu leisten im Stande ist. Das Gameplay ist abwechslungsreich, begeistert mit immer neuen Aufgaben und fordert die volle Wandlungsfähigkeit der Blechhelden und der „Steuermänner- und Frauen“ an den Pads. Dazu kommt, dass die Steuerung und Handling der Autobots seriennah und durchdacht auf den jeweiligen Protagonisten zugeschnitten ist und überzeugen kann. Besonders gut gefällt mir auch die Story, die vor allem durch sagenhafte Rendersequenzen weitererzählt wird. Schade nur, dass der Schwierigkeitsgrad nicht massentauglich ist. Gelegenheitsspieler werden sich recht bald die Zähne an den Blechkameraden ausbeißen. Actionfans mit Nerven aus Stahl, die eine neue Herausforderung suchen, dürfen zugreifen.

Transformers [PS2 , Justgamers]

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