Under the Skin

Review
Plattform
Sony Playstation 2
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
6
Under the Skin [PS2 , looki.de]

Gesamtwertung

41%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Under the Skin

Capcom wurde schon oft genug Innovationsarmut vorgeworfen. Mit etablierten Serien wie „Resident Evil“, „Onimusha“ oder „Street Fighter“ konnte der japanische Videospiel-Veteran noch immer dick Kasse machen und auch Fans zufrieden stellen. Innovationen wie „Viewtiful Joe“ waren dabei eher selten, doch jetzt kommt ein unbekanntes Spiel aus Japan, welches so gar nicht in das restliche Line-Up passt und frischen Wind bringen könnte. In unserem Review habt ihr die Möglichkeit mehr über „Under the Skin“ zu erfahren...

Es geht unter die Haut!

In „Under the Skin“ übernehmt ihr den Charakter Cosmi. Dies ist ein junges Alien, das entsandt wurde, um auf anderen Planeten Schabernack zu treiben. Glücklicherweise ist der Außerirdische aber so nett, die Erdbewohner von Coco-Town nur zu nerven und nicht zu töten. Das Ganze wird eher auf lustige Weise angegangen, Chaos und Panik sollen zwar herrschen, Menschenleben jedoch nicht gefährdet werden.

Cosmi benutzt seine Strahlenpistole dazu, das Aussehen gesetzestreuer Bürger zu übernehmen. Als Mensch getarnt könnt ihr daraufhin aus einem Repertoire von eigentlich harmlosen und teils unwitzigen Streichen wählen, die ihr den anderen herumlaufenden Leuten antun dürft. So könnt ihr Reißnägel ausstreuen, eure Musikanlage aufbauen und die Leute mit schrecklichem Gesang quälen oder auf Inline-Skates die Strassen unsicher machen.

Die genervten Bürger lassen, wann immer sie mit einem eurer Streiche konfrontiert werden, Münzen fallen, die es aufzusammeln gilt um das Missionsziel zu erreichen.

Wie immer geht es also um den schnöden Mammon, die liebe Kohle, die Patte, die fette Asche, das Bündel Mäuse, den Knaster, die Kröten, die Moneten, die Penunzen, ums Kasse machen, Abzocken, den Schotter, die liebe Kohle... au, nee, das hatten wir ja schon! Weil aber die Leute, deren Aussehen ihr kopiert habt, nicht damit einverstanden sind, dass diese für eure Missetaten gerade stehen sollen, werdet ihr von diesen wiederum gejagt. So seid ihr also dauernd auf der Flucht, immer auf der Suche nach potentiellen Opfern und Objekten zur Körperübernahme.

Jeder übernommene Mensch hat nur eine begrenzte Anzahl Streiche, die ihr ausführen könnt, so dass ihr euch immer wieder neue menschliche Hüllen suchen müsst. Das Ganze erinnert daher ein wenig an das erste Jet Set Radio auf dem seligen Dreamcast, wo ihr auch dauernd auf der Flucht vor Verfolgern wart. Je nach Missionsziel, welches ihr vor Antritt des Levels erklärt bekommt, kann es sein, dass ihr es mit einem speziellen Gegner innerhalb des Spielabschnitts zu tun bekommt, der euch eure Münzen abluchsen will, oder euch daran hindern will euren Schabernack zu treiben.

Ab und an kommt euch dafür aber wiederum ein CPU-Charakter zu Hilfe, der gemeinsam mit euch beispielsweise gegen den fiesen Nemesis aus „Resident Evil 3“ antritt. Capcom hat es sich nämlich nicht nehmen lassen, auch Figuren und Handlungsorte der berühmten Gruselserie zu implementieren.

„Under the Skin“ wartet mit trendiger Cel Shading Optik auf, kann dabei allerdings nicht wirklich überzeugen, denn die Grafik ist einfach zu unspektakulär und technisch simpel. Auch die Kamera ist nicht immer optimal und fängt euch oftmals aus einem ungünstigen Blickwinkel ein, so dass ihr herannahende Gegner zu spät seht.

Das grafische Design dagegen ist abgedreht und comichaft übertrieben, passt allerdings zum chaotischen Gameplay und den anarchischen Streichen.

Leider ist der Sound wiederum nicht weiter erwähnenswert, die nervigen Sounds und Melodien lassen euch alsbald die Lautstärke des TV runterregeln, so dass das Spiel technisch gesehen definitiv unter Capcoms hohem Standard bleibt. Immerhin wurde ein 60 Hz Modus in die finale Version integriert, was jedoch einen schwachen Trost darstellt.

Fazit

Okay, normalerweise schreien wir Spielejournalisten ja gemeinsam mit den Fans nach Innovationen, die das Genre voranbringen sollen, doch im Falle von „Under the Skin“ ist der innovative Ansatz leider nicht für eine gute Spielspaßwertung ausreichend, da hat es „Viewtiful Joe“ seinerzeit eindeutig besser gemacht. Zwar gab es das Konzept des fiesen Schabernacks schon in manch anderem Titel wie etwa bei den „Simpsons“, so konsequent als zugrundeliegendes Spielprinzip wie in Capcoms Spiel war die Umsetzung allerdings selten. Für dieses Wagnis und auch für den Mut, solch ein „spezielles“ Spiel in Deutschland zu veröffentlichen, sei Capcom Lob ausgesprochen, normalerweise bleiben solch abstruse Nischenprodukte eigentlich dem japanischen Markt vorbehalten. Leider kann das reine Gameplay allerdings nicht mit den Ambitionen und dem Potential, welche in diesem Spielprinzip stecken, mithalten. Da kann auch die eigentlich ansehnliche, aber unspektakuläre, Grafik mit den schön designten Cartoon Charakteren und die Implementierung eines netten Mehrspieler-Modus nichts mehr ausrichten. „Under the Skin“ wird leider bereits nach einer Stunde Spielens langweilig, zudem ist es nach gut zwei Stunden auch schon durchgespielt. Als Budget Spiel mit entsprechend günstigem Preis könnte das knallbunte und überdrehte Spiel vielleicht noch einige jüngere Spieler anziehen, interessierte ältere Zocker werden sich aufgrund des hohen Verkaufspreises allerdings Alternativen suchen.

Under the Skin [PS2 , looki.de]

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